Plenumskultur und -struktur Hier werden Informationen und Vorschläge gesammelt,die Gruppen dabei helfen können, ihre Plena schöner, produktiver oder offener zu gestalten. Dazu gehören sowohl allgemeine Konzepte, als auch Beschreibungen von konkreten Methoden und Rollen, sowie Beispiele, wie ein Plenum ablaufen kann. Allgemeines zu Plena Grundlagen Das Plenum ist eine Strategie (von vielen) um Absprachen und Entscheidungen zwischen mehreren Menschen zu treffen. Oft wird dabei versucht, im Konsens zu entscheiden. Diese Seite basiert auf Plenum.PDF. Vorbereitung und Moderation In vielen Gruppen ist die Ansicht verbreitet, dass ein Plenum gut vorbereitet und gut moderiert sein muss, damit keine ewigen Diskussionen entstehen und ein bestimmtes Zeitlimit eingehalten werden kann. Deshalb werden oft bestimmte Personen gefunden, die diese Aufgabe übernehmen - und das oft regelmäßig - da es sonst keins übernehmen möchte. Ausdiskutieren oder Verschieben? In vielen Plenas kommt es deshalb zu Situationen, in denen Diskussionen von der Moderation abgewürgt werden, Redebeiträge nicht gehört werden, TOPs vertagt werden oder Menschen genervt gehen. Wenn immer dieselbe(n) Person(en) moderier(t/en), wird das oft durch persönliche Konflikte und Gewohnheiten verstärkt. Denn eine neutrale und objektive Moderation gibt es nicht. Kollektiv Moderieren Ein Ansatz, dieses Problem anzugehen liegt darin, die Plenumsvor- und Nachbereitung und die Moderation auf möglichst viele Menschen zu verteilen. Dafür gibt es verschiedene Methoden, die eigentlich alle auf ähnliches abzielen: Menschen sollen sich vor dem Plenum schon Gedanken machen, was sie am Ende des Plenums erreicht haben wollen, und welche Rolle sie im Plenum einnehmen möchten. Die Werkzeuge sichtbar machen Ein Grundprinzip, um dieses Ziel zu erreichen, ist es, die kollektiven Werkzeuge und Methoden möglichst sichtbar zu machen. Das fängt bei euren Handzeichen an, geht über Moderationsmethoden, Protokolle und Tafeln oder Whiteboards weiter und hört bei ToDo-Listen, Kalendern, Wikis, und Ähnlichem auf. Erstellt Übersichten, klebt diese an die Wand, speichert sie in einer Cloud, schickt sie an neue Menschen und achtet dabei auf sprachliche und geistige Barrieren. TOPs möglichst klar einordnen Ein weiteres Prinzip ist es, sich vorher schon Gedanken zu machen, was mit einem TOP (Tagesordnungspunkt) überhaupt erreicht werden soll. Möchte ich nur ein Update geben und Informationen teilen? Will ich nur eine Entscheidungsfrage stellen, um eine Legitimation für meinen Plan zu erhalten und habe sonst alles was ich brauche? Gibt es einen Termin , den ich teilen möchte, wofür es aber nichts weiter braucht? Gibt es ein unerledigtes ToD o, das einfach nur einen Hut braucht? Habe ich eine Situation erlebt, die mich gestört hat, wofür ich gerne einfach kurz Awareness schaffen würde? Oder habe ich vielleicht eher: Eine Idee die ich teilen und diskutieren möchte, oder ein Projekt bei dem ich noch Hilfe brauche? Einen Prozess , den ich anstoßen möchte, weil ich etwas verändern möchte oder immer wieder Situationen auftreten, die mich stören? Einen Konflikt , mit dem ich nicht weiter komme, und für den ich Hilfe brauche? Diese fettgedruckten "Kategorien" sind hier absichtlich unterteilt: Die TOPs in der ersten Liste lassen sich gut innerhalb kurzer Zeit abschließen, während die Zweite Liste eher Punkte beinhaltet, die einer Auslagerung in eine Kleingruppe oder eventuell sogar ein separates Treffen bedürfen, in dem ihr euch nur diesem Thema widmet. Natürlich könnt ihr euch auch eigene Kategorien überlegen, die für euch mehr Sinn ergeben. Wichtig ist, dass ihr sie möglichst sichtbar auf einem Whiteboard oder einer Tafel darstellt, und die TOPs dort eintragt. Prozessvorschläge Während dem Plenum, falls ihr das Gefühl habt euch im Kreis zu drehen, oder zu lange zu brauchen - könnt ihr euch gegenseitig unterstützen, indem ihr der Gruppe einen Vorschlag unterbreitet, wie ihr weiter vorgehen könntet. Das kann z.B. sein: Eine Kleingruppe bilden Ein Extra-Treffen ansetzen (oder einen Plenumstermin umwidmen) Hüte (Aufgaben) verteilen Eine Widerstandsabfrage machen ... Nachfragen Manchmal kann es vorkommen, dass einfach peinliche Stille herrscht, oder keins mehr weiter weiß. In der Regel ist es dann eine gute Idee, der Person, die den Punkt eingebracht hat, nochmal Raum zu geben. Das geht zum Beispiel durch Nachfragen: Brauchst du dafür noch etwas? Wie geht es dir mit der Lösung? Bist du zufrieden damit? Kannst du das nochmal anders erklären? Wünschst du dir etwas bestimmes? ... Emotionen Raum geben Das Nachfragen hilft besonders, wenn keine sachliche Diskussion mehr möglich ist, weil Emotionen und Konflikte im Raum stehen. In so einem Fall, ist es wichtig, das Sachthema hinten anzustellen und den Emotionen Raum zu geben. Nichts ist toxischer für euer Gruppenklima, als Punkte, die unter emotionalem Druck abgeschlossen werden oder sogar obwohl Menschen aufgrund von Emotionen das Plenum verlassen haben. Frust und Zeitdruck Einen Punkt ohne weiteren Prozess auf das nächste Plenum zu verschieben, ist für die einbringende Person oft frustrierend und sollte daher nur in Ausnahmefällen passieren. Ebenso ist es oft frustrierend, wenn das Plenum zu lange dauert, oder Menschen regelmäßig vor Ende des Plenums gehen müssen. Gleichzeitig solltet ihr euch nicht von Einzelpersonen unter Zeitdruck setzen lassen, weil sie zu wenig Zeit für eure Gruppe haben. Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht - wenn nicht im Plenum, dann an einem Extra Termin! Fazit Plenum Um Frust und Hierarchien zu vermeiden, solltet ihr alle gemeinsam daran arbeiten, dass ihr eine erfolgreiche Plenumskultur lebt, anstatt diese Verantwortung an wenige Moderator*innen abzugeben. Haltung zueinander Am wichtigsten für produktive sowie auch angenehme Plenumsabläufe sind keine "Tipps", sondern die  Haltung der Teilnehmenden zueinander. Ist diese geprägt durch Respekt, Wertschätzung, (transparenter) Kommunikation auf gleicher Augenhöhe und den Versuch, sich in die Anderen hineinzuversetzen und gemeinsame Lösung zu finden, so lässt sich letztlich echt wenig falsch machen. Haltung der Freundschaft Ich selbst bevorzuge dafür das Bild einer „Haltung der Freundschaft“. Freundschaft ist dabei allerdings nicht im Sinne des bürgerlichen Begriffsverständnisses gemeint, sondern geht über dessen exklusives und personalisiertes Konzept deutlich hinaus. - P. W. Alle Teilnehmenden haben etwas mitzuteilen, haben Erfahrungen, Prozesse durchlebt oder Fertigkeiten. Das spielt alles in die Dynamik ein. Hat eine Person besonders viel Arbeit in einen Prozessvorschlag gesteckt, den du jetzt aber nicht gut findest? Oder hat eine Person Wissen, das die anderen nicht haben? Das führt schnell zu negativen Gefühlen und schlechter Haltung zueinander. Eine transparente Kommunikation ist deswegen eine wichtige Voraussetzung . Diese ermöglicht es, Konflikte/Spannungen zu sehen und eine Lösung zu finden. Z. B. dass ungewollte Wissenhierarchien erkannt und abgebaut werden. Intransparente Kommunikation verhindert das Ausräumen solcher Dinge. Es ist wichtig, intransparente Kommunikation zu erkennen (z. B. an entscheidungsrelevanten Seitengesprächen oder an Verweisen auf andere unklare Entscheidungsebenen erkennen). Ein weiter Aspekt ist unsere Intention. Es mag offensichtlich klingt, aber es ist os wichtig im Blick zu behalten. Mit welcher Intetion gehen Menschen in ein Plenum bzw. diskutieren miteinander? Hat eine Person die Intetion etwas bestimmtes zu machen und braucht die Gruppe eher dafür oder will die Person gerne zusammen mit der Gruppe einscheiden, ob das angedachte sinnvoll ist und es dann gemeinsam machen? Wir können uns selbst immer versuchen, die Frage zu stellen. Was will ich gerade erreichen? Warum mache ich, was ich gerade mache? Und dann führt es uns wieder zurück auf die transparente Kommunikation. Denn als Nächstes stellen wir uns die Frage: Habe ich Intentionen, die ich der Gruppe mitteilen sollte? Will ich diese Intentionen haben? Ressource von Meinungsvielfalt Alle TeilnehmerInnen an einem Treffen haben eine eigene Weltsicht und Welterkenntnis. Wir tendieren als Individuen dazu unsere Meinung der Gruppe unterzuordnen. Es ist wichtig die Meinungsvielfalt in einer Gruppe sowie die eigene abweichende Meinung als Ressource zu erkennen. Wichtig dabei ist, es geht nicht darum, dass alle immer ihre Meinung sagen oder es nicht auch falsche oder diskriminierende Meinungen gibt. Und auch Konsensfindung und Einhaltung des Konsens ist wichtig, wir können eben nicht immer alle Meinungen zusammen umsetzen. Es geht viel mehr darum, dass wir Ergebnisoffen an Prozess dran gehen. Dass wir akzeptieren, dass es auch nach langen Diskussionen widersürchliche Psoitionen in der Gruppe geben kann und das okay sein kann. Das Streiten über Analysen des Bestehenden sowie über Strategien und Taktiken, ist wesentlicher Bestandteil emanzipatorischer Praxen. Dieses ist notwendig und braucht Zeit. Und natürlich ist es in diesem Prozess wichtig, dass Verhätnis zu wahren und eine Diskussion über Uneinigkeit nicht überhand nehmen zu lassen. Es muss auch okay sein gewisse Dinge nicht klären zu können und erstmal weiter zusammen zu arbeiten. Ziel- und Prozessorientierung Einen weiteren Ausdruck findet die eingenommene Haltung im Umgang mit dem Verhältnis zwischen Ziel- und Prozessorientierung: Zielorientierung ist wichtig – alle wollen Ergebnisse erreichen. Wird ein Ziel dabei jedoch auf Kosten eines unangenehmen Entstehungsprozesses erreicht, so bedeutet dieses spätestens mittelfristig eine Schwächung des Arbeitszusammenhangs. Prozessorientierung bedeut also das Beachten dessen, ob alle Beteiligten einen Entscheidungs- oder Diskussionsprozess mitgehen können, mag zunächst mehr Zeit erfordern, erhöht aber mittelfristig die Effizienz. Die Schwierigkeit besteht darin, Ziele zu erreichen und gleichzeitig den Prozess des Miteinander im Auge zu behalten. Schließlich werden Zusammenhänge nicht nur durch die Qualität der Argumente, sondern auch durch die Quantität der Mitwirkenden schlagkräftig. Deswegen ist die Frage „kommen alle mit?“ von zentraler Bedeutung. Diese Seite bassiert auf bessertreffen.pdf von peter_wolf@ipberlin.de, juni 2006 Hierarchiefre und Produktiv Die folgenden Hinweise sollen dazu beitragen, Treffen möglichst weitgehend hierarchiefrei und (auch insbesondere deswegen) produktiver zu gestalten. Diese Seite bassiert auf bessertreffen.pdf von peter_wolf@ipberlin.de, juni 2006 Pünktlich beginnen – Es liegt in der Verantwortung jeder/jedes Einzelnen dieses zu ermöglichen. Dies ist nicht nur eine Frage des Ernstnehmens des Arbeitszusammenhangs sondern vor allem auch Ausdruck von Respekt und Wertschätzung. Kommt etwas anderes Unverschiebbares dazwischen, so ist zumindest dieses transparent zu machen – spätestens beim Erscheinen. Gleiches gilt auch, wenn einerR früher gehen muss. Wichtig ist auch, dass das Treffen pünktlich beendet bzw. zumindest zum vereinbarten Schlusspunkt das weitere Verfahren gemeinsam neu bestimmt wird. Die Teilnahme an unbekannten sozialen Situationen ist oft mit Gefühlen von Unsicherheit oder gar mit Ängsten verbunden. Um diese zu minimieren sowie um Wertschätzung zu zeigen, ist es gut, eine  Visualisierungen  erhöhen sowohl Transparenz und damit Partizipationsmöglichkeiten als auch die Fokussierung auf den konkreten Diskussionsgegenstand. In jedem Fall sollte die  Tagesordnung (ausführlicher dazu später) für alle sichtbar sein (Tafel, Wandzeitung, Flipchart etc.). Dies verbessert die Orientierung aller („Wo sind wir gerade? Was kommt noch?“) und hat positive Effekte auf die „Sitzungsdisziplin“. Eine weitere sehr sinnvolle (möglichst ebenfalls visualisierte) Einrichtung ist ein  Themenspeicher . Hier werden alle die Diskussionspunkte und Ideen notiert, die in den Sitzungen neu entstehen und einer eigenständigen ausführlicheren Diskussion bedürfen. Damit wird verhindert, dass (wichtige) Ideen und Diskussionspunkte vergessen werden. Auch beruhigt die schriftliche Fixierung den/die EinbringerIn und erhöht damit die Konzentrationsfähigkeit auf den aktuellen TOP. Weiter hilft der Themenspeicher abschweifende Diskussionen in Grenzen zu halten. Natürlich muss der Themenspeicher protokolliert werden. Teilhabefördernde Methoden  machen mehr Möglichkeiten möglich. Insbesondere für kleinere Gruppen (< 20) bieten sich z.B. folgende Methoden an: Brainstormings, Kartenfragen, Tuschelrunden, Kleingruppen, Blitzlichter (Rundläufe) etc. Bei größeren Gruppen empfehlen sich z.B. open space, fishbowl-diskussionen, Kleingruppen, Tuschelrunden. Dabei sollte beachtet werden, dass  Methode „regelhaftes Handeln“ bedeutet. In Rundläufen gilt so z.B., dass keine neuen Diskussionsbeiträge abgegeben werden und tatsächlich ohne Unterbrechung eine Person nach der anderen an die Reihe kommt (wobei natürlich in einem Rundlauf nicht zwingend etwas gesagt werden muss – auch schweigend weitergeben ist eine Position). Nicht methodisch korrekt verwendete Methoden erzielen oft kontraproduktive Effekte. Zur  Ergebnissicherung ist ein (zeitnahes) Protokoll wichtig. Weiter gilt, Ergebnisse einer Diskussion am Ende eines TOPs noch einmal zusammenzufassen und die Zustimmung darüber abzufragen. Aufgabe der protokollierenden Person ist es, darauf zu achten, dass dieses geschieht. Zur Ergebnissicherung gehört auch, delegierte und übernommene Arbeitsaufträge am Ende eines TOPs deutlich zu benennen und zu protokollieren . Schließlich hat die protokollierende Person die Aufgabe, die Verteilung des Protokolls zu gewährleisten. Bei der Verteilung und Delegation von Arbeitsaufträgen und der Entwicklung von Plänen ist möglichst eine  Kapazitäts- und Motivationstransparenz herzustellen. Dies soll einerseits einem, in linken Zusammenhängen durchaus regelhaft vorkommenden, „Verheizen“ vorbeugen und andererseits die Realitätsnähe der Planungen erhöhen. Aus dem guten Vorsatz heraus, möglichst schnell zum Ende zu kommen, werden vielfach  Pausen vergessen. Dabei wird verkannt, dass Pausen in aller Regel letztlich den