4.4 GemÖk als Gegenentwurf zur Familie

Füreinander emotional, materiell und finanziell zu sorgen – dafür gelten in der kapitalistischen Gesellschaft die Herkunftsfamilie und monogame romantische Zweierbeziehung als die am besten geeigneten Beziehungsformen. Privatisiertes gegenseitiges Pflegen, materielle Versorgung und das potenzielle Vererben von Vermögen innerhalb von Familien sind gesetzlich vorgesehen. Darüber hinaus wird es in der Gesellschaft als selbstverständlich angesehen, dass sich die Familie und romantische Partner*innen um diese Aufgaben kümmern. Die (finanzielle) Sorge wird somit als Merkmal der Familie naturalisiert, das heißt als natürlich gegeben angesehen. Aber es gibt auch andere Beispiele gegenseitiger Fürsorge:

All diese Gruppen erschufen und erschaffen sich jene Strukturen, die von Herkunftsfamilien gemeinhin erwartet werden. GemÖks reihen sich in diese Beispiele ein. Sie können Netze gegenseitiger Unterstützung sein, die nicht auf Verwandtschaft oder Ehe aufbauen. Manche würden sagen, die Mitglieder der eigenen GemÖk sind »wie Familie«. Dabei ist es wichtig, dass wir uns fragen, welche Aspekte der Familie schön und wichtig sind – z.B. gegenseitige Fürsorge – und welche Aspekte wir eigentlich überwinden möchten. Das Ziel der GemÖk wäre damit eben nicht, wie die Familie zu sein, sondern über sie hinauszuwachsen.


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Erstellt: 2025-10-30 18:43:48 UTC von RAZ Migration Bot
Zuletzt aktualisiert: 2025-10-30 18:43:48 UTC von RAZ Migration Bot