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Lamaodada

Der Gewerkschaftsführer Luciano Lama wagte sich im Februar 1977 in die schon seit Tagen besetzte Universität von Rom. Der erhobene Zeigefinger und eine mahnende Rede sollten die Studierenden zur Vernunft und auf die parteikommunistische Linie bringen. Diese beschlossen, ihn nicht rauszuwerfen, gleichzeitig aber die Einführung der Gewerkschaftslinie an der Universität zu verhindern. Die Situation noch regelrecht nach einer Aktion im Sinne des Maoismus. Schon im Morgengrauen war ein Lautsprecherwagen bereitgestellt und tagsüber von etlichen Gewerkschaftskadern bewacht worden. Ärger lag in der Luft: Links auf dem Hof die Studierenden mit den Indiani Metropolitani in ihren Reihen: Wilde Kostüme mit Stickereien, Perlen und Spiegel tragend, schwingen sie ihre Plastikmawachs bedrohlich über den Köpfen – rechts auf dem Hof die Anzugmänner der KP-Gewerkschaft. Eine Augenzeugin berichtet: „Nach einigen Wortspielen mit Lama sangen wir aus ‚Jesus Christ Superstar‘ unter Anspielung auf das von den Kommunisten unterstützte Sparprogramm der Regierung: Lama Star / Lama Star / i sacrifici vogliamo far“ (wollen Opfer bringen immendar). Wir tanzten einen Ringelreihen um den Lama und ließen eine Puppe vor seinen Augen baumeln. Endlich platzte den Ordnern der Kragen und es kam zu diesem tollen Durcheinander, bei dem wir mit Wasserplastiksäckchen warfen und mit Feuerlöschern sprühten. Wir ließen sie dann aber doch laufen und holten uns ihre Klappe nicht – und was uns noch wichtiger war: Wir stiegen selbstverständlich nicht auf den Lautsprecherwagen, um zu reden. Denn ihren Ort der Politik samt seiner Sprache, den wollen wir nicht mal geschenkt.“