Sitzungsablauf beschleunigen, da sie nicht nur die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, sondern auch Gelegenheit geben, Luft abzulassen. Wichtig dabei ist, dass Pausen nicht „ausfransen“. Pausen sollten gleichzeitig gemacht aber nicht zwangsläufig gemeinsam verbracht werden. In Situationen von Konzentrationsmangel oder „dicker Luft“ können darüber hinaus kurze  Spiele wach machen und entspannen. Natürlich gilt, welcheR nicht mag, spielt nicht mit. In aller Regel werden in politischen Zusammenhängen  Emotionen nicht besonders beachtet – schließlich sind wir cool und durch und durch rational... Dadurch, dass vielfach Emotionen nicht als wichtiger Hinweisgeber genutzt werden, bleibt eine wichtige Quelle menschlichen Fortschritts unbeachtet. Emotionen haben auch in politischen Kontexten eine wichtige Funktion und verweisen z.B. auf bestehende Dissense oder Prozessstörungen. Konfliktfähigkeit  – Konflikte sind nicht unbedingt angenehm. Dass Konflikte entstehen, ist aber nicht nur Alltag, sondern auch hilfreich, denn sie können Orte mit höchstem Lernpotenzial sein. Allerdings gilt dieses nur, wenn es gelingt, diese Konflikte solidarisch und in gegenseitigem Respekt zu bearbeiten. Störungen  (z.B. Unruhe, sichtbare Kränkungen oder Desinteresse bei größeren Teilen der Teilhabenden) haben Vorrang vor dem eigentlichen Diskussionsthema. Im Prozess sind sie wertvolle Hinweise darauf, dass „etwas“ nicht stimmt. Sehr oft ist eine Klärung hier nicht nur sehr lohnend (insbesondere für das Klima der Zusammenarbeit, aber ebenfalls zur Aufspürung inhaltlicher Differenzen), sondern auch notwendig, da ohne die Behebung der Störung die Konzentration auf den eigentlichen Diskussionspunkt geringer ist. Feedback und Kritik  zu geben bzw. zu bekommen, ist nicht leicht, aber essentiell wichtig. Es ist demzufolge sinnvoll, zumindest am Ende eines Treffens eine Kritikrunde zu machen. Dabei ist anzuraten, nach einer solchen Kritikrunde eine Möglichkeit zum Austausch zu gewährleisten, damit Kritisierte sich kurz erklären oder benannte kritische Wahrnehmungen bestärkt werden können. Unausgesprochene (insbesondere die von der zu kritisierenden Person dennoch „irgendwie“ bemerkte) Kritik ist mittel- und längerfristig sehr kontraproduktiv. Missstöne, die eventuell beim Aussprechen der Kritikpunkte entstehen können, sind demgegenüber in der Regel lediglich kurzfristig unangenehm Kritik wird meist nur als nnegative gedacht. Vergessen wird, dass es auch ppositive Kritik gibt und diese ebenso wichtig ist. Nicht gemeint ist hier der Unterschied zwischen destruktiver und konstruktiver Kritik. Negative Kritik bedeutet, zu benennen was stört; positive Kritik bedeutet, zu benennen, was gut ist. Positive Kritik wird selten und eher als Bestätigung bei wahrgenommenen Selbstzweifeln oder beiläufig geäußert. Das Annehmen positiver Kritik fällt häufig noch schwerer als negative Kritik. Beim Formulieren von positiver Kritik ist zu vermeiden, dies in einer „altväterlichen“ Weise zu tun. Nicht erst seit den Zeiten des neoliberalen „JedeR gegen JedeN“ wird eine geübte negative Kritik von der kritisierten Person oft als ein Angriff auf die eigene Kompetenz, auf den eigenen kleinen „Standort“ im Krieg aller gegen alle gedeutet. Deswegen mündet das Benennen von Kritikpunkten nicht selten in einer Aufrechnerei. Verkannt wird dann, dass wir uns (fast) nur durch die Spiegelung anderer sselbst erkennen uund wweiterentwickeln können. Empfehlungen zum (An-) Nehmen von Kritik Setzen lassen, Ruhe bewahren – es ist nicht notwendig, auf eine Kritik sofort zu reagieren. Vor einer Reaktion empfiehlt es sich, sich ein wenig Zeit zu nehmen und in Ruhe darüber nachzudenken. Nicht jede Kritik ist richtig und berechtigt, nicht jede Kritik brauche ich mir anzuziehen. Weil Kritik zu geben schwierig und unangenehm ist, sollte ich mir verdeutlichen, dass an mir geübte Kritik ein Zeichen von Wertschätzung ist. Empfehlungen zum Geben von Kritik Wie etwas gesagt wird, ist immer wichtig. Die Lebensweisheit dazu lautet: „Der Ton macht die Musik“. Für den Fortgang einer Auseinandersetzung ist weniger wichtig, was ich sage, sondern vor allem, was ankommt. Damit mein von mir kritisktes Gegenüber meine Kritik besser annehmen kann, sollte ich möglichst zunächst meine Wertschätzung verdeutlichen, also etwas Positives an ihr/ihm als Erstes benennen. Meine Kritik ist die von  mir wahrgenommene. Verallgemeinerungen sind zu vermeiden. Ein „du bist so und so“ ist z.B. eine solche. Kritik sollte deswegen als Ich-Botschaft gesendet werden, z.B. „bei mir kommt das so und so an“. Dies ist keine heuchlerische Relativierung, sondern entspricht dem Sachverhalt, dass meine Wahrnehmung keine allgemeingültige ist. Sinnvoll ist, konkret zu kritisieren. Die Vokabeln „immer“ und „nie“ sind generelle Beziehungs-killer. Sie sind immer ungerechtfertigt und nie zu verwenden. Häufig wird Kritik nicht explizit adressiert, sondern ganz allgemein in die Runde gesagt. Damit werden aber die Entwicklungspotenziale des Kritisierens relativiert, und häufig verbleibt eine solche Kritik in einem moralischen Appell verhaftet, ohne den Adressaten/die Adressatin tatsächlich zu erreichen. Bei personalisierter Kritik ist es ein Zeichen guten Umgangs, wenn ich mein kritisites Gegen-über direkt anspreche und direkt anschaue. Zusammengefasst lässt sich sagen: Kritik ist ein Geschenk! Aber nicht jedes Geschenk braucht mensch anzunehmen. „Deutlich in der Sache und solidarisch mit der Person“ ist ein guter Leitspruch. Soziales miteinander nach Treffen bringt nicht nur eine bessere Arbeitskultur miteinander mit sich, sondern sollte insbesondere auch allen offen stehen. Dieses auch, weil die Motivation in einem politischen Kontext mitzuarbeiten nicht selten (zunächst) daraus resultiert, ein reicheres soziales Leben zu leben. Fraktionierungen sind zwar nicht immer zu vermeiden, sie sollten jedoch nach Möglichkeit nicht direkt im Anschluss an Treffen stattfinden. Keine Angst vor externer Hilfe – Politische Kontexte sind häufig beratungsresistent. Das schwächt die politische Schlagkraft. Stattdessen gilt, dass es eben keine Schwäche, sondern im Gegenteil eine Stärke ist, sich bei Problemen beraten zu lassen. Sinnvoll ist dabei, dass der/die externe BeraterIn nicht direkt involviert ist, aber mit der generellen Zielstellung des Arbeitszusammenhangs sympathisiert. Diese Seite bassiert auf bessertreffen.pdf von peter_wolf@ipberlin.de, juni 2006 Aufgaben aller TeilnehmerInnen Die TeilnehmerInnen können natürlich den Sitzungsablauf positiv beeinflussen. Folgende Verhaltensweisen sind dabei zu empfehlen: Nicht bluffen lassen und nicht bluffen   – Sich bluffen lassen funktioniert so: Ich verstehe in einer Diskussion etwas nicht (ein Wort, einen Verweis o.ä.) und frage nicht nach. Damit möchte ich verhindern, dass ich für dumm gehalten werde. Natürlich ist gerade dieses Verhalten dumm und schon die Sesamstraße hat uns beigebracht: „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm“. Auch kann mensch sich in aller Regel sehr sicher sein, dass es mindestens eine weitere Person gibt, die sich ebenfalls bluffen lässt und sich ebenfalls nicht traut nachzufragen. Aktiv zu bluffen ist noch größerer Mist. Eine sehr weit verbreitete Form des aktiven Bluffens versteckt sich häufig hinter Aussagen wie „Fast alle ExpertInnen sagen, dass ...“ oder „Wie in Untersuchungen nachgewiesen wurde, ist ...“. Auch „Namedropping“ („Mit Abendroth stimme ich dem zu.“) oder unklare und unerklärtes Theorieverweise zeigen vielleicht, wie klug ich bin, sind jedoch sehr kontraproduktiv für gemeinsames Arbeiten. Damit ist jedoch nicht gemeint, eine – durchaus sehr wertvolle – Quellenangabe für Gedachtes zu benennen. Verständliches Reden in einer einfachen Sprache ist nicht leicht. Da wir aber sehr unterschiedlichen Sozialisationsbedingungen ausgesetzt waren und sind, sollte dieses Ziel sein. Bei den einen gab es im Elternhaus massenhaft Bücher, und Konflikte wurden ausdiskutiert. Bei anderen gab es wenige Bücher, und Diskussionen wurden kaum geführt. Das hat Konsequenzen für eine Zusammenarbeit. Eine elaborierte (d.h. differenziert ausgebildete) Sprache mag sich für die einen gut anfühlen – andere werden dadurch jedoch ausgegrenzt. Insgesamt lässt sich sagen, dass Bluffen unter emanzipatorischer Perspektive fatal ist. Neben der Sesamstraße hat die EZLN (Chiapas/ Mexiko) die emanzipatorische Leitlinie dazu formuliert: „Fragend schreiten wir voran“. Spezifische Sprache vermeiden oder immer wieder erklären   – In fast allen Zusammenhängen bilden sich mit der Zeit spezielle Sprachanteile heraus. Schon so mancher „Antirabüti mit Büchern vom Roten in der FuZo“ hatte Besetzungsprobleme, weil nicht alle Anwesenden wussten, worum es dabei geht. Bezug nehmen   – Für Diskussionsprozesse ist es hilfreich, wenn ich konkrete Bezüge zu anderen Redebeiträgen herstelle und einen eigenen Redebeitrag zurückstelle, wenn er einen neuen Diskussionspunkt aufmacht, der aktuelle jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Wiederholungen vermeiden, aber Positionen unterstützen   – Bereits gesagttes braucht nicht erneut formuliert werden. Sinnvoll ist es allerdings deutlich zu machen, dass eine Position unterstützt wird. Dazu reicht ein kurzes „Ich schließe mich x an“. Redende unterstützen   – Es ist nicht leicht zu reden, wenn eineR in ausdruckslose Gesichter blickt. Augenkontakt oder leichtes Nicken als Zeichen, dass ich verstehe, was die Aussage des Statements ist, kann hier Abhilfe schaffen. Moderation unterstützen   – Zu moderieren ist keine leichte Aufgabe. Deswegen sollten alle nach Möglichkeit bei der Bewältigung dieser Aufgabe die Moderation unterstützen, was allerdings keinesfalls darin münden sollte, der Moderation selbige aus der Hand zu nehmen. Nicht moderationsfixiert reden   – Die Machtposition der Moderation führt des öfteren dazu, dass Redende sich nicht an alle Anwesenden wenden (z.B. den Blick in der Runde herumgehen lassen), sondern ausschließlich ihr Statement an die Moderation richten. Das stärkt nicht nur die Macht der Moderation, sondern belastet diese auch. Kurz fassen   – Sicher ist es zuweilen notwendig, für die Entwicklung mancher Gedanken Zeit zu haben. Dennoch gilt „in der Kürze liegt die Würze“. Ein weiterer Sinnspruch dazu kommt aus der Bildungsarbeit. Dort gilt: „Du darfst alles sagen, es sollte jedoch nie fünf Minuten überschreiten“. Zustimmung signalisieren  – Sehr häufig wird nach dem Motto „welcheR schweigt stimmt zu“ beim Versuch von Moderation oder Diskussionsleitung ein Ergebnis zu formulieren regungslos verharrt. Sinnvoller ist stattdessen nicht nur Widerspruch, sondern auch Zustimmung zu signalisieren. Ein erprobtes Mittel ist dabei ein Händewedeln der Zustimmenden. Plenumsabläufe Eine Sammlung von Vorschlägen und Gedanken, wie ein Plenum gut ablaufen kann. Vorbereitung Entnommen aus bessertreffen.pdf Ein Treffen beginnt nicht erst mit dem konkreten Sitzungsbeginn. Bereits im Vorfeld können verschiedene Faktoren den Ablauf eines Treffens positiv beeinflussen. Absagen sind wichtig, denn sie vermeiden Unsicherheiten bzw. Irritationen ("Was ist denn mit...?"). Sie sollten möglichst im Vorfeld erfolgen (z.B. wegen möglicher Auswirkungen auf die Tagesordnung), spätestens jedoch zur Sitzung mitgeteilt werden (um Verzögerungen zu minimieren). Im Zuge der zu begrüßenden Absicht, Dominanzen zu vermeiden, sind zuvor zusammengestellte Materialien , die bspw. nicht allen bekannte Sachverhalte zusammenstellen oder bislang bekannte Argumente zu einem Diskussionsstand zusammenzufassen, etwas aus der Mode gekommen. Solche Materialien helfen jedoch, Diskussionen zu strukturieren. Hilfreich ist, wenn sie den Teilnehmer*innen vor dem Treffen zukommen. Eigentlich unabdingbar sind Vorlagen , die eine Veröffentlichung des Arbeitszusammenhangs vorbereiten. Auch Ergebniszusammenfassungen aus der Diskussion beauftragter Arbeitsgruppen sind sinnvoll als Vorlage einzubringen. Demgegenüber sind aus herrschaftskritischer Sicht solche Vorlagen problematischer, die eine bestimmte Position parteiisch unterstützen. Solche Vorlagen haben keine "Lexikonfunktion", sondern beeinflussen häufig (bewusst oder unbewusst, beabsichtigt oder unbeabsichtigt) die Meinungsbildung im Vorfeld. Aufgrund der investierten Arbeitszeit sind alle Vorlagen auch ein Ausdruck von Wertschätzung der Vorbereitenden. Vorlagen sollten nach Möglichkeit laut gemeinsam gelesen und Verständnisfragen gleich geklärt werden. Sitzordnung und Raumgestaltung – Für Stimmung und Klima ist auch die Gestaltung des Raumes von Bedeutung. In einem sterilen, hässlichen Raum lässt sich schlechter diskutieren als in einem angenehmen Raumklima. Noch wichtiger ist die Sitzordnung. Die beste Form ist der Stuhlkreis in dem sich alle gegenseitig sehen können. Tische erhöhen den Abstand zwischen den Diskutierenden. Für diejenigen, die etwas aufschreiben wollen, bietet sich an, ein Klemmbrett zu benutzen. Ablauf von Treffen – Tagesordnung Die Tagesordnung  (TO) ist das zentrale Mittel den Ablauf von Treffen zu gestalten. Die endgültige Tagesordnung wird erst beim Treffen festgelegt. Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, die Tagesordnung für alle gemeinsam zu  visualisieren  . Zur Festlegung der Tagesordnung gehört auch eine  gemeinsame Festlegung der Reihenfolge  der Tagesordnungspunkte und  des Zeitrahmens  der Treffen. Besonders eine eventuell stattfindende Moderation ist gefordert, die Tagesordnung und die Prioritätenfestlegung  im Auge zu behalten  und eine Behandlung (d.h. auch eine bewusste Vertagung) aller Tagesordnungspunkte (TOPs) zu gewährleisten. Folgende Tagesordnungspunkte sollte eine TO regelhaft beinhalten: Vorstellungsrunde – für den Fall, dass sich nicht alle kennen Befindlichkeitsrunde  – diese soll für alle verdeutlichen, welche Stimmungen bestehen und welche Belastungen die Anwesenden haben Protokoll   – Klärung, wer es heute schreibt (ein Protokoll sollte möglichst  zeitnah   allen zugänglich gemacht werden) Zeitrahmen   für die heutige Sitzung festlegen. Auch sollten diejenigen, die früher gehen müssen, dieses an diesem Punkt transparent machen, Festlegen der Moderation des nächsten Treffens   (für den Fall, dass es eine geben soll). Günstig ist, wenn die Moderation des nächsten Treffens zugleich die Verantwortlichkeit für eine vielleicht erfolgende Einladung hat. Protokoll des letzten Treffens   (Ergänzungen, Beschlusskontrolle) Aktuelle Tagesordnungspunkte  (Ergänzungen sammeln und eine Reihenfolge gemeinsam festlegen) letzter TOP:   Abschluss- oder auch Kritikrunde  (was war gut, was war nicht gut) Vorschlag 1 Entnommen aus dem "Handbuch Gute Treffen" der Bewegungsschule Handout-Gute-Treffen.pdf Checkliste für gute Plena Vorbereitung Moderation und Co-Moderation (ggf. Technik-Support) festlegen Ort und Zeit festlegen ggf. Inputs verteilen oder Referent*innen einladen Einladung mit Agenda verschicken Neue Leute persönlich einladen (anrufen) Erinnerung verschicken (ggf. mit wer-macht-was, z.B. Snacks mitbringen) Interaktiven Einstieg und Abschluss überlegen Während des Plenums Ankommenszeit für Ankommen und Aufbau bzw. Technik-Check Agenda sichtbar aufhängen (online einblenden oder ins Pad) Zeit zum Kennenlernen/ Vorstellungsrunde mit Namen Protokoll schreiben Aufgaben verteilen (am besten alles Aufgaben für das nächste Treffen) Pause mit Snacks und Quatschen Informationen weitergeben Entscheidungen treffen bei Abstimmungen Stimmen zählen Gemeinsamer Abschluss und Ausblick Nachbereitung Aufräumen Protokoll und Aufgaben verschicken nächste Termine verschicken Tipps für Plena mit neuen Leuten Gebt neuen Leuten Raum zum Reden. Fragt sie aktiv nach ihrer Meinung. Lasst so auch stillere Menschen zu Wort kommen. Lasst Raum für lustige Momente. Baut Kleingruppen oder Murmelrunden (Zweiergespräche) ein. Benennt eine Ansprechperson für neue Leute oder nutzt Tandems/Buddies. Lasst in Pausen keine*n alleine stehen. Kombiniert Inhalte mit Möglichkeiten zum Beziehungsaufbau. Stellt Fragen und zeigt Interesse: Selbst wenn es euch Überwindung kostet, für neue Leute ist es noch schwieriger. Nennt möglichst alle beim (richtigen) Namen. Ermutigt alle und besonders neue Leute, Aufgaben zu übernehmen, die sie noch nie gemacht haben. Bietet an, Dinge zusammen zu machen, wenn das den Einstieg erleichtert. Aufgaben für Moderation und Co-Moderation ggf. Agenda vorbereiten (können auch andere machen) Willkommen heißen darauf achten, dass alle reden/zuhören, besonders, dass neue Leute auch gehört werden Entscheidungen herbeiführen auf die Zeit achten, besonders auf Pausen Themen zum Abschluss zusammenfassen Vorschlag 2 Plenumsrollen Moderation 1-2 Personen Vorbereitung Plenumsnachricht in Signalgruppe schreiben Protokoll des vorangegangenen Plenums nach ToDos durchschauen Tops sortieren, bei entspanntem Zeitplan aufgeschobene Tops rein nehmen oder Reflexionen machen (siehe: regelmäßige Tops) Reihenfolge festlegen (ggf. auf Prioritäten achten) Pause einplanen ggf. Methoden vorbereiten Check-In Frage überlegen -> Inspiration im Check-In Pad pünktlich sein sich bei Abwesenheit um Vertretung kümmern Aufgaben im Plenum siehe Plenumsablauf je nach Zeitplan Spiel vorschlagen straffer Zeitplan -> eher Abschlussspiel Entspannter Zeitplan -> Anfangsspiel möglich Rollen für nächstes Plenum abfragen Gesprächsleitung achtet auf Handzeichen leitet Entscheidungsfindungen auf Zeitplan achten Protokoll 1 Person Laptop/Tablet dabei haben Konsensergebnisse festhalten neue Arbeitskreise als Top für kommendes Plenum aufschreiben (ist der Arbeitskreis aktiv geworden?) ggf. verteilte Aufgaben als Top für kommendes Plenum aufschreiben und checken (ist alles in Arbeit?) auf Zeitplan achten sich bei Abwesenheit um Vertretung kümmern macht das nächste Mal Moderation, bzw kümmert sich darum, dass es eine Moderation gibt. Teilnehmende alle Vorbereitung letztes Protokoll überfliegen Tops ins Pad eintragen und vorbereiten kurze Beschreibung und Kategorie (Entscheidungs-Top, Info-Top, Diskussions-Top) dazuschreiben ggf. Methode vorschlagen Namen/Kürzel dazuschreiben, um ansprechbar zu sein realistischen Zeitrahmen angeben suuuper relevante Tops markieren für AK-Updates im AK absprechen, wer Update gibt und was wichtig ist Links für Anmeldungen, Gruppen, Informationsquellen ggf. Angeben Tops bei Abwesenheit delegieren Handzeichen beachten Auf ausgewogene Redeanteile achten der Moderation mit Verfahrensvorschlägen helfen Ablauf Plenum Jedes 3. Plenum im Monat ist abwechselnd ein KM-/ FLINTA*-Plenum oder ein Kritikplenum. Die anderen Plena finden nach folgendem Ablauf statt: 18:00 Uhr Plenumsbeginn!! Einstiegsspiel/Abschlussspiel abstimmen Check-In Top- Übersicht Hüte-Check Anfang des Monats Mail Bundesebene Instagram Updates der AKs Tops zwischendurch Pause/quatschen/essen Termine und Ankündigungen Check-Out ggf. mit kurzer Plenumsreflexion machen Regelmäßige Tops: Ausführlichere Plenumsreflexion KM-Reflexion Flinta-Runde Hüte Check AK-Übersicht und Updates Plenumsnachricht In die Signal-Gruppe wird vor jedem Plenum diese Nachricht geschrieben: 🚀Pleeeehehehenum🚀 Plenum ist wichtig für die Revolution. Die wollen wir haben, also sehen wir uns hoffentlich zahlreich am [Zeit][Ort] 🏋🏼‍♀️Aufgaben übernehmen und sichtbar machen: (Einfach entsprechenden Emoji an Nachricht anheften:) 🗯️Wer kümmert sich um leibliches Wohl (🍫🥨🍇) 🗯️Wer ist Moderation (🗽) 🗯️Wer schreibt Protokoll (📝) ✍🏼🤓Tops, die besprochen werden sollen gerne und am besten bald ins TopPad eintragen und bei der Gelegenheit vielleicht nochmal das letzte Protokoll durchlesen ❤️‍🔥Bis Mittwoch❤️‍🔥 Kritikplenumsnachricht Vor Kritik-Plena schreiben wir diese Nachricht: 🚀Pleeeehehehenum🚀 🪐Special Edition: Kritik ➡️ Was: Wir plenieren nur kurz (max. 20 Minuten) und besprechen drängende TOPs, danach starten die Kritik-Runden. ➡️ [Zeit] ➡️ [Ort] ❗Wichtig:❗ 1️⃣ Tragt euch so früh wie möglich (z.B. jetzt) ins Pad ein, wenn ihr wisst, dass ihr kommt. 2️⃣ Das Kritik-Plenum funktioniert nur mit Vorbereitung: Also mach dir auf jeden Fall im Vorhinein ein paar Gedanken. Im Pad findet ihr alle Infos zur Vorbereitung und zum Ablauf des Plenums. 🏋🏼‍♀️Aufgaben übernehmen und sichtbar machen: (Einfach entsprechenden Emoji an Nachricht anheften:) 🗯️Wer kümmert sich um leibliches Wohl (🍫🥨🍇) 🗯️Wer ist Moderation (für kurzen Plenums-Slot, Check-in& -out des Kritik-Plenums) (🗽) 🗯️Wer schreibt Protokoll (für kurzen regulären Plenums-Slot) (📝) \ ❤️‍🔥Lasst uns schließen mit den Worten: "Die Kunst der Kritik ist das Geheimnis des Fortschritts." (ChatGPT 2024)❤️‍🔥 Vorschlag 3 Entnommen aus bessertreffen.pdf Die Tagesordnung (TO) ist das zentrales Mittel den Ablauf von Treffen zu gestalten. Die endgültige Tagesordnung wird erst beim Treffen festgelegt. Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, die Tagesordnung für alle gemeinsam zu visualisieren . Zur Festlegung der Tagesordnung gehört auch eine gemeinsame Festlegung der Reihenfolge der Tagesordnungspunkte und des Zeitrahmens der Treffen. Besonders eine eventuell stattfindende Moderation ist gefordert, die Tagesordnung und die Prioritätenfestlegung im Auge zu behalten und eine Behandlung (d.h. auch eine bewusste Vertagung) aller Tagesordnungspunkte (TOPs) zu gewährleisten. Folgende Tagesordnungspunkte sollte eine TO regelhaft beinhalten: Vorstellungsrunde – für den Fall, dass sich nicht alle kennen, Befindlichkeitsrunde – diese soll für alle verdeutlichen, welche Stimmungen bestehen und welche Belastungen die Anwesenden haben, Protokoll – Klärung, wer es heute schreibt (ein Protokoll sollte möglichst zeitnah allen zugänglich gemacht werden), Zeitrahmen für die heutige Sitzung festlegen. Auch sollten diejenigen, die früher gehen müssen, dieses an diesem Punkt transparent machen, Festlegen der Moderation des nächsten Treffens (für den Fall, dass es eine geben soll). Günstig ist, wenn die Moderation des nächsten Treffens zugleich die Verantwortlichkeit für eine vielleicht erfolgende Einladung hat. Protokoll des letzten Treffens (Ergänzungen, Beschlusskontrolle) Aktuelle Tagesordnungspunkte (Ergänzungen sammeln und eine Reihenfolge gemeinsam festlegen) letzter TOP: Abschluss- oder auch Kritikrunde (was war gut, was war nicht gut) Moderation (fürs Plenum) Aufgaben von Moderation bzw. Redeleitung Gerade bei Zusammenhängen, die einen selbstorganisierten und hierarchiefreieren Anspruch verfolgen, ist zu fragen, ob überhaupt eine Moderation notwendig ist. Eine Moderation ist – ebenso wie ein Protokoll – immer mit einer gewissen Machtposition verbunden. Allerdings zeigt Erfahrung, dass Zusammenhänge häufig eine Phase der Moderationsnotwendigkeit durchlaufen, bevor sie die Moderationsaufgaben als gemeinsame Aufgabe wahrnehmen können. Eine Moderation sollte die Möglichkeit haben, sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Dazu gehört auch die Überlegung, ob es sich anbietet, für einen TOP bestimmte Methoden anzuwenden und dazu entsprech- ende Materialien zu organisieren. Die Möglichkeit der Methodenauswahl haben natürlich aber auch die TOP – EinbringerInnen. Eine Moderation hat immer das Problem, einen Rollenkonflikt zwischen der Moderationsaufgabe und dem Wunsch nach Teilhabe an der Diskussion auszuhalten. Im Zweifel gilt, dass eine Moderation sich zuguns- ten des Gesamtprozesses inhaltlich zurückhalten sollte. (In Konfliktmoderationen ist es nie angeraten, dass sich die Moderation parteilich positioniert, sie sollte stattdessen eine Haltung der Allparteilichkeit einnehmen.)   Konkret hat eine Moderation folgende Aufgaben: Im Vorfeld des Treffens die Einladung gewährleisten. Gerade bei Zusammenhängen mit langen Ab- ständen zwischen den Treffen bietet es sich an, ca. zwei Wochen vor dem Treffen unter Benennung der bislang bestehenden Tagesordnung einzuladen und um die Ergänzungen mit weiteren TOPs zu bitten. Gut ist dann, zwei Tage vor dem Treffen eine Erinnerung mit der geänderten Tagesordnung zu ver- schicken. Beim Treffen den Startpunkt setzen. Darauf achten, dass eine Vorstellungsrunde zu Beginn stattfindet, wenn sich nicht alle kennen. Wenn welche später dazukommen, diese kurz auf den Stand der Diskussion , des Ablaufs bringen . Redeleitung : Die Redeleitung umfasst insbesondere drei Punkte Reihenfolge der Redebeiträge beachten – hier bietet es sich aus Entlastungsgründen durchaus an, eine schriftliche Redeliste zu führen (was auf dem Papier steht, brauche ich nicht im Kopf zu behalten). Wichtig ist, dass die Redeleitung sich für inhaltliche Diskussionsbeiträge (also in ihrer Rolle als DiskussionsteilnehmerIn) selbst für die anderen sichtbar meldet. Für Redebeiträge in der Rolle der Moderation bzw. Redeleitung gilt dieses nicht – sie kann unabhängig von der Reihen- folge eingreifen. Es ist wichtig diesen Unterschied zu beachten, da es eine große Verführung ist, als Redeleitung (unbewusst) die damit verbundene Machtposition auszunutzen. Unterschiedliche Menschen unterscheiden sich auch in ihrem Redeverhalten. Es gibt die, die kein Problem haben vor größeren Gruppen das Wort zu ergreifen, und die, die sich dabei sehr unwohl fühlen. Es gibt Lang- und Kurzredende, es gibt Dozierende und Fragende. Es gibt die unterstützend Unterbrechenden und die übernehmenden UnterbrecherInnen. Noch immer lässt sich im Kommunikationsverhalten tendenziell eine geschlechtsspezifische Unter- scheidung feststellen. Es ist deswegen angeraten eine nach Geschlecht quotierte Redeliste zu führen. Auch bietet sich an, „WenigsagerInnen“ abweichend vom Zeitpunkt des Meldens auf der Redeliste vorzuziehen. Redeverhalten der Anwesenden – Alle haben etwas zu sagen und manchmal nicht eben wenig. Eine ebenso wichtige wie unangenehme Aufgabe der Redeleitung ist es, die Diskussionsdisziplin der Teilnehmenden zu erhöhen . Wiederholungen, Aus- und Abschweifungen gibt es allerorten, sind jedoch nicht förderlich. Hier zu intervenieren erfordert Mut, Durchsetzungsvermögen (d.h. sich beim Unterbrechen nicht unterbrechen lassen) sowie Taktgefühl. Zudem besteht die Gefahr, dass die Redeleitung sich von eigenen Sympathien oder Antipathien leiten lässt. Sinnvolle Inter- ventionen können hier sein: „Ich glaube, das Argument ist klar geworden, wolltest Du noch etwas Weiteres sagen?“; „Lass uns diesen Punkt gleich behandeln und zunächst XY fertig besprechen, ok?“. Die Redeleitung hat ansonsten zu gewährleisten, dass alle ausreden können. Gelingt dieses so gar nicht, ist eine Möglichkeit, einen Redegegenstand (ein Kissen, einen Ball, einen Pflasterstein, ...) zu nutzen. Reden darf nur, welcheR gerade den Redegegenstand im Besitz hat. Ebenfalls sollte die Moderation auf die Verteilung der Redeanteile achten und diese gegebenen- falls ansprechen. Reden nur wenige, so hat dieses vielleicht einen thematisierungswürdigen Grund. Aber: nicht hetzen – Aus der Absicht, möglichst fix zum Ergebnis zu kommen, neigen viele dazu, ein hohes Tempo anzuschlagen. Es gilt jedoch sehr oft, „in der Ruhe liegt die Kraft“. Häufig führt gerade hohes Tempo zu Verzögerungen. MethodenwächterIn – Methoden sind regelgeleitete Handlungen. Wenn sich entschieden wurde, eine bestimmte Methode einzusetzen, dann ist darauf zu achten, diese auch entsprechend anzuwenden, da sie sonst in das Gegenteil des Beabsichtigten umschlagen können. Störungen im Prozess wahrnehmen und ansprechen. Dafür bietet sich eine „Is’ was“ – Runde an oder auch die direkte Nachfrage. Rotierende Moderation an bestimmten TOPs – Die Moderation muss nicht zwingend während der gesamten Tagesordnung in einer Hand liegen. Vielfach bietet es sich eher an, dass sie bei unter- schiedlichen TOPs von denjenigen übernommen wird, die inhaltlich mehr im Thema stecken. Inhaltliche Aufgaben der Moderation sind schließlich: Einführen in den Gegenstand (Worum geht es? Was ist die Zielsetzung für die Diskussion? Welche Punkte sind möglicherweise besonders konfliktreich? Was ist der gegenwärtige Stand?) Fokussierung – wenn Diskussionen abschweifen, sie erneut auf den eigentlichen Diskussionsstand zurückführen Ergebnissicherung – zusammenfassen und Zustimmung dazu abfragen HOW-TO: Moderation Übersicht Plenumsablauf • Checkin: Name, Pronomen, „Wie gehts?