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Individuelle Security Culture

Lerne und befolge die Sicherheitsvorstellungen jeder Person, mit der du interagierst und respektiere ihre Unterschiede.

Um mit anderen zusammenzuarbeiten, musst du sicher gehen, dass sie sich mit dir wohl fühlen. Selbst wenn du nicht direkt mit ihnen arbeitest, solltest du sicher gehen, keine schlechten Gefühle bei ihnen zu wecken oder eine Gefahr abzutun, die sie eventuell besser verstehen als du. Wenn es darum geht eine Direkte Aktion zu planen, kann das Nicht-einhalten von festgelegten Sicher- heitsstandards nicht nur deine Chance verbauen mit anderen zu kooperieren, sondern auch dafür sorgen, dass ein Projekt nicht zustande kommt. Zum Beispiel, wenn du in einer Situation, die von anderen als unsicher empfunden wird, eine Idee erwähnst, die diese Leute ausprobieren wollten, fühlen sie sich anschließend vielleicht gezwungen den Plan aufzugeben, da er nun mit ihnen in Verbindung gebracht werden könnte. Bitte Menschen darum, dir ihre spezifischen Sicherheitsbedürfnisse zu erklären, bevor du das Thema direkter Aktionen überhaupt ansprichst.

Lass andere wissen was genau deine sicherheitsbedürfnisse sind.

embedded-image-eGLY3GDY.pngAus der Forderung, dass du die Erwartungen von anderen befolgst ergibt sich, dass du es anderen erleichtern solltest deine Bedürfnisse zu kennen. Stelle zu Beginn jeglicher Beziehung, in der dein privates oder politisches Leben ein Thema werden könnte, klar, dass es Details über deine Aktivitäten gibt, die du für dich behalten musst. Dies kann dir in ohnehin stressigen Situationen viel Terz ersparen. Das letzte was du brauchst, wenn du gerade von einer schief gelaufenen Aktion nach Hause kommst, ist Stress mit deinem*r Partner*in:

„Aber wenn du mir vertrauen würdest, könntest du mir sagen wo du warst. Wie kann ich sicher sein, dass du dich nicht mit wem anderen triffst? ...“ Es geht hier nicht um Vertrauen – sensible Informationen sind keine Belohnung, die sich verdient werden kann.

Wir vermummen uns nicht.


Tut mir leid, dann fühlen wir uns nicht wohl.

Gib auf andere leute Acht.

Teile anderen Menschen mit welches Risiko du durch deine Anwesenheit oder durch Aktionen, die du planst, für sie darstellen könntest. Zumindest insoweit, wie du damit nicht entgegen der Grundsätze eurer Sicherheitskultur handelst. Lass sie, soweit du kannst, wissen, welche Risiken du selbst eingehst, zum Beispiel ob du es dir leisten kannst, festgenommen zu werden oder nicht (bspw. weil noch andere Strafbefehle gegen dich ausstehen, dein Aufenthalts- status ungeklärt ist, usw.), welchen Verantwortungen du nachkommen musst und ob du Krankheiten oder Allergien hast. Gefährde andere nicht durch deine Entscheidungen, vor allem nicht, wenn du nicht in der Lage bist sie direkt zu unterstützen, falls sie aufgrund deines Verhaltens festgenommen und verurteilt werden oder Ähnliches. Wenn du zum Beispiel hilfst eine Sponti zu starten, die die angemeldete Zone verlässt, versuche deinen Körper zwischen der Po- lizei und denen zu halten, die zwar mitgekommen sind, aber nicht unbedingt verstehen welchen Risiken sie sich aussetzen. Wenn du eine spontane Demo zur Eskalation bringst, indem du fremdes Eigentum zerstörst, stelle sicher, dass die, die darauf nicht vorbereitet waren, nicht noch herumstehen, wenn die Polizei eintrifft. Egal welche riskanten Projekte du unternimmst, stelle sicher, dass du gut vorbereitet bist und sie schlau angehst, sodass niemand anderes unerwartete Risiken eingehen muss um dich zu retten, wenn du einen Fehler machst.