Werkzeuge der Moderation
Um all diese Aufgaben sinnvoll anzugehen, benutzen Moderator*innen bestimmte Werkzeuge: Methoden
Methoden geben einem Prozess ihre Form. Bei der Methodenauswahl sollen die Interessen und Ziele der Gruppe ausschlaggebendes Kriterium sein. Methoden müssen sowohl zur Zusammenstellung der Gruppe, zum Ziel des Arbeitsschrittes, zur Phase der Seminar- bzw. Gruppendynamik (also Konzentrationsfähigkeit etc.), zu den gegebenen Rahmenbedingungen und zur Arbeitsweise der Teilnehmenden passen. Verschiedene Methoden erfüllen verschiedene Zwecke und wirken auf unterschiedliche Weisen. Es gibt Methoden, die motivieren und aktivieren, die beruhigen oder erschöpfen, Methoden zum Zusammentragen von Wissen, zum Diskutieren, zum Freisetzen von Kreativität und viele mehr (siehe auch „Methoden“).
Fragetechniken
Moderator*innen stellen meistens viele Fragen. Diese spielen eine zentrale Rolle, denn je nachdem wie Fragen gestellt sind, werden die Antworten in bestimmte Richtungen geschoben oder eingeschränkt werden. In den einzelnen Arbeitsschritten nehmen Fragen eine Schlüsselrolle ein, da sie diesen Schritten eine Richtung geben. Fragen sollen dabei so formuliert sein, dass sie Denk- und Aushandlungsprozesse anstoßen und gleichzeitig offen genug sind und nicht manipulieren (siehe Absatz „Fragetechniken“).
Zeitmanagement
Das umfasst die Planung (Wie lange dauert das Kennenlernen? Wie viel Zeit brauchen wir für die Ideensammlung? Bleibt genug Zeit für Feedback? etc.) und die Aufgabe, im Prozess die Uhr im Blick zu behalten. Dazu gehört manchmal, Schritte abbrechen zu müssen oder Themen auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen, aber auch an manchen Stellen eine Pause vorzuschlagen.
Visualisierungen
Visualisierungen sind ein Teil der Ergebnissicherung, sie können darüber hinaus einen Prozess im Verlauf abbilden. So entstehen Inhalte und Diskussionen nicht nur in den Köpfen der Teilnehmenden, sondern werden in Form von Bildern, Diagrammen, Clustern oder anderem greifbar und es entsteht ein gemeinsames Produkt der Gruppe (siehe Absatz „Visualisierung“).
Aktives Zuhören
Spiegeln und Paraphrasieren kann helfen, Missverständnissen vorzubeugen. Dabei wiederholt die Moderation Gesagtes in eigenen Worten oder fragt nach, ob sie richtig verstanden hat. Das erhöht die Verständlichkeit der Aussage für alle Beteiligten, da sie es noch einmal hören und die zweite Formulierung deutlicher eingrenzt, was genau gemeint ist.
Der große Moderationszyklus hat sich über die Zeit in der Moderation als sinnvoller Fahrplan für
Gruppenprozesse bewährt.
In der Einstiegsphase stehen Kennenlernen und organisatorische Fragen im Fokus. Hier werden Arbeitsweisen, Pausenzeiten etc. vereinbart. Beim Sammeln von Themen bringen die Teilnehmenden ein, welche Themen sie gerne bearbeiten möchten bzw. was sie für wichtig halten. Hier geht es aber nur um eine Auflistung und noch nicht darum, konkret in Themen einzusteigen. Da aber in der Regel nicht genug Zeit ist, um alles zu bearbeiten, müssen anschließend Themen ausgewählt werden. In diesem Schritt ist es wichtig, eine Auswahl zu treffen, die alle Beteiligten mittragen wollen. Im Anschluss erfolgt dann die konkrete Bearbeitung der Themen, also der Hauptarbeitsschritt. Danach ist es wichtig, die Ergebnisse zu sichern. Das meint nicht nur alles aufzuschreiben, sondern auch zu vereinbaren, was im Nachgang passieren soll, wer was bis wann erledigt, etc. Im letzten Schritt wird dann der gemeinsame Prozess ausgewertet. Was war besonders gut, was hätte besser klappen können, was wird beim nächsten Mal anders gemacht.
Weiterführendes Material:
o Visualisieren, Präsentieren, Moderieren. Josef W. Seifert, Gabal, 25. Auflage 2008.
o Neuland Moderation. Michele Neuland, Neuland Verlag 1999.
o Power to the People - Moderationsmappe für Jugendbeteiligung. Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.
https://www.yumpu.com/de/document/read/21304342/moderationsmappe-fur-jugendbeteiligung-youth-
bank/131

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