“ und ggf. andere Frage (z.B.Lieblingsessen) • AK Updates: AK Awareness, AK Digitale Infrastruktur, AK Events, AK Finanzen, AK Öffentlichkeitsarbeit, AK Übersicht • TOPs (=Tagesordnungspunkte) • Pause • TOPs • Sonstiges: Kommende Termine, Café-Schichten Besetzung, Moderation und Protokoll für nächstes Mal finden • Checkout: “Wie geht ihr raus?” Aufgaben der Moderation • Überblick über Redeliste (Leute drannehmen, falls Handzeichen durcheinander kommen) • auf Zeit achten • Leute abmoderieren (Redebeiträge moderativ unterbrechen) • Beschlussfindung unterstützen Handzeichen Hier findet ihr eine Übersicht hilfreicher Handzeichen: Handzeichen | MovementWiki Vorbereitung Themenvorschläge kommen • im Nextcloud-Deck (Nextcloud → Deck → alle Boards → TOP-Liste) • aus dem Protokoll/Themenspeicher des letzten Plenums Es kann grob in drei Kategorien unterschieden werden: • Infos: z.B. Der CSD dieses Jahr ist am 26. Juni. Je nachdem wie ausführlich die Info ist passt sie gut in Updates oder Sonstiges . Falls viele Rückfragen oder eine Diskussion entstehen könnte lohnt sich ggf. auch ein eigener TOP (Tagesordnungspunkt). • Diskussion: z.B. Sollen wir bei XX mitmachen? Eine Diskussion beginnt meist mit einer Person die das Thema einbringt und Infos gibt. In vielen Fällen ist es sinnvoll, wenn dies nicht die Moderation selbst macht, wegen Redeanteilen. Danach wird diskutiert und ggf. eine Entscheidung getroffen. Versuche einzuschätzen, wie kontrovers das Thema ist und entsprechend viel Zeit einzuräumen. Bei kontroversen Themen und wichtigen Entscheidungen kann sich auch das Planen einer Kleingruppenphase lohnen. Die Ergebnisse werden im Plenum zurückgetragen. • Orga: z.B. Wir planen einen Brunch für neue Menschen, was müssen wir noch tun und wer macht es? Falls schon Aufgaben feststehen lohnt es sich diese vorher festzuhalten, sodass sie nur noch vergeben werden müssen. Am Ende sollte eine TO (Tagesordnung) stehen, die ungefähr so aussehen könnte: 1. Checkin (10 min) 2. Updates 1. Updates aus den AKs (15 min) 2. Info CSD (5 min) 3. Satzung [Diskussion] (20 min) 1. Vorstellung des Vorschlags aus dem AK Verein 2. Diskussion über strittige Punkte 4. Pause (10 min) 5. Awarenesskonzept [Diskussion] (20 min) 6. Queeres Backen [Orga] (10 min) 7. Checkout (10min) Es kann hilfreich sein, die TO auf ein großes Plakat oder das Whiteboard zu schreiben, sodass sie alle im Plenum sehen können. Einladen Ein paar Stunden vor dem Plenum lädt die Moderation im allgemeinen Chat auf Matrix/Element ein. Eine Einladung sollte folgendes enthalten: • Datum und Uhrzeit (auch gerne mit Zeitlimit) • Ort des Plenums • bisher feststehende TOPs Moderieren Als Moderation ist es dein Job durch das Plenum zu führen. Die Moderation hat viele Aufgaben und es kann am Anfang erschlagend sein – keine Angst, im Zweifelsfall helfen dir Menschen im Plenum! In diesem Abschnitt findest du Dinge, die Aufgabe einer Moderation sind. Redeliste Die Redeliste sollte idealerweise von den Menschen selbst geführt werden. Dafür melden sich Menschen direkt mit der Anzahl an Fingern, die der Position auf der Redeliste entspricht. Für die Reihenfolge auf der Redeliste sollten (in absteigender Wichtigkeit) folgende Kriterien gelten: • Direkte Antworten bevorzugen: Eine direkte Antwort auf eine gestellte Frage kann ein Diskussion verkürzen. Es darf aber kein Mittel werden um sich auf der Redeliste vorzudrängeln! • Erstredner*innen vor Mehrfachredner*innen: In der Diskussion sollten möglichst viele Stimmen gehört werden. Menschen, die schon viel gesagt haben, sollten sich selbst zurücknehmen und Erstredner*innen die Möglichkeit geben zuerst zu sprechen. Als Moderation solltest du aber auch drauf achten, dass alle zu Wort kommen. • Privilegierte Personen rückstellen: Menschen die schon lange dabei sind, cis männlich oder weiß sind oder für einen AK sprechen, haben es oft leichter in einem Plenum ihre Meinung zu vertreten. Diese Personen sollten sich selbst zurücknehmen und anderen die Möglichkeit geben zuerst zu sprechen. Als Moderation solltest du aber auch drauf achten diese Personen ggf. auf der Redeliste zurückzustellen. • Reihenfolge der Meldung: Wenn kein anderes Kriterium gilt, gilt die Reihenfolge in der sich gemeldet wurde. Besonders in Diskussionen, aber auch durch unreflektiertes und unkonzentriertes Verhalten, kann es dazu kommen, dass Personen die Diskussion dominieren oder überproportional große Redeanteile haben. Dadurch werden andere Personen nicht gehört bzw. übergangen. In dem Fall sollte die Moderation eingreifen und die Redeliste teilweise (Einzelpersonen vorziehen) oder vollständig (Aufrufen aller Personen) übernehmen. Abmoderieren Es kann in einem Plenum notwendig sein, eine Person abzumodrieren. Abmoderieren bedeutet, die Person in ihrem Redebeitrag zu unterbrechen und z.B. eine andere Person dranzunehmen, die Diskussion zu schließen, etc. Gründe dafür sind • Nicht-Einhaltung der Redeliste • lange Redezeit: ACHTUNG es ist völlig okay wenn es Menschen schwer fällt in einem Plenum zu sprechen oder Gedanken prägnant zu formulieren. Was aber nicht passieren sollte ist, dass Personen sehr lange sprechen, z.B. da sie viele Argumente in einem Wortbeitrag zusammenfassen, wiederholen oder unnötig lang ausführen. Das macht es schwerer darauf einzugehen und das Plenum für alle anstrengender. In einer Diskussion sollte ein Wortbeitrag normalerweise nicht länger als 90 Sekunden sein. • wiederholender Wortbeitrag: Es wird etwas gesagt das die Person selbst, oder andere schonmal gesagt haben, die Diskussion dreht sich im Kreis. • Abschweifen: Der Redebeitrag bezieht sich nicht auf die momentane Diskussion, z.B. wird sich in Details verlieren, die gerade nicht von Relevanz sind. Das Abmoderieren ist nicht gegen die Person oder ihre Meinung gerichtet, sondern soll uns dabei helfen, dass wir unser Plenum weniger anstrengend und konzentrierter gestalten können. Eigene Meinung sagen Als Moderation solltest du neutral moderieren! Es sollte für dich aber auch möglich sein, deine eigene Meinung in eine Diskussion einzubringen. Dabei musst du dir deiner besonderen Rolle bewusst sein. Versuche • nicht zu moderieren, wenn Punkte auf der TO sind bei denen du eine starke Meinung hast. • deine Meinung nicht die Moderation beeinflussen zu lassen! Beschlussvorschläge sollten nicht deine Meinung abbilden, sondern die der Gruppe. • eigene Meinung und Moderation zu trennen. Mach deutlich, wenn ein Beitrag deine Meinung ist und nicht ein Beitrag zu Moderation. z.B. „Ich setze den Moderationshut ab. Meine persönliche Meinung ist xy. Ich setze den Moderationshut wieder auf.“ • offen zu sein für alternative Beschluss- oder Prozessvorschläge. Entscheidungsfindung Beschluss finden Beschlussfindungen sind oft Prozesse, in denen mehrmals Vorschläge formuliert, abgefragt, verworfen oder abgeändert werden, bis der ein Vorschlag gefunden ist der ausreichend von der Gruppe getragen wird. Indem folgende Entscheidungsstufen abgefragt werden, bekommt die Gruppe ein Bild, wie stark und tragfähig die Entscheidung ist und wer sich auch an der Umsetzung beteiligen wird. • Gegenstimmen: werden wenn möglich (z.B. durch einen anderen Beschlussvorschlag) ausgeräumt und sonst ggf. gehört und im Protokoll festgehalten • Stand-Asides werden geäußert wenn eine Person sagt „Ihr könnt das schon machen, aber ich mache da nicht mit“. Sie sind eine schwächere Form des Vetos. • Veto: Ich bin absolut gegen diesen Vorschlag. Wenn ihr das macht verlasse ich die Gruppe. • Zustimmung: Ich bin für den Beschlussvorschlag. • Enthaltung: Ist mir egal, ich habe keine Meinung zu dieser Frage. Bedenken/Gegenstimmen halten einen Beschluss nicht prinzipiell auf, eine große Anzahl an Bedenken sollte aber dazu führen, dass der Vorschlag zurückgezogen wird oder eine Alternative gesucht wird. Ein Beschluss kommt dann zustande, wenn • eine einfache Mehrheit erreicht ist (wenn es mehr Zustimmung gibt als es Gegenstimmen und Stand-Asides gibt) • wenn kein Veto geäußert wird • die Stärke des Beschlusses nicht angezweifelt wird. Die Stärke des Beschluss kann und soll von allen angezweifelt werden, um sicherzustellen, dass ein Beschluss tragfähig genug ist, z.B. wenn bei einem kontroversen Thema wenig Menschen da sind. Wenn ein Veto geäußert wird oder die Stärke des Beschluss angezweifelt wird, muss das Plenum sich überlegen, ob es den Beschluss trotzdem umsetzen will. Wenn es das tun will, wird das über eine 2/3-Mehrheit (exklusive der Person die das Veto geäußert hat) beschlossen. Vetos und Enthaltungen werden dabei nicht gezählt. Gezählt werden Gegenstimmen, Stand-Asides und Zustimmung. Mehr als 2/3 davon muss Zustimmung sein. Darauf solltest du in der Beschlussfindung achten: • Voraussetzung für einen guten Beschluss ist, dass alle beteiligten Personen sich trauen, offen und ehrlich ihre Meinung zu sagen und zu vertreten. • Das Problem einer "Schein-Einigung" kann entstehen, wenn Personen einem Vorschlag zustimmen, ohne mit ihm wirklich einverstanden zu sein. Z.B. weil sie den Prozess nicht blockieren wollen oder weil sie viel stärker als andere bereit sind, sich selbst und ihre Meinung zurückzunehmen. • Es ist wichtig, nicht ausschließlich nach der Zustimmung, sondern auch explizit nach Bedenken und Widerspruch zu einem Beschlussvorschlag zu fragen. Sie können anderenfalls in einer scheinbar allgemeinen Zustimmung untergehen. • Wir wollen, dass möglichst alle Beteiligten einen Vorschlag mit tragen. Das kann natürlich nur auf der Freiwilligkeit aller Beteiligten basieren und ist damit ein sehr hoher Anspruch. • Um herauszufinden welcher Beschlussvorschlag formell abgestimmt wird, kann es hilfreich sein, Stimmungsbilder zu machen. Ein Stimmungsbild ersetzt einen Beschluss nicht, kann aber bei kleineren Entscheidungen ausreichen. Erfundenes Beispiel: Es wird darüber diskutiert, ob wir einen Stand am CSD machen. Beschlussvorschlag: „Wir machen einen Stand am CSD, an dem wir Flyer verteilen und Getränke verkaufen“. Die Abstimmung ergibt, dass von 15 Menschen 6 Personen Gegenstimmen haben, eine Person enthält sich. Gründe dafür: Parteien haben auch Stände und Bedenken bzgl. Kapazitäten. Die Stärke des Beschluss wird von der Moderation angezweifelt. Alternative A: Um die Bedenken auszuräumen, wird der Beschlussvorschlag neu formuliert und der Getränkeverkauf rausgenommen: „Wir machen einen Stand am CSD, an dem wir Flyer verteilen.“ In einer erneuten Abfrage bleiben 2 Gegenstimmen bzgl. der Parteien. Das ist der stärkste Beschlussvorschlag, der für dieses Thema gefunden wurde, deswegen wird er angenommen. Alternative B: Die Menschen, die für den Vorschlag gestimmt haben sagen, dass sie auch viel Kapazitäten haben sich darum zu kümmern. Das Plenum sagt deswegen der Beschluss ist stark genug und überschreibt das Anzweifeln mit 2/3 Mehrheit. Stimmungsbild Ein Stimmungsbild wird genutzt um einen schnellen Eindruck von der Stimmung im Plenum zu bekommen. Die Moderation stellt eine Frage, z.B. „Seid ihr prinzipiell dafür, dass wir uns am CSD Tübingen beteiligen?“. Die Menschen im Plenum antworten, indem sie mit beiden Händen wedeln, oben für Zustimmung, unten für Ablehnung – alles dazwischen ist ein Spektrum. Das Stimmungsbild kann dann den weiteren Prozess prägen, ersetzt aber keinen Beschluss. Andere Entscheidungsfindungen Es kann vorkommen, dass ein klassischer Beschlussprozess nicht die passende Form ist zu Entscheiden. Gerade unter Zeitdruck oder bei Entscheidungen die getroffen werden müssen, deren Ausgang allerdings nicht so wichtig ist können sie helfen. Solche Verfahren widersprechen nicht unserem Entscheidungsprinzip, denn es besteht weiterhin die Möglichkeit Gegenstimmen/Vetos im Prozess zu äußern. So kann ein Entscheidungsmandat vergeben werden. Beispiel: „Der AK Öffentlichkeit entscheidet über die Formulierung und berücksichtigt dabei XX“. Bei einer sehr unklaren Diskussion mit gleich guten/schlechten Vorschlägen, bei der aber klar ist, dass irgendeine Entscheidung besser ist als keine Entscheidung, gibt es die Möglichkeit eine Münze zu werfen . Beispiel: „Sowohl am 15. also auch am 22. können gleich viele Menschen. An welchem Tag machen wir Karaoke?“ Nach Hilfe fragen Wenn du das Gefühl hast, dass du eine Aufgabe der Moderation gerade nicht erfüllen kannst, dann frag um Hilfe! Es ist vollkommen normal, wenn du in einer schwierigen Diskussion keinen Beschlussvorschlag oder ein weiteres Vorgehen finden kannst – frag dein Plenum um Hilfe! Auch wenn du mehr TOPs als Zeit hast: Frag das Plenum! Oft finden sich so sinnvolle Prozessvorschläge und wenn nicht, ist es nicht allein deine Verantwortung. Wenn du dir überlegst zu moderieren, aber das Gefühl hast, dass es zu viele Anforderungen für dich sind: Moderieren geht auch super zu zweit! Mit einer moderationserfahrenen Person im Tandem kannst du z.B. • dich abwechseln, sodass du dich zwischendrin entspannen kannst • jemanden im Rücken haben, der*die dir hilft, wenn du nicht weiterweißt oder etwas übersiehst • jemanden im Rücken habe, der*die übernimmt, wenn du nicht mehr magst • eine Person haben, mit der du dich bei der Vorbereitung austauschen kannst. • Aufgaben, z.B. auf die Zeit zu achten abgeben Feedback Moderation kann schwer sein und manchmal hat eins das Gefühl, nicht alles richtig gemacht zu haben. Wenn du möchtest, frag beim Check-out oder nach dem Plenum nach Feedback. Du kannst auch explizit nur nach Sachen fragen, die du gut gemacht hast – das ist völlig okay! Wenn Kritik kommt, sei dir bewusst, dass Moderation schwierig ist und du von der Kritik nur lernen kannst. Auch wenn einzelne Aspekte deiner Moderation nicht ideal waren: Du hast eine Aufgabe für das Plenum übernommen und viele Dinge gut gemacht! HOW-TO: Die balancierte Redeliste Du brauchst: • ein Blatt mit Linien (quer für jeweils 1 Spalte pro Person und senkrecht für die Zahlen): nimm das Blatt im Querformat, da so mehr Platz für die Redebeiträge ist und lass am Ende einen Rand von circa 4 cm frei (Nutzung s.u.) • Bleistift • Radiergummi Die balancierte Redeliste quotiert nach Häufigkeit der Redemeldung. Damit unterstützt sie diejenigen, die wenig sagen und bremst dominante Redner*innen. Die Quotierung läuft unabhängig von anderen Differenzen. Wie das notiert werden kann, lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären. An der Diskussion nehmen Chris, Bahar, Rie und Jérôme teil. Es melden sich Chris und Bahar, auf der Redeliste notieren wir Chris 1 Bahar 2 und geben Chris das Wort, streichen somit seine_ihre 1 gleich durch. Chris 1 Bahar 2 Als Chris fertig ist, geben wir Bahar das Wort und streichen ihre 2. Während Bahar spricht, meldet sich wieder Chris, aber auch erstmals Jérôme. Chris 1 3 Bahar 2   Jérôme 4   Bahar ist fertig und wir müssen nun zwischen Chris und Jérôme entscheiden. Zunächst schauen wir, wer bislang weniger zu Wort kam, wessen Nummer also am weitesten links steht. Das ist Jérôme, wir geben also ihm das Wort und streichen seine 4. Chris 1 3 Bahar 2   Jérôme 4   Während Jérôme spricht, will endlich auch Rie was sagen: Chris 1 3 Bahar 2   Jérôme 4   Rie 5 Als Jérôme fertig ist, geben wir Rie das Wort, Chris muss also noch warten: Chris 1 3 Bahar 2   Jérôme 4   Rie 5   und kommt jetzt erst zu Wort. