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Fragetechniken

Aufgabe der Moderation ist es, die richtigen Frageformen zu finden und geeignet für die Gruppe zu formulieren und zu visualisieren. Fragen sind dafür da, um Prozesse zu öffnen, Reflexion und Diskussionen anzustoßen.

Präzise Fragen
Fragen müssen für sich stehen und sollten keiner weiteren Erläuterungen bedürfen. Achtet besonders bei der Wortwahl auf Eindeutigkeit. Beispiel: „Bist du häufig gelangweilt?“ - Wie oft ist häufig?!

Keine Wissensabfragen
Wissen abfragen, wie in der Schule, wo es richtige und falsche Antworten gibt, stört kreative und freie Prozesse. Die Tatsache, dass es falsche Antworten gibt, blockiert viele Teilnehmenden, da sie Angst bekommen etwas Falsches zu sagen.

Fragen an die Gruppe geben
Als Moderation seid ihr inhaltlich neutral, keine Expert*innen, die inhaltliche Beiträge geben. Oft kommt es trotzdem vor, dass Teilnehmende euch eine Frage stellen und eine Antwort erwarten. Solche Fragen könnt ihr an die Gruppe zurückgeben, anstatt sie selbst zu beantworten.

Offene und geschlossene Fragen
Tendenziell gilt: Offene Fragen sind geeignet um Arbeitsprozesse anzustoßen; geschlossene Fragen eignen sich eher für Entscheidungsprozesse. Aber natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und ihr könnt mit geschlossenen Fragen auch zur Reflexion anregen oder Debatten anstoßen.

Geschlossene Fragen lassen sich in die folgenden Kategorien unterteilen:
• Alternativfragen (entweder - oder)
• Entscheidungsfragen (ja oder nein)
• Bewertungsfragen (z.B. Noten oder eine Skala von 1 - 10)

Bei geschlossenen Fragen werden die Antwortmöglichkeiten durch die Frage begrenzt. Zum Beispiel:
• Fandest du das Seminar gut oder schlecht?
• Welche Note würdest du der Moderation geben?

Offene Fragen haben keine vorgegebenen Antworten und können nicht mit Ja oder Nein beantwortet
 werden. Die Teilnehmenden werden aktiv angesprochen, eingebunden, zur Diskussion oder zum Gespräch
 angeregt. Zum Beispiel:
• Wie sollte die Mensa aus deiner Sicht gestaltet wären?
• Welche Probleme hast du in der Vergangenheit im Projekt erlebt?

Keine Suggestivfragen
„Ihr seid doch sicher mit mir einer Meinung, dass wir jetzt zur nächsten Arbeitsphase wechseln sollten?“
Suggestivfragen versuchen zu manipulieren und lassen in der Regel nur eine gewünschte Antwort zu. Die
 Teilnehmenden sind nicht dumm und merken schnell, dass Fragen gestellt werden, bei denen es „richtige“
 und „falsche“ Antworten gibt. Schnell kann so das Vertrauen der Gruppe verloren gehen.