Die Rolle der Moderation Wenn ihr eine Gruppe begleitet, hilft eine klare Rollenverteilung. Inhalt und Ergebnisse werden von der Gruppe bestimmt und erarbeitet – die Moderation unterstützt. Durch die zentrale Rolle im Prozess kann sie sehr viel Einfluss auf Verlauf und Ergebnisse der Arbeit nehmen. Deshalb ist es wichtig, dass sich Moderierende klar machen, dass sie inhaltlich unbeteiligt, also „neutral“, sein sollten. Sind sie das nicht, besteht die große Gefahr, dass sich einzelne Teilnehmende durch die Moderation benachteiligt fühlen und sie in ihrer Rolle nicht mehr anerkennen. Euer Ziel sollte es nicht sein, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, sondern vielmehr der Gruppe die Chance zu eröffnen, ein gutes Ergebnis im Rahmen der Möglichkeiten zu erreichen. Welche Haltung sollte ein*e Moderator*in mitbringen und ausstrahlen? Neutralität – zwischen den Gruppenmitgliedern. Die Moderation sollte alle Teilnehmenden fair und gleichberechtigt behandeln. Objektivität – im Thema. Als Moderation solltet ihr eure eigene Meinung nicht in den Prozess einbringen; es geht um die Diskussionen und Ergebnisse der Gruppe. Das schließt nicht nur Mitdiskutieren aus, sondern auch das Bevorzugen einer bestimmten Position. Souveränität - in unsicheren Momenten. Bei der Moderation sollen die Teilnehmenden bei der Moderation Orientierung finden können. Ihr habt den Fahrplan im Blick und Alternativen zur Hand. Das bedeutet nicht, dass ihr nicht auch unsicher sein dürft; geht mit euren eigenen Unsicherheiten ruhig transparent um. Versucht, wenn möglich aber auch ein weiteres Vorgehen für die Situation vorzuschlagen. Knowhow – bei der Entscheidung über Methoden und Ablauf. Die Moderation sollte in der Lage sein, Entscheidungen zu begründen und verständlich zu erklären, damit die Teilnehmenden sich auf die Fragen und Inhalte konzentrieren können. Welche Ziele verfolgen Moderator*innen? Moderator*innen setzen keine eigenen ergebnisbezogenen Ziele. Sie orientieren sich an den Zielen, die sich die Gruppe selbst gegeben hat. Natürlich hat sie aber Ziele bezogen auf die Gestaltung des Arbeitsprozesses: Gleichberechtigung aller Teilnehmenden Die Moderation will die „Betroffenen zu Beteiligten“ machen. Alle Teilnehmenden einer Gruppe sind gleichberechtigt. Jede Sichtweise ist gleich wichtig für das Ergebnis, egal ob außerhalb dieses Settings vielleicht Hierarchien bestehen. Das muss klargestellt werden und ist oft schwieriger, als es klingt, da die üblichen Verhaltensweisen meist nicht sofort geändert werden. Aktivierung und Einbindung aller Teilnehmenden in den Prozess Auch die Positionen der stilleren Teilnehmenden sollen im Prozess vertreten sein. Moderator*innen möchten nicht nur die Meinungen der üblichen Vielredner*innen einbeziehen, sondern die aller Teilnehmenden, weil erst dann ein möglichst komplettes Bild entsteht. Ein produktiver Arbeitsprozess Als Moderator*in wollt ihr Gruppen in der Zusammenarbeit unterstützen. Um gut zu kooperieren, brauchen die meisten Gruppen einen gewissen Rahmen von Vereinbarungen, eine Abfolge, in der Themen bearbeitet werden, einen gemeinsamen Weg, wie diese zu bearbeiten sind. Die Moderation schlägt entsprechende Methoden vor, um diesen gemeinsamen Rahmen zu schaffen. Gruppendynamik, Vernetzung und Kennenlernen unter den Teilnehmenden fördern Gruppendynamik zwischen Menschen läuft immer ab und lässt sich nicht wirklich steuern. Die Moderation sollte die Dynamik aber im Blick haben, um Methoden und Arbeitsweisen anbieten zu können, die das Miteinander der Teilnehmenden mit bedenkt und positiv unterstützt. Nachhaltigkeit des Prozesses und der Motivation über die Moderation hinaus Aus einem Arbeitsprozess sollen Teilnehmende mit dem Willen und der Möglichkeit herausgehen, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Dafür versucht ein*e Moderator*in den Prozess auf einer positiven Note zu beenden und einen Alltagstransfer zu ermöglichen. Hierzu gehören Reflexion und Feedback genauso wie das Vereinbaren von konkreten nächsten Schritten. Welche Aufgaben hat ein*e Moderator*in? Die Gruppe und ihre Dynamik beobachten und analysieren Was passiert gerade in der Gruppe? Können sich alle einbringen? Ziehen sich Einzelne zurück, und wenn ja, warum? Sind die Teilnehmenden zufrieden mit dem Prozess? Entstehen gerade oder gibt es bereits Konflikte unter den Teilnehmenden? Diese Fragen muss ein*e Moderator*in im Blick behalten, um die Gruppe sinnvoll zu unterstützen. Gute Rahmenbedingungen schaffen Zeitfenster, Struktur und Ablauf müssen von Moderator*innen für die Gruppe transparent gemacht werden. Das bedeutet auch, eine angemessene und angenehme Umgebung zu schaffen und umfasst u.a. Raumgestaltung, Material und ggf. Verpflegung. Bestimmte Methoden brauchen Vorbereitung, Stühle und Tische müssen richtig stehen, das passende Material muss vorhanden und sinnvoll platziert sein. Auch der gewählte Raum und die Verpflegung schaffen Stimmung und Atmosphäre und haben einen Einfluss auf den Arbeitsprozess und Ergebnisse. Hierzu gehört auch die Frage, ob die Teilnehmenden trotz Einschränkungen an allem partizipieren können. Ansonsten sollten anderen Methoden, Räume, etc. gewählt werden. Arbeitsprozesse mit Methoden und anderen Hilfestellungen begleiten Die Moderation stellt die Methoden, die Teilnehmenden füllen diese mit Aussagen und Inhalten. Dabei versteht sie sich als Hilfe für die Teilnehmenden und richtet diese Hilfestellung immer wieder neu am Prozess, den Wünschen und den Bedürfnissen der Teilnehmenden aus. Inhalte und Diskussionen strukturieren Als Moderator*in sollt ihr dabei helfen, dass eine strukturierte Bearbeitung von Themen möglich wird. Ihr verhindert, dass mehrere Themen durcheinander diskutiert werden oder ohne greifbares Ergebnis beendet werden. Inhalte und Ergebnisse sichern Moderation hält alle Ergebnisse sichtbar fest und zeigt den Teilnehmenden auf, was bereits erarbeitet, festgelegt oder entschieden wurde.