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die Liste z.B. so aussehen: Chris 1 3 8 Bahar 2 9   Jérôme 4 7   Rie 5 6   Wer sollte als nächstes zu Wort kommen? Es ist Jérôme, er hat bislang genauso viel gesprochen wie Bahar, hat sich aber früher gemeldet. Wir schauen also immer zunächst, welche Nummern am weitesten links stehen. Stehen mehrere Nummern in einer Spalte, nehmen wir die kleinste. TIPPs und Anmerkungen: • wenn eine Person einen Redebeitrag zurückzieht oder die Diskussion durch die Moderation unterbrochen wird, kannst du die Zahl, die bei dieser Person steht, ausradieren, da sei ja keinen Beitrag gehalten hat. Dann stimmt die Redeliste auch im späteren Verlauf weiterhin. • Themen, die von einer Person in das Plenum als Top getragen werden, werden nicht als Redebeitrag gewertet! Beispiel: Auf der TO steht der Top "Grillen am Sonntag" eingebracht von Kim. Kim stellt den Punkt im Plenum vor, bekommt dafür aber keine Zahl in der Redeliste, da es sich dabei nicht um einen Redebeitrag für die Redeliste, sondern um einen Punkt auf der TO handelt. • wenn ein Mensch eine Direkte Meldung zu dem Beitrag einer anderen Person hat, dann wird das nicht in der Balancierten Redeliste vermerkt, da sonst der Beitrag eventuell erst nach 5 Minuten kommt und dann keinen Bezug mehr hat. Dafür dient der Rand am Ende des Blatts: im Gegensatz zu der allgemeinen Redeliste wird die Direktbeitrags-Redeliste nicht balanciert, sondern einfach nach "Schnelligkeit" bzw. Reihenfolge der sich meldenden Personen strukturiert. AUS: Awareness is awesome. Awareness blogspot http://awareness.blogspot.eu/redelisten-zine/die-balancierte-redeliste/ Kapazitätencheck (evtl. rausnehmen) Wir machen bei einigen AGs vom System Change Camp zu Beginn eines Plenums eine Kapazitäten Abfrage: 1 (sehr viel freie Kapazitäten / Gebt mir Aufgaben) bis 5 (komplett überarbeitet). Bei 4 und 5 schauen wir dann, ob wir die Person supporten können, dass es weniger wird und achten darauf die Person keine neuen Sachen übernimmt. Wenn wir kollektiv hohe Zahlen haben wissen wir, dass wir Unterstützung brauchen und/oder an irgendeiner Stelle irgendwas nicht mehr so machen können, bzw. unsere Ansprüche runterschrauben müssen Handzeichen Diskussions-Handzeichen Teil 1: Wortmeldungen Bei den Wortmeldungen gibt es eine Reihenfolge, bzw. Autonome Redeliste und eine Hierarchie, damit die Moderation möglichst wenig eingreifen muss. Die Hierarchie ist hier aufsteigend dargestellt, also das unterste Zeichen kommt als erstes dran und „schlägt“ alle anderen. Meldung Bedeutung: „Ich möchte etwas zu diesem Plenumspunkt sagen.“ Reihenfolge beachten: Wenn sich bereits Menschen melden, kommen diese zuerst dran. Du zeigst deinen Platz in der Reihenfolge mit entsprechend vielen Fingern an, also zwei, drei, vier etc. Wenn der Mensch vor dir ausgesprochen hat, kannst du einfach weitermachen. Direkte Antwort / Alternative Fakten Bedeutung: „Ich habe eine Antwort auf die eben aufgekommene Frage und kann sie direkt und kurz beantworten, oder habe andere Informationen, die den eben geteilten widersprechen.“ Beachten: Wenn ein Mensch noch redet, lass diesen bitte kurz ausreden. Überlege, von wann deine Informationen sind, und ob der andere Mensch evtl. bereits neuere Informationen zu diesem Thema hat. Prozessvorschlag Bedeutung: „Ich habe einen Vorschlag, wie wir in diesem Punkt vorwärts kommen können.“ Beachten: Wenn ein Mensch noch redet, lass diesen bitte kurz ausreden. Prozessvorschläge können z.B sein: Lasst uns eine Widerstandsabfrage machen, Lasst uns einen Termin festlegen, an dem wir die Diskussion fortführen, Lasst uns das Thema verschieben und im nächsten Plenum nochmal aufgreifen, etc. Language Bedeutung: „Ich habe ein Wort oder einen Satz nicht verstanden, und brauche eine Erklärung.“ Beachten: Wenn ein Mensch noch redet, lass diesen bitte kurz ausreden. Falls der Mensch dich nicht sieht, versuche diesen auf dich aufmerksam zu machen. Der Mensch sollte dann von alleine den Beitrag unterbrechen, und dich fragen was du nicht verstanden hast. Unterbrechung/ Technischer Punkt/ Time Out Bedeutung: „Ich denke, wir sollten das Plenum kurz unterbrechen, um unsere Aufmerksamkeit etwas anderem zu widmen.“ Beispiel: Es regnet, es brennt, ich brauche eine Pause--- Beachten: Wenn ein Mensch noch redet, lass diesen kurz ausreden, außer es ist ein Notfall. Falls der Mensch dich nicht sieht, versuche diesen auf dich aufmerksam zu machen. Der Mensch sollte dann von alleine den Beitrag unterbrechen, und dich fragen was los ist. Diskussions-Handzeichen Teil 2: Redeverhalten Die Non-Verbale Kommunikation soll es ermöglichen, gewisse Dinge auszudrücken, ohne sich dafür explizit melden zu müssen. Diese Zeichen können jederzeit während eine Person redet gemacht werden, um der Person etwas zu signalisieren, oder ihr Feedback zu geben. Lauter / Deutlicher Bedeutung: „Ich kann dich akustisch nicht verstehen, bitte rede lauter und deutlicher.“ Beachten Dies kann helfen, Menschen zu zeigen, dass sie nicht verstanden werden, es kann sie aber auch verunsichern oder unter Druck setzen. Denke also darüber nach, ob die jeweilige Person gerade in der Lage ist lauter zu sprechen oder ob es ihr vllt. schlecht geht. Du schweifst ab / Bleib beim Thema Bedeutung „Ich finde, du sprengst gerade den Rahmen der Diskussion und wir sollten uns auf das Kernthema konzentrieren.“ Beachten Dies kann helfen, Menschen zu zeigen, dass sie abschweifen, es kann sie aber auch verunsichern oder verletzen. Denke also darüber nach, warum das Gesagte der Person wichtig sein könnte. Du wiederholst dich / Komm zum Punkt Bedeutung „Ich habe verstanden, was du gesagt hast, und brauche keine weitere Ausführung.“ Beachten Dies kann helfen, Menschen zu zeigen, dass sie verstanden wurden, es kann sie aber auch verunsichern oder unter Druck setzen. Denke also darüber nach, ob du vllt. schon Vorwissen hast, und es andere Menschen gibt, die eine lange Erklärung brauchen. Ruhiger / Langsamer Bedeutung „Bitte rede langsamer oder ruhiger, mir geht das gerade zu schnell/ wird das gerade zu laut.“ => Falls das Redeverhalten Beachten Dies kann helfen, Menschen zu zeigen, dass sie zu laut oder zu schnell werden, es kann sie aber auch verunsichern oder unter Druck setzen. Denke also darüber nach, ob die Person gerade verletzt ist und sich Gehör verschafft oder dominant agiert, und andere verletzt. ADAPTA (Anti-Dominante-Anti-Patriarchale-Trigger-Awareness) Bedeutung „Ich fühle mich getriggert durch dein (Rede-)Verhalten, oder finde dein (Rede-)Verhalten dominant und/oder patriarchal.“ Beachten Wenn du möchtest, kannst du die redende Person unterbrechen. Falls der Mensch dich nicht sieht, versuche diesen auf dich aufmerksam zu machen. Du kannst aber musst hier nichts sagen, oder dich dafür rechtfertigen. Oft empfinden andere Menschen ähnlich, und können das für dich übernehmen. Trau dich! Diskussions-Handzeichen Teil 3: Konsensfindung Die Non-Verbale Kommunikation soll es ermöglichen, gewisse Dinge auszudrücken, ohne sich dafür explizit melden zu müssen. Diese Zeichen können jederzeit während eine Person redet gemacht werden, um der Person etwas zu signalisieren, oder ihr Feedback zu geben. Zustimmung Bedeutung „Ich sehe das genauso, und stimme dir zu.“ Beachten Dies kann helfen, Menschen zu zeigen, dass sie nicht alleine mit ihrer Meinung sind, es kann aber auch die Gegenseite verunsichern oder unter Druck setzen. Denke also darüber nach, ob es in dieser Atmosphäre gerade hilfreich ist, Partei zu ergreifen. Ablehnung Bedeutung „Ich bin anderer Meinung, und lehne deinen Vorschlag/ deine Aussage ab.“ Beachten Dies kann helfen, Menschen zu zeigen, dass es andere Meinungen gibt, es kann sie aber auch verunsichern oder unter Druck setzen. Denke also darüber nach, ob die Person das gerade verkraftet, oder ob es ihr wichtig ist, gehört zu werden. Keine Widerstände (Widerstandsabfrage) Bedeutung „Ich habe keine Widerstände gegen den genannten Vorschlag“ Widerstandsabfrage Alle Menschen heben ihre Hand und zeigen mit ihren Fingern 0 bis 5 Widerstände an. Eine Faust bedeutet demnach keine Widerstände, 5 Finger sind ein Veto. Dazwischen kannst du nach freiem Ermessen spielen. Du solltest deine Widerstände begründen können, es ist okay wenn du dir dabei Zeit lässt. Volle Widerstände/Veto (Widerstandsabfrage) Bedeutung „Ich habe volle Widerstände gegen den genannten Vorschlag bzw. ich habe ein Veto“ Widerstandsabfrage Alle Menschen heben ihre Hand und zeigen mit ihren Fingern 0 bis 5 Widerstände an. Eine Faust bedeutet demnach keine Widerstände, 5 Finger sind ein Veto. Dazwischen kannst du nach freiem Ermessen spielen. Du solltest deine Widerstände begründen können, es ist okay wenn du dir dabei Zeit lässt. Moderation (für Gruppen- und Arbeitsprozesse) Moderation ist eine Methode zum Begleiten von Arbeits- und Gruppenprozessen. Die Moderation soll eine Gruppe dabei unterstützen, ihre gesetzten Ziele zu erreichen, indem sie durch Methodenauswahl, Steuerung des Redeflusses, Unterstützung der Gruppendynamik und Sicherung der Ergebnisse zur Seite steht. Die stuhlkreis_revolte ist ein Netzwerk aus freien Moderator*innen, die neben- und hauptberuflichBildungsprozesse begleiten, d.h. selbst Seminare organisieren, aber auch Gruppen bei der Durchführungvon Workshops, internen Weiterbildungen, Teamtagen usw. unterstützen.Wir haben den Anspruch, Bildung selbstbestimmt und bedürfnisorientiert zu gestalten und Betroffene zuBeteiligten zu machen.Die meisten von uns leben in Berlin und Brandenburg. Wir arbeiten bundesweit.Einen breiteren Einblick in unsere Arbeit bekommst du auf unserer Homepage: www.stuhlkreisrevolte.de Die Rolle der Moderation Moderation ist eine Methode zum Begleiten von Arbeits- und Gruppenprozessen. Die Moderation soll eine Gruppe dabei unterstützen, ihre gesetzten Ziele zu erreichen, indem sie durch Methodenauswahl, Steuerung des Redeflusses, Unterstützung der Gruppendynamik und Sicherung der Ergebnisse zur Seite steht. Dieser Reader soll einen Überblick über die Grundlagen von Moderation bieten. Wir freuen uns, wenn sich mehr Menschen in Moderation ausprobieren! Dafür kann dieser Reader ein Startpunkt sein; wir möchten alle dazu ermutigen ihren passenden Lernweg zu finden, sei es selber machen, bei Kolleg*innen abschauen oder ein ganz anderer. Die Rolle der Moderation Wenn ihr eine Gruppe begleitet, hilft eine klare Rollenverteilung. Inhalt und Ergebnisse werden von der Gruppe bestimmt und erarbeitet – die Moderation unterstützt. Durch die zentrale Rolle im Prozess kann sie sehr viel Einfluss auf Verlauf und Ergebnisse der Arbeit nehmen. Deshalb ist es wichtig, dass sich Moderierende klar machen, dass sie inhaltlich unbeteiligt, also „neutral“, sein sollten. Sind sie das nicht, besteht die große Gefahr, dass sich einzelne Teilnehmende durch die Moderation benachteiligt fühlen und sie in ihrer Rolle nicht mehr anerkennen. Euer Ziel sollte es nicht sein, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, sondern vielmehr der Gruppe die Chance zu eröffnen, ein gutes Ergebnis im Rahmen der Möglichkeiten zu erreichen. Welche Haltung sollte ein*e Moderator*in mitbringen und ausstrahlen? Neutralität – zwischen den Gruppenmitgliedern. Die Moderation sollte alle Teilnehmenden fair und gleichberechtigt behandeln. Objektivität – im Thema. Als Moderation solltet ihr eure eigene Meinung nicht in den Prozess einbringen; es geht um die Diskussionen und Ergebnisse der Gruppe. Das schließt nicht nur Mitdiskutieren aus, sondern auch das Bevorzugen einer bestimmten Position. Souveränität - in unsicheren Momenten. Bei der Moderation sollen die Teilnehmenden bei der Moderation Orientierung finden können. Ihr habt den Fahrplan im Blick und Alternativen zur Hand. Das bedeutet nicht, dass ihr nicht auch unsicher sein dürft; geht mit euren eigenen Unsicherheiten ruhig transparent um. Versucht, wenn möglich aber auch ein weiteres Vorgehen für die Situation vorzuschlagen. Knowhow – bei der Entscheidung über Methoden und Ablauf. Die Moderation sollte in der Lage sein, Entscheidungen zu begründen und verständlich zu erklären, damit die Teilnehmenden sich auf die Fragen und Inhalte konzentrieren können. Welche Ziele verfolgen Moderator*innen? Moderator*innen setzen keine eigenen ergebnisbezogenen Ziele. Sie orientieren sich an den Zielen, die sich die Gruppe selbst gegeben hat. Natürlich hat sie aber Ziele bezogen auf die Gestaltung des Arbeitsprozesses: Gleichberechtigung aller Teilnehmenden Die Moderation will die „Betroffenen zu Beteiligten“ machen. Alle Teilnehmenden einer Gruppe sind gleichberechtigt. Jede Sichtweise ist gleich wichtig für das Ergebnis, egal ob außerhalb dieses Settings vielleicht Hierarchien bestehen. Das muss klargestellt werden und ist oft schwieriger, als es klingt, da die üblichen Verhaltensweisen meist nicht sofort geändert werden. Aktivierung und Einbindung aller Teilnehmenden in den Prozess Auch die Positionen der stilleren Teilnehmenden sollen im Prozess vertreten