Methoden
Die richtige Methodenwahl ist eine der wichtigsten Aufgaben von Moderation. Unabhängig wie groß eure Erfahrung und euer “Methodenkoffer” – also das Repertoire an Methoden – ist, die ihr kennt, gibt es ein paar Dinge, die zu beachten sind.
Grundsätzlich solltet ihr eher Methoden verwenden, die ihr kennt, bei denen ihr wisst, wie viel Zeit sie brauchen und worauf ihr bei der Durchführung achten solltet. Neue Methoden bieten sich zum Ausprobieren eher in Gruppen an, die ihr gut kennt.
Moderator*innen versuchen Abwechslung in Prozesse zu bringen. Dabei geht es darum unterschiedliche Lern- und Arbeitsweisen anzusprechen. Genauso soll aber auch Langeweile vermieden und Konzentration gefördert werden. Methoden lassen sich unter anderem kategorisieren anhand der Sozialform und der Methodenart:
Sozialformen:
• Plenum (mit allen)
• Kleingruppen (3 -6)
• Tandem (zu zweit)
• Einzelarbeit (alleine)
Arten von Methoden:
• Einstiegsmethoden (z.B. Vorstellungsrunden, Kennenlerninterview)
• Inhaltsvermittelnde Methoden (z.B. Inputs, Diskussionen)
• Erarbeitungsmethoden (z.B. Kleingruppenarbeit, Plakatgestaltung)
• Austauschmethoden (z.B. World-Cafés, Mindmap)
• Fragemethoden (z.B. Reflexionsspaziergänge, Brainstormings)
• Zusammenfassende Methoden (z.B. Ergebnispräsentation, Wandzeitung)
• Spiele (z.B. Auflockerungsspiele, Warm-Ups, Kennenlernspiele)
• Feedbackmethoden (z.B. Blitzlicht, 5-Finger-Feedback)
Diese Einteilung ist nur eine von vielen möglichen. Je nach Kontext können auch andere Kategorisierungen Sinn ergeben und nützlich sein.
Auswahl von Methoden
Bei der Auswahl der Methoden können folgende Fragen helfen:
In welcher Phase des Prozesses sind wir gerade?
Je nachdem in welchem Schritt des Moderationszyklus der Prozess ist, werden unterschiedliche Ansprüche an Methoden gestellt. Beim Themensammeln müssen die Antworten keine tiefen Einblicke in die Themen geben, es geht eher darum schnell einen möglichst breiten Überblick zu bekommen. Hier bieten sich also eher Methoden wie Zuruffragen, Kartenfragen oder Brainstorming an. Bei der Themenbearbeitung würden diese wahrscheinlich aber nicht genügen, weil sie nur an den Rändern des Themas kratzen.
Welche Sozialform ist hilfreich?
Sollen alle gemeinsam im Plenum arbeiten oder vielleicht doch erstmal in Kleingruppen oder Tandems? Kleine Gruppen haben den Vorteil, dass alle sich stärker einbringen können und in derselben Zeit mehr erarbeitet wird - dafür dauert es meistens länger. Auch für Teilnehmende kann es sinnvoll sein das Plenum mal zu verlassen, um mal eine „Auszeit“ von der (Groß-)gruppe zu haben. Unterschiedliche Sozialformen beeinflussen auch die Gruppendynamik und sind bewusst im Arbeitsprozess einzusetzen.
Zeit und Raum? Unterschiedliche Methoden brauchen unterschiedlich viel Zeit. Wenn ihr für einen Schritt sowieso nur wenig Zeit habt, fallen aufwendige Methoden raus. Das gleiche gilt für den Raum und das Material; wenn ihr nicht genug Platz oder das nötige Material für eine Methode habt, kommt diese Methode nicht in Frage.
Gruppe und Stimmung?
Manche Methoden werden von Gruppen nicht angenommen, weil sie ihnen zu verspielt, zu kreativ, zu langwierig sind. Natürlich habt ihr hier durch Erklärungen und gute Fragestellungen noch mal Spielraum, aber versucht vorher abzuschätzen, was drin ist, worauf sich eure Teilnehmenden einlassen werden. Ähnliches gilt für die Stimmung. Methoden, die viel Selbstoffenbarung von euren Teilnehmenden verlangen sind nicht geeignet für Gruppen, die sich noch nicht lange kennen oder starke interne Spannungen haben. Ebenso solltet ihr ein gutes Verhältnis zwischen anstrengenden und einfachen Methoden beachten. Nach drei Stunden konzentrierter Arbeit können die meisten Menschen einfach nicht mehr. Geht darauf ein.
Fühle ich mich sicher damit?
Generell solltet ihr nur Methoden verwenden, die ihr kennt und mit denen ihr euch einigermaßen sicher fühlt. Das bedeutet, dass ihr wisst, wie die Methode funktioniert, was die Ziele, Schwächen, möglichen Risiken etc. sind. Schafft euch also auch bewusst Räume, in denen ihr neue Methoden ausprobieren könnt.
Weiterführendes Material:
o Methodensammlungen gibt es...zu viele. Ihr findet unzählige im Buchhandel und in gut sortierten Uni-
Bibliotheken. Schaut einfach, welche euch vom Stil her zusagen.
o Methodendatendatenbank der Bundeszentrale für politische Bildung:
http://www.bpb.de/lernen/formate/methoden/227/methodendatenbank
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