Direkt zum Hauptinhalt

Security Culture in Gruppen

Entwickelt methoden um das Sicherheitslevel von Gruppen oder Situationen festzulegen.

Ein schnelles Verfahren, dass ihr zu Beginn eines größeren Treffens durch- spielen könnt, ist das „bürgen für“-Spiel: während eine Person sich vorstellt heben alle, die für diese Person bürgen können, die Hand. Du solltest nur für diejenigen bürgen, bei denen du dir sicher bist, dass sie dein Vertrauen verdie- nen. Hoffentlich steht jede Person mit allen anderen, zumindest über Ecken, in Beziehung. So oder so, zumindest wissen nun alle wie die Sache steht. Ein*e Aktivist*in, der*die die Relevanz guter Sicherheitsmaßnahmen versteht, sollte nicht beleidigt sein, falls niemand für ihn*sie bürgt und er*sie gebeten wird zu gehen.

Treffpunkte sind ein wichtiger Sicherheitsfaktor.

Ihr wollt euch nicht an einem Ort treffen, der überwacht werden kann (pri- vate Wohnorte), ihr wollt keinen Ort, an dem ihr alle gemeinsam gesehen werden könnt (der Park gegenüber vom Schauplatz eurer nächsten Aktion), ihr wollt keinen Ort an dem ihr beim Kommen und Gehen beobachtet werden könnt, oder an dem andere Personen unerwartet auftauchen können. Platziert Späher*innen, schließt Türen ab, achtet auf Verdächtiges. Kleine Gruppen können spazieren gehen und sich dabei unterhalten; größere Gruppen können sich an abgelegenen Orten treffen – wenn ihr die Zeit dazu habt, könnt ihr Wandern oder Zelten gehen – oder sich in separaten Räumen in öffentlichen Gebäuden, wie in Bibliotheken oder in leeren Klassenzimmern treffen.

Sei dir der Zuverlässigkeit derer bewusst, die dich umgeben, vor allem wenn du mit ihnen bei klandestinen Aktionen zusammenarbeitest.

Mach dir bewusst, wie lange du Menschen kennst, seit wann sie in deine Gemeinschaft oder deinem Freundschaftskreis eingebunden sind, wie weit zurück ihre Leben nachvollzogen werden können und welche Erfahrungen andere mit ihnen gemacht haben. Die Freund*innen, mit denen du aufgewachsen bist, falls du diese noch hast, könnten die besten Gefährt*innen für Direkte Aktionen sein, da du mit ihren Stärken und Schwächen und der Art wie sie Stress verarbeiten vertraut bist. Außerdem kannst du dir sicher sein, dass sie sind

wer sie vorgeben zu sein. Achte darauf deine persönliche Sicherheit und die Sicherheit eines Projekts nur besonnenen Menschen anzuvertrauen, die deine Prioritäten und Verpflichtungen teilen und sich und anderen nichts zu beweisen haben. Über lange Sicht, ziele darauf ab eine Gemeinschaft von Menschen aufzubauen, die lang bewährte Freundschaften verbinden. Sammelt Erfahrungen darin gemeinsam zu handeln und etabliert Verbindungen zu ähnlichen Gemeinschaften.

Macht euch nicht zu viele sorgen darüber, ob menschen spitzel sein könnten oder nicht; wenn eure sicherheitsmaßnahmen effektiv sind, sollte es gar keinen Unterschied machen.

Verschwende deine Energie nicht daran paranoid zu werden und jede Person, die du triffst zu verdächtigen. Wenn du alle sensiblen Informationen innerhalb des Kreises von Menschen behältst, die sie etwas angehen, nur mit verläss- lichen Freund*innen zusammenarbeitest, deren Identitäten du nachprüfen kannst und niemals etwas über deine vertraulichen Aktivitäten verrätst, werden Spitzel, Informant*innen und verdeckte Ermittler*innen nicht in der Lage sein, Material zu sammeln, das sie gegen dich verwenden können. Eine gute Sicherheitskultur sollte es praktisch irrelevant machen, ob diese Art Ungezie- fer in deinem Umfeld aktiv ist, oder nicht. Wichtig ist nicht, ob eine Person mit der Polizei zusammenarbeitet, sondern ob sie ein Sicherheitsrisiko dar- stellt; wenn sie unsicher wirken (doppelte Bedeutung beabsichtigt), sollten sie niemals in eine Situation gelassen werden, in der die Sicherheit einer anderen Person von ihnen abhängt.