sein. Moderator*innen möchten nicht nur die Meinungen der üblichen Vielredner*innen einbeziehen, sondern die aller Teilnehmenden, weil erst dann ein möglichst komplettes Bild entsteht. Ein produktiver Arbeitsprozess Als Moderator*in wollt ihr Gruppen in der Zusammenarbeit unterstützen. Um gut zu kooperieren, brauchen die meisten Gruppen einen gewissen Rahmen von Vereinbarungen, eine Abfolge, in der Themen bearbeitet werden, einen gemeinsamen Weg, wie diese zu bearbeiten sind. Die Moderation schlägt entsprechende Methoden vor, um diesen gemeinsamen Rahmen zu schaffen. Gruppendynamik, Vernetzung und Kennenlernen unter den Teilnehmenden fördern Gruppendynamik zwischen Menschen läuft immer ab und lässt sich nicht wirklich steuern. Die Moderation sollte die Dynamik aber im Blick haben, um Methoden und Arbeitsweisen anbieten zu können, die das Miteinander der Teilnehmenden mit bedenkt und positiv unterstützt. Nachhaltigkeit des Prozesses und der Motivation über die Moderation hinaus Aus einem Arbeitsprozess sollen Teilnehmende mit dem Willen und der Möglichkeit herausgehen, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Dafür versucht ein*e Moderator*in den Prozess auf einer positiven Note zu beenden und einen Alltagstransfer zu ermöglichen. Hierzu gehören Reflexion und Feedback genauso wie das Vereinbaren von konkreten nächsten Schritten. Welche Aufgaben hat ein*e Moderator*in? Die Gruppe und ihre Dynamik beobachten und analysieren Was passiert gerade in der Gruppe? Können sich alle einbringen? Ziehen sich Einzelne zurück, und wenn ja, warum? Sind die Teilnehmenden zufrieden mit dem Prozess? Entstehen gerade oder gibt es bereits Konflikte unter den Teilnehmenden? Diese Fragen muss ein*e Moderator*in im Blick behalten, um die Gruppe sinnvoll zu unterstützen. Gute Rahmenbedingungen schaffen Zeitfenster, Struktur und Ablauf müssen von Moderator*innen für die Gruppe transparent gemacht werden. Das bedeutet auch, eine angemessene und angenehme Umgebung zu schaffen und umfasst u.a. Raumgestaltung, Material und ggf. Verpflegung. Bestimmte Methoden brauchen Vorbereitung, Stühle und Tische müssen richtig stehen, das passende Material muss vorhanden und sinnvoll platziert sein. Auch der gewählte Raum und die Verpflegung schaffen Stimmung und Atmosphäre und haben einen Einfluss auf den Arbeitsprozess und Ergebnisse. Hierzu gehört auch die Frage, ob die Teilnehmenden trotz Einschränkungen an allem partizipieren können. Ansonsten sollten anderen Methoden, Räume, etc. gewählt werden. Arbeitsprozesse mit Methoden und anderen Hilfestellungen begleiten Die Moderation stellt die Methoden, die Teilnehmenden füllen diese mit Aussagen und Inhalten. Dabei versteht sie sich als Hilfe für die Teilnehmenden und richtet diese Hilfestellung immer wieder neu am Prozess, den Wünschen und den Bedürfnissen der Teilnehmenden aus. Inhalte und Diskussionen strukturieren Als Moderator*in sollt ihr dabei helfen, dass eine strukturierte Bearbeitung von Themen möglich wird. Ihr verhindert, dass mehrere Themen durcheinander diskutiert werden oder ohne greifbares Ergebnis beendet werden. Inhalte und Ergebnisse sichern Moderation hält alle Ergebnisse sichtbar fest und zeigt den Teilnehmenden auf, was bereits erarbeitet, festgelegt oder entschieden wurde. Werkzeuge der Moderation Um all diese Aufgaben sinnvoll anzugehen, benutzen Moderator*innen bestimmte Werkzeuge:  Methoden Methoden geben einem Prozess ihre Form. Bei der Methodenauswahl sollen die Interessen und Ziele der Gruppe ausschlaggebendes Kriterium sein. Methoden müssen sowohl zur Zusammenstellung der Gruppe, zum Ziel des Arbeitsschrittes, zur Phase der Seminar- bzw. Gruppendynamik (also Konzentrationsfähigkeit etc.), zu den gegebenen Rahmenbedingungen und zur Arbeitsweise der Teilnehmenden passen. Verschiedene Methoden erfüllen verschiedene Zwecke und wirken auf unterschiedliche Weisen. Es gibt Methoden, die motivieren und aktivieren, die beruhigen oder erschöpfen, Methoden zum Zusammentragen von Wissen, zum Diskutieren, zum Freisetzen von Kreativität und viele mehr (siehe auch „Methoden“). Fragetechniken Moderator*innen stellen meistens viele Fragen. Diese spielen eine zentrale Rolle, denn je nachdem wie Fragen gestellt sind, werden die Antworten in bestimmte Richtungen geschoben oder eingeschränkt werden. In den einzelnen Arbeitsschritten nehmen Fragen eine Schlüsselrolle ein, da sie diesen Schritten eine Richtung geben. Fragen sollen dabei so formuliert sein, dass sie Denk- und Aushandlungsprozesse anstoßen und gleichzeitig offen genug sind und nicht manipulieren (siehe Absatz „Fragetechniken“). Zeitmanagement Das umfasst die Planung (Wie lange dauert das Kennenlernen? Wie viel Zeit brauchen wir für die Ideensammlung? Bleibt genug Zeit für Feedback? etc.) und die Aufgabe, im Prozess die Uhr im Blick zu behalten. Dazu gehört manchmal, Schritte abbrechen zu müssen oder Themen auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen, aber auch an manchen Stellen eine Pause vorzuschlagen. Visualisierungen Visualisierungen sind ein Teil der Ergebnissicherung, sie können darüber hinaus einen Prozess im Verlauf abbilden. So entstehen Inhalte und Diskussionen nicht nur in den Köpfen der Teilnehmenden, sondern werden in Form von Bildern, Diagrammen, Clustern oder anderem greifbar und es entsteht ein gemeinsames Produkt der Gruppe (siehe Absatz „Visualisierung“). Aktives Zuhören Spiegeln und Paraphrasieren kann helfen, Missverständnissen vorzubeugen. Dabei wiederholt die Moderation Gesagtes in eigenen Worten oder fragt nach, ob sie richtig verstanden hat. Das erhöht die Verständlichkeit der Aussage für alle Beteiligten, da sie es noch einmal hören und die zweite Formulierung deutlicher eingrenzt, was genau gemeint ist. Der große Moderationszyklus hat sich über die Zeit in der Moderation als sinnvoller Fahrplan für Gruppenprozesse bewährt. In der Einstiegsphase stehen Kennenlernen und organisatorische Fragen im Fokus. Hier werden Arbeitsweisen, Pausenzeiten etc. vereinbart. Beim Sammeln von Themen bringen die Teilnehmenden ein, welche Themen sie gerne bearbeiten möchten bzw. was sie für wichtig halten. Hier geht es aber nur um eine Auflistung und noch nicht darum, konkret in Themen einzusteigen. Da aber in der Regel nicht genug Zeit ist, um alles zu bearbeiten, müssen anschließend Themen ausgewählt werden. In diesem Schritt ist es wichtig, eine Auswahl zu treffen, die alle Beteiligten mittragen wollen. Im Anschluss erfolgt dann die konkrete Bearbeitung der Themen, also der Hauptarbeitsschritt. Danach ist es wichtig, die Ergebnisse zu sichern. Das meint nicht nur alles aufzuschreiben, sondern auch zu vereinbaren, was im Nachgang passieren soll, wer was bis wann erledigt, etc. Im letzten Schritt wird dann der gemeinsame Prozess ausgewertet. Was war besonders gut, was hätte besser klappen können, was wird beim nächsten Mal anders gemacht. Weiterführendes Material: o Visualisieren, Präsentieren, Moderieren. Josef W. Seifert, Gabal, 25. Auflage 2008. o Neuland Moderation. Michele Neuland, Neuland Verlag 1999. o Power to the People - Moderationsmappe für Jugendbeteiligung. Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. https://www.yumpu.com/de/document/read/21304342/moderationsmappe-fur-jugendbeteiligung-youth- bank/131 Methoden Die richtige Methodenwahl ist eine der wichtigsten Aufgaben von Moderation. Unabhängig wie groß eure Erfahrung und euer “Methodenkoffer” – also das Repertoire an Methoden – ist, die ihr kennt, gibt es ein paar Dinge, die zu beachten sind. Grundsätzlich solltet ihr eher Methoden verwenden, die ihr kennt, bei denen ihr wisst, wie viel Zeit sie brauchen und worauf ihr bei der Durchführung achten solltet. Neue Methoden bieten sich zum Ausprobieren eher in Gruppen an, die ihr gut kennt. Moderator*innen versuchen Abwechslung in Prozesse zu bringen. Dabei geht es darum unterschiedliche Lern- und Arbeitsweisen anzusprechen. Genauso soll aber auch Langeweile vermieden und Konzentration gefördert werden. Methoden lassen sich unter anderem kategorisieren anhand der Sozialform und der Methodenart: Sozialformen: • Plenum (mit allen) • Kleingruppen (3 -6) • Tandem (zu zweit) • Einzelarbeit (alleine) Arten von Methoden: • Einstiegsmethoden (z.B. Vorstellungsrunden, Kennenlerninterview) • Inhaltsvermittelnde Methoden (z.B. Inputs, Diskussionen) • Erarbeitungsmethoden (z.B. Kleingruppenarbeit, Plakatgestaltung) • Austauschmethoden (z.B. World-Cafés, Mindmap) • Fragemethoden (z.B. Reflexionsspaziergänge, Brainstormings) • Zusammenfassende Methoden (z.B. Ergebnispräsentation, Wandzeitung) • Spiele (z.B. Auflockerungsspiele, Warm-Ups, Kennenlernspiele) • Feedbackmethoden (z.B. Blitzlicht, 5-Finger-Feedback) Diese Einteilung ist nur eine von vielen möglichen. Je nach Kontext können auch andere Kategorisierungen Sinn ergeben und nützlich sein. Auswahl von Methoden Bei der Auswahl der Methoden können folgende Fragen helfen: In welcher Phase des Prozesses sind wir gerade? Je nachdem in welchem Schritt des Moderationszyklus der Prozess ist, werden unterschiedliche Ansprüche an Methoden gestellt. Beim Themensammeln müssen die Antworten keine tiefen Einblicke in die Themen geben, es geht eher darum schnell einen möglichst breiten Überblick zu bekommen. Hier bieten sich also eher Methoden wie Zuruffragen, Kartenfragen oder Brainstorming an. Bei der Themenbearbeitung würden diese wahrscheinlich aber nicht genügen, weil sie nur an den Rändern des Themas kratzen. Welche Sozialform ist hilfreich? Sollen alle gemeinsam im Plenum arbeiten oder vielleicht doch erstmal in Kleingruppen oder Tandems? Kleine Gruppen haben den Vorteil, dass alle sich stärker einbringen können und in derselben Zeit mehr erarbeitet wird - dafür dauert es meistens länger. Auch für Teilnehmende kann es sinnvoll sein das Plenum mal zu verlassen, um mal eine „Auszeit“ von der (Groß-)gruppe zu haben. Unterschiedliche Sozialformen beeinflussen auch die Gruppendynamik und sind bewusst im Arbeitsprozess einzusetzen. Zeit und Raum? Unterschiedliche Methoden brauchen unterschiedlich viel Zeit. Wenn ihr für einen Schritt sowieso nur wenig Zeit habt, fallen aufwendige Methoden raus. Das gleiche gilt für den Raum und das Material; wenn ihr nicht genug Platz oder das nötige Material für eine Methode habt, kommt diese Methode nicht in Frage. Gruppe und Stimmung? Manche Methoden werden von Gruppen nicht angenommen, weil sie ihnen zu verspielt, zu kreativ, zu langwierig sind. Natürlich habt ihr hier durch Erklärungen und gute Fragestellungen noch mal Spielraum, aber versucht vorher abzuschätzen, was drin ist, worauf sich eure Teilnehmenden einlassen werden. Ähnliches gilt für die Stimmung. Methoden, die viel Selbstoffenbarung von euren Teilnehmenden verlangen sind nicht geeignet für Gruppen, die sich noch nicht lange kennen oder starke interne Spannungen haben. Ebenso solltet ihr ein gutes Verhältnis zwischen anstrengenden und einfachen Methoden beachten. Nach drei Stunden konzentrierter Arbeit können die meisten Menschen einfach nicht mehr. Geht darauf ein. Fühle ich mich sicher damit? Generell solltet ihr nur Methoden verwenden, die ihr kennt und mit denen ihr euch einigermaßen sicher fühlt. Das bedeutet, dass ihr wisst, wie die Methode funktioniert, was die Ziele, Schwächen, möglichen Risiken etc. sind. Schafft euch also auch bewusst Räume, in denen ihr neue Methoden ausprobieren könnt. Weiterführendes Material: o Methodensammlungen gibt es...zu viele. Ihr findet unzählige im Buchhandel und in gut sortierten Uni- Bibliotheken. Schaut einfach, welche euch vom Stil her zusagen. o Methodendatendatenbank der Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/lernen/formate/methoden/227/methodendatenbank Fragetechniken Aufgabe der Moderation ist es, die richtigen Frageformen zu finden und geeignet für die Gruppe zu formulieren und zu visualisieren. Fragen sind dafür da, um Prozesse zu öffnen, Reflexion und Diskussionen anzustoßen. Präzise Fragen Fragen müssen für sich stehen und sollten keiner weiteren Erläuterungen bedürfen. Achtet besonders bei der Wortwahl auf Eindeutigkeit. Beispiel: „Bist du häufig gelangweilt?“ - Wie oft ist häufig?! Keine Wissensabfragen Wissen abfragen, wie in der Schule, wo es richtige und falsche Antworten gibt, stört kreative und freie Prozesse. Die Tatsache, dass es falsche Antworten gibt, blockiert viele Teilnehmenden, da sie Angst bekommen etwas Falsches zu sagen. Fragen an die Gruppe geben Als Moderation seid ihr inhaltlich neutral, keine Expert*innen, die inhaltliche Beiträge geben. Oft kommt es trotzdem vor, dass Teilnehmende euch eine Frage stellen und eine Antwort erwarten. Solche Fragen könnt ihr an die Gruppe zurückgeben, anstatt sie selbst zu beantworten. Offene und geschlossene Fragen Tendenziell gilt: Offene Fragen sind geeignet um Arbeitsprozesse anzustoßen; geschlossene Fragen eignen sich eher für Entscheidungsprozesse. Aber natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und ihr könnt mit geschlossenen Fragen auch zur Reflexion anregen oder Debatten anstoßen. Geschlossene Fragen lassen sich in die folgenden Kategorien unterteilen: • Alternativfragen (entweder - oder) • Entscheidungsfragen (ja oder nein) • Bewertungsfragen (z.B. Noten oder eine Skala von 1 - 10) Bei geschlossenen Fragen werden die Antwortmöglichkeiten durch die Frage begrenzt. Zum Beispiel: • Fandest du das Seminar gut oder schlecht? • Welche Note würdest du der Moderation geben? Offene Fragen haben keine vorgegebenen Antworten und können nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden. Die Teilnehmenden werden aktiv angesprochen, eingebunden, zur Diskussion oder zum Gespräch angeregt. Zum Beispiel: • Wie sollte die Mensa aus deiner Sicht gestaltet wären? • Welche Probleme hast du in der Vergangenheit im Projekt erlebt? Keine Suggestivfragen „Ihr seid doch sicher mit mir einer Meinung, dass wir jetzt zur nächsten Arbeitsphase wechseln sollten?