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Security Culture bei der Aktionsplanung

Wenn du eine Aktion planst, beginne damit ein angemessenes Sicherheitslevel zu etablieren und dich entsprechend zu verhalten.

embedded-image-Gxa32fSg.jpegZu lernen das Risiko einer Aktivität oder Situation einzuschätzen und zu wissen, wie damit umgegangen werden sollte, ist nicht nur ein ausschlaggebender Teil Repression zu umgehen, es hilft auch dabei zu entscheiden, wann du dir keine Sorgen machen musst und wann du keine Energie in sorgfältige, arbeitsintensive Sicherheitsmaßnahmen stecken musst. Denk daran, dass eine Aktion verschiedene Aspekte haben kann, die verschiedene Sicherheitslevel erfordern und trenne diese voneinander. Hier ist ein beispielhaftes Bewertungssystem für Sicherheitsstufen:

  1. Nur die bei einer Aktion direkt Involvierte wissen von ihrer Existenz.
  2. Unterstützungspersonen, denen vertraut wird, wissen von der Aktion, aber die Gruppe entscheidet gemeinsam, wer diese Personen sind.
  3. Es ist in Ordnung für die Gruppe, andere Menschen dazu einzuladen mitzumachen – die sich dann auch dagegen entscheiden können – das bedeutet, dass einige Unbeteiligte von der Aktion erfahren, aber von ihnen erwartet wird, dass sie das Geheimnis für sich behalten.
  4. Die Gruppe erstellt keine Liste darüber, wer eingeladen wird, sondern Teilnehmer*innen können unabgesprochen weitere Personen einladen und diesen anbieten das gleiche zu tun. Allerdings wird hierbei deutlich gemacht, dass die Info nur an Personen weitergeben werden soll, denen Geheimnisse anvertraut werden können.
  5. „Gerüchte“ über die Aktion können weit und quer durch die Gemeinschaft gestreut werden, doch die Identitäten derer, die sie organisieren, werden geheim gehalten.
  6. Die Aktion wird öffentlich, aber mit einem gewissen Maß an Diskretion, angekündigt, sodass die verschlafeneren unter den Staatsorganen nichts von ihr mitbekommen.
  7. Die Aktion wird öffentlich und über alle Kanäle angekündigt.

Es ist außerdem sinnvoll, eure Kommunikationswege an die verschiedenen Sicherheitsstufen anzupassen.

Hier ist ein Beispiel verschiedener Level von Kommunikationssicherheit, entsprechend der gerade angeführten Sicherheitsstufen:

  1. Keine Kommunikation über die Aktion außer persönlich, außerhalb der Wohnungen der Beteiligten, an überwachungsfreien Orten.
  2. Gruppentreffen finden im Freien statt. Die Gruppenmitglieder dürfen die Aktion an überwachungsfreien Orten besprechen.
  3. Diskussionen sind an definitiv nicht überwachten Wohnorten erlaubt.
  4. Kommunikation über verschlüsselte Mails und sichere Telefone ist erlaubt.
  5. Per Telefon, Email, etc. kann über die Aktion gesprochen werden, vorausgesetzt es wird darauf geachtet, dass Details über das wer was wann wo etc. nicht preisgegeben werden.
  6. Telefone, E-mail, usw. dürfen genutzt werden. Emaillisten, Flyern an öffentlichen Orten, Anzeigen in Zeitungen, sind vielleicht erlaubt und werden einzeln besprochen.
  7. Kommunikation und Bewerbung über alle Kanäle ist erlaubt und erwünscht.

embedded-image-KfySE8n9.jpegWenn du alle belastenden Informationen unter Verschluss hältst und bei jedem Projekt, dass du unternimmst, angemessene Sicherheitsvorkehrungen triffst, solltest du auf einem guten Weg sein nicht erwischt zu werden.

Alles Gute bei deinen Abenteuern und Missgeschicken.

sto, te, ctc, r, eee - 2014

Adaptionen, Layout und Illustrationen von https://www.patrickduthie.com/