München fährt umsonst!
Im Juli 1992, kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsgipfels in München, verkündete die Kundenzeitung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds in U- und S-Bahnen: Während des Weltwirtschaftsgipfels könnten Busse und Bahnen umsonst benutzt werden, da die Stadt und der MVV einen Verkehrskollaps befürchte. Auch sollte „der Gratis-Service die Münchner für die Behinderungen während des Gipfels entschädigen“. Angesichts der Kosten für das Treffen (10 Millionen DM) und für den Umbau einer Hotelsuite für Herrn George Bush (500.000 DM) sei laut Oberbürgermeister Georg Kronauer Bürger Nähe wichtiger als Sparsamkeit. Auf die gelungene Imitation des MVV-Telegrafs reagierte der MVV prompt: „Alles Quatsch“, so eine Sprecherin, „natürlich müssen MVV-Kunden in dieser Zeit zahlen“. Schwarzfahrerinnen aber hatten trotz des Dementis eine ziemlich gute Begründung, wenn sie in den fraglichen Tagen erwischt wurden - einen Hinweis auf den MVV-Telegraf: „Das ist ja wohl der Gipfel!“
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