“ Suggestivfragen versuchen zu manipulieren und lassen in der Regel nur eine gewünschte Antwort zu. Die Teilnehmenden sind nicht dumm und merken schnell, dass Fragen gestellt werden, bei denen es „richtige“ und „falsche“ Antworten gibt. Schnell kann so das Vertrauen der Gruppe verloren gehen. Visualisierung Oft ist es hilfreich, wenn Teilnehmende nicht nur hören, sondern auch sehen was gerade besprochen wird oder bearbeitet wurde. Daher macht es für Moderator*innen Sinn zu visualisieren. Wenn Gesprochenes sichtbar festgehalten ist, sorgt es dafür, dass einzelne Punkte nicht vergessen und weniger wiederholt werden. Zur Übersichtlichkeit trägt bei: • Einfachheit o Bekannte und verständliche Wörter und Begriffe verwenden o Kurze Sätze bilden • Gliederung / Ordnung o Überschriften und Zwischenüberschriften verwenden o Optische Blöcke bilden o Sinneinheiten (auch) dadurch zusammenfassen, dass diese räumlich nah beieinander abgebildet sind o Visualisierung großzügig gestalten mit großer Schrift und kurzen, aber präzisen Formulierungen o Freiflächen als Gestaltungselement verwenden; ausreichend Raum freilassen, um die Lesbarkeit zu unterstützen • Zusätzliche Anreize o Farben einsetzen o Beispiele geben o Bilder und Skizzen verwenden o Wichtiges hervorheben, z.B. durch Farben, Umrahmung, Unterstreichung oder Schraffur o Zusammengehörende Sachverhalte immer in der gleiche Farbe und Form darstellen o Nur wenige Farben pro Darstellung verwenden, zu viel Farbe macht nur noch bunt und kann leicht verspielt wirken Weiterführendes Material: o Ein Buch, das u. M. nach die Grundregeln der Visualisierung am besten zusammenfasst: Visualisieren in der Moderation. Telse Schnelle-Cölln und Eberhard Schnelle. Windmühle Verlag. 1998. o UZMO - Denken mit dem Stift, Taschenbuch von Martin Haussmann, Redline. 2014. o Für alle die gerne mit Bildern arbeiten: Bikablo 1 und 2. M. Haußmann. Neuland Verlag. 2007 u. 2009. Moderationsstile Sagen, wo es lang geht und hart durchgreifen oder sich von der Gruppe leiten lassen und zurückhaltend unterstützen. Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Meist hängt es von der Gruppe ab, welcher Stil sich besser eignet. Aber auch situationsbedingt können unterschiedliche Stile einen Prozess unterstützen oder hemmen. Große Gruppen brauchen meist mehr Kontrolle. Teilnehmende mit Erfahrung in Gruppenprozessen sind oft selbstständiger und wünschen sich Freiräume. In der Theorie lassen sich zwei Richtungen unterscheiden - direktive und non-direktive Moderation. In der Praxis bewegt ihr euch immer dazwischen. Direktive Moderation Die Moderation gibt klare Vorgaben. Sie bestimmt die Methoden und setzt den Zeitplan strikt durch. VORTEILE: • Gibt klaren Rahmen vor • Die Kontrolle liegt bei der Moderation • Diskussionen und Arbeitsphasen bleiben zielorientiert • Klare Vorgaben geben ein Gefühl von Sicherheit NACHTEILE: • Orientiert sich weniger an den Bedürfnissen der Teilnehmenden • Ist weniger flexibel • Arbeitsrhythmus der Teilnehmenden wird nicht berücksichtigt; produktive Arbeitsphasen werden ggf. unterbrochen • Starke Autorität der Moderation kann demotivierend wirken / Widerstände in der Gruppe hervorrufen Non-direktive Moderation Der Prozess orientiert sich an der Gruppe. Die Moderation gibt nur wenig Input. VORTEILE: • Prozessorientiert und flexibel • Die Kontrolle liegt bei den Teilnehmenden • eingehen auf individuelle Bedürfnisse ist möglich • Bietet Zeit für Prozesse • Potentiale, Wissen und Erfahrungen werden gefordert • Eigenverantwortung fördert die Motivation NACHTEILE: • Weniger zielorientiert • Weniger klare Struktur • Die Teilnehmenden wissen evtl. nicht, was sie machen sollen • Manche Menschen sind von eigenverantwortlichem Arbeiten überfordert • Diskussionen können ausufern • Redegewandte, dominante Teilnehmende setzen sich und ihre Inhalte leichter durch Moderation lernen Dieser Text zu Moderation erhebt nicht den Anspruch, seine*n Leser*in zu einer Moderator*in zu machen. Die theoretischen Grundlagen von Moderation sind sehr übersichtlich. Moderation wird mit Erfahrung immer besser. Wir wollen hier 6 Lernwege beschreiben, um diese Erfahrungen zu sammeln. Dabei wisst ihr selbst am Besten, auf welchen Wegen ihr gut lernt. Lesen Es gibt viele Bücher und Reader zu Moderation, die theoretische Grundlagen vermitteln, Anwendungshinweise geben, Regeln der Moderation aufstellen und Methodensammlungen beinhalten. Das Lesen dieser Werke gibt theoretisches Wissen, um Moderationen durchzuführen. Qualifizierungs-Seminare und Ausbildungen Moderationsseminare gibt es mittlerweile viele. Hier gibt es neue Methoden und Aspekte sowie andere Sichtweisen, die das eigene Handwerkszeug ergänzen. Moderationsausbildungen umfassen einen längeren Zeitraum und behandeln mehr Themenfelder ausführlich. Es kann sehr spannend und gewinnbringend sein, sich begleitet ausführlich auf die Arbeit vorzubereiten. Andererseits sind diese Ausbildungen mit hohen Kosten verbunden und ihr solltet euch vorher fragen, ob der Aufwand im Verhältnis zu eurer späteren Tätigkeit steht. Moderationen durchführen Learning by doing. Probiert euch einfach mal in einem Kontext aus, in dem ihr euch sicher fühlt oder in dem nicht viel schief gehen kann. Ein wichtiger Teil des Lernprozesses ist auch hier die Reflexion. Nehmt euch nach jeder Moderation die Zeit zu überlegen, was gut gelaufen ist und was ihr verändern möchtet.  Moderationen anderer beobachten Es lässt sich viel über gute Moderationen lernen und vor allem immer neue Methoden kennenlernen, indem ihr andere Moderator*innen erlebt, Arbeitsweisen beobachtet und reflektiert: Was hat gut gewirkt? Was hat nicht geklappt? Welche Methoden wurden wie angewandt? Was hättet Ihr anders gemacht? Und was davon wollt Ihr euch selbst aneignen? Feedback Lasst euch Rückmeldung zu eurer Arbeit geben! Es zeigt euch methodische Fallstricke auf, gibt Hinweise, was ihr hättest anders und vielleicht besser machen können. Fragt einfach mal andere Moderator*innen, ob sie Zeit und Lust hätten, sich eine Moderation von euch anzuschauen. Außerdem gehört ein Feedback eurer Teilnehmenden zu jeder Moderation. Wie eure Moderation auf die Teilnehmenden gewirkt hat, ist für euch die wichtigste Rückmeldung, um Euch weiterentwickeln zu können. Und für die Teilnehmenden ist es eine Chance, den Prozess noch einmal zu reflektieren. Tandemmoderation Die Tandemmoderation bietet viele Möglichkeiten, die eigene Moderation weiterzuentwickeln. In der gemeinsamen Planung tauscht ihr euch aus und diskutiert. Nach jeder Einheit gebt ihr euch ein Feedback. Einen tollen Lerneffekt kann es auch haben, mit einem*r erfahreneren Moderator*in zu moderieren. Du wächst mit deinen Erfahrungen und an Herausforderungen, die du dir suchst. Zum Nach- und Weiterlesen: o DKJS (Hrsg.); pttp – power to the people! Moderationsmappe für Jugendbeteiligung; Berlin, 2007. o Herbert Gudjons (Hrsg.), Moderationsmethode in Schule und Unterricht, Bergmann + Helbig Verlag, Hamburg, 1998. o Michéle Neuland, Neuland-Moderation, Neuland – Verlag für lebendiges Lernen, 1995. o Josef W. Seifert: Visualisieren, Präsentieren, Moderieren. Gabal Verlag, 2011. o Eine kleine nützliche Linksammlung gibt es auch auf den Seiten vom Kommunikationskollektiv (KoKo): http://www.kommunikationskollektiv.org/material/ Methodenkoffer Allgemeine Hinweise Dies ist eine Sammlung von Methoden und Techniken, die wir hilfreich finden für partizipatorische Treffen und Workshops. Die Methoden sind in Kategorien eingeteilt, können aber auch oft in anderen Momenten angewandt werden. Lass dich nicht von den Kategorien einschränken! Es gibt mehr und detailliertere Informationen in Englisch auf der Webseite von Seeds for Change, insbesondere die Anleitungen „Facilitating Workshops“ und „Facilitating Meetings“. Ein paar generelle Hinweise für das Benutzen der Methoden: → Jede Gruppe ist anders: einige Methoden sind vielleicht unpassend für bestimmte Gruppen. Zwinge nie eine Gruppe oder eine_n Einzelne_n, eine Methode zu benutzen, sondern lass die Leute für sich entscheiden, inwieweit sie teilnehmen wollen. → Sei flexibel: lass deine Wahl der Methode nicht darüber entscheiden was passiert, sondern passe die Methoden den Bedürfnissen der Gruppe an. Sei kreativ und erfinde deine eigenen Methoden. → Benutze Visualisierungen, wie z.B. Whiteboards. Nutze sie, um Anweisungen und zu bearbeitende Fragen aufzuschreiben und Antworten der Teilnehmer_innen festzuhalten → Beachte, dass nicht alle Leute in der Großgruppe teilen wollen, worüber sie in Kleingruppen oder 2-er Gruppen geredet haben. → Erkläre das Ziel einer Methode, bevor du die Gruppe bittest, sie zu benutzen. So können die Teilnehmer_innen selbstbestimmt entscheiden, was sie tun wollen, wodurch eine bessere Teilnahme möglich ist. von: www.seedsforchange.org.uk (2010) übersetzt und angepasst von www.kommunikationskollektiv.org (2014) Zentrale Moderationsmethoden Gruppenvereinbarung 5min – 1h, jede Anzahl von Leuten Es kann hilfreich sein, Treffen oder Workshops mit dem Aushandeln einer Gruppenvereinbarung anzufangen. Das Ziel der Gruppenvereinbarung ist es, einen sicheren und respektvollen Raum zu schaffen, in dem Leute produktiv miteinander arbeiten können. In der Regel ist die Gruppenvereinbarung eine Reihe von Aussagen, die die Art und Weise wie miteinander gearbeitet und umgegangen wird beschreiben. Oft kommen darin Sätze vor wie: „Respektiere die Meinung anderer“ „gib jede_r die gleiche Chance zu sprechen“ (das könnte auch genauer formuliert sein: „kein Unterbrechen“ zum Beispiel) „Vertraulichkeit“ „Handys aus oder auf stumm“. Die Hauptsache einer Gruppenvereinbarung ist, wie der Name schon sagt, dass sie von der Gruppe gemeinsam vereinbart wird. Vereinbarungen können einer Gruppe vorgeschlagen, aber nicht für sie bestimmt werden. Wie notwendig und sinnvoll Gruppenvereinbarungen sind, ist in der Trainer_innenszene umstritten. Eine andere Möglichkeit ist, die Bedürfnisse abzufragen: „Was brauchst du, um an diesem Treffen/ Workshop teilnehmen zu können? Was hindert dich daran, aktiv teilzunehmen?“  Aus der zweiten Fragen können ggf. konkrete Vereinbarungen getroffen werden. Mehr Infos dazu auf www.seedsforchange.org.uk „Group agreements for Workshops and Meetings“.  Aktive Zustimmung ist ein nützlicher Zusatz zu einer Gruppenvereinbarung. Das heißt, dass die Gruppe vereinbart, aktiv ihre Meinung zu bekunden, wenn es etwas zu klären gibt. So kannst du erwarten, eine klare Antwort zu erhalten, wenn du der Gruppe eine Frage stellst. Wenn du zum Beispiel fühlst, dass die Gruppe gerade müde ist, könntest du fragen, ob sie eine Pause wollen oder noch mit dem nächsten Tagesordnungspunkt (TOP) weiter machen wollen. Was tust du, wenn keine_r was sagt und alle auf die Füße starren? Aktive Zustimmung ist eine Möglichkeit damit umzugehen. „Stummer Applaus“ kann genutzt werden, um aktive Zustimmung zu zeigen, bzw. abzufragen. 2 Wenn es kaum aktive Zustimmung gibt, kann dies auch der Gruppe gespiegelt werden und die Gruppe gefragt werden, was sie braucht: „Ich sehe gerade nur drei Leute, die ihre Meinung bekunden. Was ist los? Was braucht ihr?“ Runde 1 – 3 Minuten pro Person; 3-30 Leute Nacheinander redet jede_r über ein Thema oder eine Frage, ohne unterbrochen oder von anderen kommentiert zu werden. Runden sind sinnvoll, um eine gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen; d.h. in diesem Fall sich zu äußern und gehört zu werden. Es ist wichtig zu erwähnen, dass jede_r auch weitergeben kann, um nicht unter dem Druck zu stehen, etwas sagen zu müssen. Damit die Runde fokussiert ist, braucht es eine klar formulierte Frage, die am besten auf einem Flipchart, den alle sehen können, geschrieben ist. Wenn nötig, kann es pro Person eine Zeitbegrenzung geben. Mehr Infos auf www.seedsforchange.org.uk „Tools for Group Work“. Brainstorm – Ideensturm 10 – 30 Minuten; 5 – 15 Leute Dies ist eine Methode um kreatives Denken zu fördern und viele Ideen zu sammeln. Am Anfang nenne klar das Thema, über das „gebrainstormt“ wird. Bitte die Leute, ihre Ideen möglichst schnell heraus zu sprudeln, ohne das sie zensiert werden. Verrückte Ideen sind willkommen, denn sie können inspirierend sein. Es werden 1-2 Leute gebraucht, die so mitschreiben, dass alle es sehen können. Stelle sicher, dass es keine Diskussion oder Kommentare über die Ideen der anderen gibt. Eine Strukturierung der Ideen kann danach passieren. Mehr Infos auf www.seedsforchange.org.uk Eine Variation… Der wandernde Ideensturm ermöglicht eine höhere Beteiligung und bringt Bewegung in eine Gruppe. Außerdem ermöglicht er, dass mehrere verwandte Themen zeitgleich bearbeitet werden. In einem wandernden Ideensturm starten verschiedene Gruppen an verschiedenen „Stationen“ (ein Tisch oder ein Stück Wand mit Papier drauf) und „brainstormen“ über das Thema der Station. Du gibst ein Zeit-Zeichen und die Gruppe wandert zur nächsten Station. Wenn du pro Station relativ wenig Zeit gibst und streng bist, ist es eine dynamische Methode. Du möchtest zum Beispiel in einem Workshop zu „Fähigkeiten für die Moderation“ Ideen sammeln zu Methoden im Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen bei Treffen. Eine Station könnte „dominante Menschen“ heißen, die nächste „schüchterne und ruhige Menschen“, und eine dritte „Leute die viel Zeit brauchen, um zum Punkt zu kommen“ und so weiter. Ein wandernder Ideensturm ermöglicht es der Gruppe, ihr Wissen und ihre Kreativität zu teilen, ohne dass jemand ein Referat von „oben nach unten“ hält. Hinweise und Tipps: → Wenn die Leute herum gehen, müssen sie die Ideen der vorhergehenden Gruppe lesen können – also müssen die Ideen verständlich formuliert und lesbar aufgeschrieben werden. → Die neue Gruppe muss nur neue Ideen aufschreiben, deshalb braucht sie weniger Zeit. Die Zeit pro Station kann also im Laufe des Ideensturms immer weiter reduziert werden. → Zum Ende kannst du die Gruppen noch herum gehen und lesen lassen, was die anderen zum Thema hinzugefügt haben. Kleingruppen Zeit hängt von der Aufgabe ab; 3-15 Leute pro Gruppe. Es gibt viele Gründe, in Kleingruppen zu gehen. Große Gruppen werden manchmal von wenigen Menschen oder wenigen Ideen dominiert, was die Kreativität und Teilnahme der anderen hemmt. Im Gegensatz dazu geben Kleingruppen für jede_n die Zeit zu sprechen und sich involviert zu fühlen und schüchtern sehr viel weniger ein. Dies kann die Dynamik im Raum erhöhen, weil mehr Menschen aktiv beteiligt sind. Es kann auch ermöglichen, über emotional aufgeladene Themen zu reden, was in der Großgruppe vielleicht sehr schwer wäre. Und Kleingruppen sind effizienter – viele Themen können in einer Kleingruppe viel besser besprochen werden, zum Beispiel das Layout eines Rundbriefs. Des Weiteren könnte jede Kleingruppe an einem anderen Thema arbeiten, so dass mehrere Themen gleichzeitig behandelt würden.  