Die Träume von Teen Talk Barbie und G.I. Joe
Wie jedes Jahr zu Weihnachten warf auch 1993 die Spielzeugfirma Mattel in den USA wieder Umengen an Barbie-Puppen sowie das männliche Pendant, den martialischen GI-Joe im Tarnanzug, auf den Markt. Dieses Mal konnten die Plastikpuppen sogar sprechen. Teen Talk Barbie flötete: „I want to go shopping“, GI-Joe grunzte: „Dead men tell no lies“ und „Fire! Fire! Fire!“ An Weihnachten gab es dann allerdings eine unerwartete Bescherung. In zahlreichen Nachrichtenstationen der USA tauchten Bekenntnisse auf. Die Barbie Liberation Organization (BLO) gab bekannt, daß ein Zusammenschluß von Spielzeugpuppen gegen die ihnen aufgezwungenen Sätze protestiere. Deshalb seien in allen US-Staaten insgesamt 300 Barbies und GI Joes mit vertauschten Sprechmodulen in die Läden gebracht worden. Ziel sei es, die sexistische Beeinflussung der Kinder als terroristischen Akt ins Bewußtsein zu rücken. Die Medien stürzten sich auf das Thema, brachten es in den Nachrichten und machten auch Kinder aufmächtig, die versehentlich eine solche Gender-Bender-Barbie gekauft hatten. Sogar in der Fernseh-Comieserie „Die Simpsons“ tauchte die neue Barbie-Version auf. Die Firma Mattel dementierte: Es sei keine einzige Reklamation eingegangen. Doch die Erklärung dafür ist einfach. Die Kinder, die mit einer Cross-Gender-Puppe beglückt worden waren, dachten nämlich gar nicht daran, das gute Stück wieder abzugeben. Schließlich sind ein G.I. Joe, der gerne zur Schule geht und eine Barbie, die keine Gnade mit dem Feind kennt, viel interessanter als die langweilige Originalversion.