Security Culture ist nicht gleich Paranoia
Sicherheitskultur ist ein Verhaltenskodex, ein weg um unnötige Missverständnisse und potenziell verhängnisvolle Konflikte zu vermeiden.
Danke fürs Bescheid sagen! Ich freue mich, dass wIr noch zusammen arbeIten können.
Sicherheitsvorkehrungen sollten nie eine Entschuldigung dafür sein, anderen das Gefühl zu geben ausgeschlossen oder minderwertig zu sein – wobei es einiges an Fingerspitzengefühl brauchen kann, um dies zu vermeiden – genau- so wie niemand das Gefühl haben sollte, ein Recht darauf zu haben an etwas beteiligt zu sein, was andere lieber für sich behalten wollen. Diejenigen, die eine Sicherheitskultur missachten sollten beim ersten Mal nicht zu streng dafür getadelt werden. Es geht nicht darum hip genug zu sein den Benimmregeln einer aktivistischen Szene zu folgen, sondern darum Gruppenerwartungen zu etablieren und anderen vorsichtig dabei zu helfen, ihre Wichtigkeit zu verste- hen. Zudem sind Leute am wenigsten in der Lage konstruktive Kritik anzuneh- men, wenn sie das Gefühl haben, sich verteidigen zu müssen. Trotzdem sollten Personen immer direkt darauf angesprochen werden, wenn sie andere gefähr- den und was die Konsequenzen wären, wenn sie sich weiterhin so verhielten. Wer das nicht versteht, sollte taktvoll aber effektiv aus allen sensiblen Situationen ausgeschlossen werden.
Sicherheitskultur ist nicht institutionalisierte Paranoia, sondern ein weg um ungesunde Paranoia zu vermeiden, indem risiken von vornherein minimiert werden.
Es ist unproduktiv mehr Energie darauf zu verwenden, sich über mögliche Überwachung zu Sorgen, als nötig ist, um die Gefahr, die sie birgt, zu reduzie- ren. Genauso ist es lähmend, ständig getroffene Vorkehrungen zu hinterfragen und die Authentizität derer in Frage zu stellen, mit denen du zusammenar- beitest. Eine gute Sicherheitskultur sollte dazu führen, dass alle entspannter und selbstbewusster werden, nicht das Gegenteil bewirken. Gleichzeitig ist es kontraproduktiv diejenigen, die striktere Sicherheitsvorkehrungen treffen als du, der Paranoia zu bezichtigen.
Lass nicht zu, dass Argwohn gegen dich eingesetzt wird.
In einem vollständig anonymen Geständnis, wurden die Namen der Beteiligten Kriminellen genannt.
Wenn sIe sich stellen, wIrd Ihre Strafe gemindert.
Wenn eure Gegner nicht in der Lage sind eure Geheimnisse zu erfahren, werden sie dazu übergehen euch gegeneinander auszuspielen. Verdeckte Ermittler*innen können Gerüchte und Anschuldigungen verbreiten um Zwietracht, Misstrauen und Ärger zwischen oder innerhalb von Gruppen zu kre- ieren. Sie könnten Briefe fälschen oder ähnliche Maßnahmen ergreifen, um Aktivist*innen etwas anzuhängen. Die Mainstream-Medien können sich hieran beteiligen, indem sie berichten, dass es in einer Gruppe eine Informantin gibt, obwohl es keine gibt, indem sie die Politik oder Geschichte einer Person oder Gruppe falsch darstellen, um mögliche Verbündete abzuschrecken. Oder indem sie immer wieder betonen, dass es einen Konflikt zwischen zwei Strömungen einer Bewegung gibt, bis diese sich schließlich tatsächlich misstrauen.
Nochmal: Eine ausgeklügelte Sicherheitskultur, die ein angemessenes Maß an Vertrauen fördert, sollte derartige Provokationen auf persönlicher Ebene nahezu unmöglich machen. Im Bezug auf Verfechter*innen unterschiedlicher Taktiken und Organisationen, denk‘ an die Bedeutsamkeit von Solidarität und der Vielfalt von Taktiken und vertraue darauf, dass andere das auch tun, selbst wenn die Medien etwas anderes nahe legen. Akzeptiere Gerüchte und Berichte nicht als Fakten, sondern prüfe immer die Quellen für ihre Bestätigung. Sei hierbei diplomatisch und stoße niemanden vor den Kopf.
Keine Kommentare