Denke über die Art der Gruppe nach, die gebraucht wird: eine zufällige Gruppe (zum Beispiel abzählen, nach Hosenfarbe usw.) oder eine Gruppe mit bestimmten Erfahrungen, oder Fähigkeiten, oder eine Gruppe, die auf das Thema Lust hat? Erkläre klar, was du die Gruppen bittest zu tun. Schreibe die Fragen oder Themen vorher auf Flipchart-Papier oder eine Tafel. Wenn du willst, dass die Kleingruppe in der Gesamtgruppe Feedback gibt, ist es wichtig, dass du klar sagst, was für ein Feedback aus den Kleingruppen du dir wünschst. Es kann hilfreich sein daran zu erinnern, dass dafür jemand aus der Kleingruppe bereit sein muss, um Rückmeldung zu geben. Manchmal ist es notwendig, alles was besprochen wurde zu hören, oft ist das auch nicht notwendig. Ermuntere die Leute, die die Rückmeldung geben, präzise und kurz zu sein. Du kannst ggf. ein Zeitlimit setzen oder die Gruppe bitten nur die wichtigsten Punkte zurück zu melden. Sich in Paaren zuhören 5 – 15 Minuten; 2 Leute pro Gruppe. Diese Methode eröffnet einen Raum, in dem jede einzelne Person gehört wird, und ermöglicht es jede_r/m Einzelnen, eigene Gedanken oder Gefühle zu erkunden und zu formulieren ohne unterbrochen zu werden. Diese Methode kann hilfreich sein, um Konflikte ans Licht zu bringen und zu lösen oder um es Leuten vor einer Großgruppendiskussion zu ermöglichen, ihre Gedanken zu sammeln und zu sortieren. Sich in Zweier-Paaren zu zuhören ist auch eine gute Möglichkeit, um die Fähigkeit des aktiven Zuhörens zu üben. Teile die Gruppe in Zweier-Pärchen auf. Eine Person redet, eine hört zu. Die redende Person teilt ihre Gedanken oder Gefühle über das vorgegebene Thema mit. Ermuntere die redende Person direkt zu sagen, was ihr in den Sinn kommt, ohne zu analysieren oder sich zurückzuhalten. Das erscheint zunächst schwierig – du kannst es dir wie einen inneren Monolog vorstellen, der laut ausgesprochen wird. Die Rolle des/der Zuhörer_in ist es; die volle Aufmerksamkeit zu geben ohne zu unterbrechen, nachzufragen oder kommentieren. Die zuhörende Person kann durch Augenkontakt, unterstützende Geräusche, Kopfnicken, Lächeln und andere Körpersprache eine aufmerksame und unterstützende Atmosphäre schaffen. Wenn die denkende Person ins Stocken kommt, kann die zuhörende mit neutrale Fragen wie „Warum denkst du das? Wie fühlt sich das für dich an?“ unterstützen. Nach einer vorher gesetzten Zeit tauschen die beiden die Rollen (ein bis vier Minuten sind in der Regel genug). Diese Übung kann mit einer Runde abgeschlossen werden, in der jede_r die Rolle seiner Partner_in zusammenfasst. Rollenspiele und Simulation 10 Minuten – 3 Stunden; 5 – 100 Leute Rollenspiele und Simulation sind eine Möglichkeit, ein Szenario durch zu spielen, Fertigkeiten in diesem Szenario zu üben und die emotionalen Reaktionen zu erforschen. Der Unterschied ist einfach: Wenn Leute eine bestimmte Rolle annehmen, ist es ein Rollenspiel. Wenn Leute als sie selbst ein Szenario durch spielen, ist es eine Simulation. Manchmal werden einige Teilnehmer_innen sich selbst spielen und andere eine Rolle annehmen. Simulation ist gut, um neue Fähigkeiten genauso wie vorhandene Fähigkeiten in neuen Situationen zu üben. Rollenspiele helfen, die Reaktionen anderer Leute zu verstehen und sie können Einsicht in die Gedanken und Gefühle von „Gegnern“ geben.  Suche jeweils eine Situation aus, die gespielt werden soll. Dazu frag dich, was untersucht werden soll und warum. Eine einfache Situation ist die beste. Erkläre die Situation genau, auch die verschiedenen Gruppen die dabei sind (z.B. Polizei und Protestierende) sowie die Umgebung. Wenn du Leute brauchst, die Rollen übernehmen, frag nach Freiwilligen. Zwinge niemals eine Person, eine Rolle anzunehmen, mit der sich die Person nicht wohl fühlt. Gib den Teilnehmenden ein paar Minuten, um in ihren Rollen anzukommen. (Anm. der Übersetzung: Theater Aufwärmübungen vom Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal können helfen, um ins „Spielen“ zu kommen). Bitte die Leute, die nicht mit spielen, aktive Beobachter zu sein. Als Moderator_in unterbrichst du eine Simulation oder ein Rollenspiel, wenn genug Aspekte klar geworden sind, die Übung zu einem natürlichen Ende kommt oder Leute aufhören wollen. Das Spiel sollte auch unterbrochen werden, wenn ein_e Teilnehmer_in große Verspannung zeigt oder zu stark herein gezogen wird. Mach eine kurze Pause, lass die Rollen abschütteln (siehe unten) und dann bespreche die Übung nach. Die Nachbesprechung gibt den Teilnehmer_innen  und den Beobachter_innen die Chance, zu verarbeiten und zu analysieren, was passiert ist und wie sie ihre Fähigkeiten angewendet haben. Fange damit an, die Spielenden zu fragen, wie sie sich in ihrer Rolle gefühlt haben. Dann frag die Beobachter_innen nach ihren Eindrücken und danach kann es zur Diskussion kommen. ' Was haben die Leute gelernt? Und wie werden sie das Gelernte im echten Leben anwenden?  Halte die Leute von Kommentaren ab, die sagen, wie andere sich hätten verhalten sollen. Bedanke dich bei den Leuten für den Mut, teilzunehmen, egal was am Ende herausgekommen ist. Diese Methoden sind fürs Lernen. Benutze unterstützende Sprache, wie zum Beispiel „Eine andere Option die ihr ausprobieren könntet ist ...“, „Vielleicht könnte das funktionieren …“, „Ich habe von euch … gelernt, und würde gerne … ausprobieren.“ Falls neue Ideen kommen, könnte es hilfreich sein, sie direkt auszuprobieren, anstatt drüber zu reden, was dabei rauskommen könnte.  Eine Variation… Stresslinien sind ein kurzes Rollenspiel. Dabei können die Teilnehmer_innen gut ihre emotionalen Reaktionen erforschen, ihre Körpersprache beobachten oder sich auf bestimmte Situationen vorbereiten, wie zum Beispiel aggressives Verhalten der Öffentlichkeit oder der Polizei bei einer Aktion. Wie bei jedem Rollenspiel lade Leute, die nicht teilnehmen wollen, ein, Beobachter_innen zu sein. Teilnehmer_innen stellen sich in zwei Reihen jeweils eine_r/m Partner_in gegenüber. Beiden Reihen wird eine Rollenbeschreibung gegeben und ein kurzes Szenario erläutert. Dann gehen sie aufeinander zu und spielen ihre Rollen. Die eine Reihe könnten zum Beispiel die Protestierenden sein und die andere Seite ein_e Fußgänger_in, die den Protest kritisch sieht und zum Beispiel provokativ kommentiert „Geh arbeiten“. Nach einem kleinen Moment (30 Sekunden bis 2 Minuten) stoppt die Moderation das Rollenspiel und fragt die Teilnehmenden nach ihren Kommentaren zur Übung, z.B. „Hat es für dich funktioniert?“ und „Wie hat es sich angefühlt?“. Die Rollen können dann getauscht, und das Szenario geändert werden. Nach jedem Rollenspiel ist es wichtig, dass die Teilnehmenden sich von ihrer Rolle lösen und starke Emotionen zurücklassen. Was dazu notwendig ist hängt von der emotionalen Intensität des Rollenspiels ab. Es kann sich einfach ausgeschüttelt oder einige tiefe Atemzüge gemacht werden. Andere Möglichkeiten sind: eine Pause, eine Spiel mit Bewegung oder eine Visualisierung, die die Leute woanders hinbringt (z.B. eine schöne Erinnerung). Plus-minus-interessant 5 – 20 Minuten; 3 – 20 Leute. Dies ist eine Methode, die es ermöglicht, sich widersprechende Meinungen auszudrücken, ohne zu viel Konflikt herauf zu beschwören. Sie kann mit der ganzen Gruppe, in Kleingruppen oder individuell benutzt werden. Schreibe das Thema auf ein großes Stück Papier. Male ein Pluszeichen, ein Minuszeichen und ein „I“ (steht für interessant). Bitte die Leute zuerst, alles aufzuschreiben bzw. zu sagen und du schreibst es auf, was ihnen zum „Pluszeichen“ einfällt. Zunächst ohne Kommentare und Diskussion. Wenn alle zu Wort gekommen sind, gehe zum „Minuszeichen“ und schreibe alles auf, was die Leute eher negativ finden. Um das „I“ wird dann alles aufgeschrieben, was als interessant angesehen wird, zum Beispiel Ideen die weiter verfolgt werden können. Dann kann für eine zweite Runde zum Pluszeichen zurückgekommen werden. Die erste Runde ist dafür da, um herauszubekommen, was es in der Gruppe für Meinungen, Ideen und Gefühle gibt. Die zweite Runde baut dann darauf auf. Derselbe Aspekt kann in allen drei Bereichen vorkommen, denn was für einige positiv ist, kann für andere negativ sein. Barometer 20min – 1 Stunde; 5 – 100 Leute Diese Methode hilft, die verschiedenen Meinungen innerhalb einer Gruppe zu ergründen. Es ist eine bewegungsreiche Methode, um eher theoretische/ philosophische Fragen als praktische in einer großen Gruppe zu ergründen. Zuerst zeichne eine Linie quer durch den Raum (kann auch eine gedachte Linie oder eine aus Kreide oder Klebeband). Das eine Ende steht für: „Ich stimme voll und ganz zu“ und das andere Ende steht für „Ich stimme überhaupt nicht zu“. Beschreibe das Thema mit dem sich auseinandergesetzt werden soll und formuliere eine Aussage, der zugestimmt oder die abgelehnt werden kann. Bitte die Leute, sich entsprechend ihrer Meinung am Barometer zu positionieren. Sie können verschiedene Positionen ausprobieren, bis sie sich irgendwo definitiv hinstellen. Bitte sie, kurz mit der Person neben sich darüber zu reden, warum sie stehen wo sie stehen. Danach lade die Teilnehmer_innen ein, ihre Meinungen und Gefühle mitzuteilen. Leute können sich auch woanders hin positionieren, wenn sie ein Beitrag einer anderen Person überzeugt, den Platz zu ändern. Wiederhole diese Übung mit anderen Aussagen, die das Thema, um das es geht, weiter untersuchen und beobachte, ob und wie sich die Meinung der Leute ändert. Die Linie kann auch kurvig sein, so dass sich die Teilnehmer_innen besser sehen können. Diese Methode spricht unsere intuitive, wie auch rationale Seite an und sollte in einer ruhigen und nachdenklichen Atmosphäre stattfinden. Ein Barometer braucht oft eine starke Moderation, um die Gruppe davon abzuhalten, in eine allgemeine Diskussion zu rutschen. Methoden für den Anfang und das Ende Treffen und Workshops können in der Qualität leiden, wenn Teilnehmer_innen nicht das Gefühl haben, dass sie eine Beziehung zueinander aufgebaut haben oder wenn sie zu abrupt enden – also keinen Abschluss haben. Die folgenden Methoden sind gut für Anfänge und Abschlüsse zu gebrauchen, können aber auch an anderen Stellen passen. Persönliches Vorstellen 30 Sekunden – 1 Minute pro Person; 3 – 20 Leute Jede Person sagt ihren Namen, wo sie herkommt und noch einen Fakt über sich. Dieser dritte Fakt kann frei gewählt werden oder die Moderator_in macht einen Vorschlag, zum Beispiel das Lieblingsessen, warum sie zum Treffen gekommen sind, irgendetwas Schönes, das letzte Woche passiert ist. Sich in Zweier Gruppen vorstellen 10 – 20 Minuten; 10 – 30 Leute Bitte die Teilnehmer_innen sich zu zweit zusammen zu tun mit Menschen, die sie noch nicht oder nicht so gut kennen. Eine Person interviewt die andere für drei Minuten, dann wird getauscht. Fragen können sein: warum ist die Person da, was erwartet sie und was hofft sie zu lernen, zu erreichen, mitzunehmen während der Veranstaltung. Wenn die ganze Gruppe zusammenkommt stellt jede Person die von ihr interviewte vor, mit den Details, an die sie sich erinnert. Die Moderator_in kann auch bestimmte Themen für das Interview vorschlagen. Namensspiele 5 – 15 Minuten; 10 – 30 Leute Es gibt sehr viele Spiele, die helfen, sich an die Namen der anderen zu erinnern. Dies ist eines unsererLieblingsspiele: Die Gruppe steht in einem Kreis und alle gucken sich an. Jede_r muss sich ein Verb (Tuwort) ausdenken das mit dem gleichen Buchstaben anfängt wie ihr Name. Zuerst mach eine Runde in der sich alle vorstellen, also zum Beispiel „Holgerhüpft“. Wenn alle durch sind, werfe einen (realen oder vorgestellten) Ball, während du ihren Namen sagst und das Verb ausführst (also „Holger“ sagend, und währenddessen hüpfen wenn der Ball Holger zugeworfen wird). Der hüpfende Holger wirft dann den Ball zum Beispiel zur lachenden Larissa, während sie lacht. In großen Gruppen kann es auch mehrere Bälle geben, damit keine Langweile entsteht. Menschenkarte 5 – 10 Minuten; 5 – 40 Leute Lass eine menschliche Karte entstehen, um dazustellen, wo Menschen herkommen. Zeige oder schreibe, auf wo Norden, Osten, Süden, Westen ist und bitte die Teilnehmer_innen sich entsprechend ihrer Herkunft aufzustellen. Frag die Leute, die am weitesten voneinander entfernt stehen, wo sie herkommen, dann mach weiter mit jeder Gruppe von Menschen. Eine andere Variation ist, zu fragen, wo Leute gerne Leben wollen, wo sie in den Urlaub fahren wollen oder wo sie die längste Zeit ihres Lebens verbracht haben usw. Etwas Aufregendes miteinander teilen 30 Sekunden – 2 Minuten pro Person; 3 – 20 Leute Die Teilnehmer_innen teilen sich etwas Aufregendes mit, das ihnen in letzter Zeit passiert ist. Zum Beispiel „Ich hab die ersten Erbsen dieses Jahr geerntet“, „meine Freundin aus Italien war zu Besuch“, „Ich habe eine neue, voll gute Lohnarbeit“. Dies bringt viel positive Energie in den Raum fürs Treffen und bringt die Menschen näher zueinander. Es kann auch als Einstieg genutzt werden, wenn die Menschen sich schon kennen. Stelle sicher, dass die Leute sich kurz halten und halte sie von Kommentaren oder Fragen ab. Verwechsele etwas Aufregendes miteinander teilen nicht mit Ankündigungen. Emotions-Runde bis zu 1 Minute pro Person; 3 – 30 Leute Bitte die Leute in sich hinein zu gucken wie sie sich fühlen. Dann mach eine Runde, in der die Leute in einigen Wörtern oder Sätzen beschreiben, wie sie sich gerade fühlen. Zum Beispiel: gespannt, unruhig, müde, aufgeregt. Dies gibt der Gruppe und der Moderator_in die Möglichkeit sich aufeinander einzustellen. Wenn die Leute müde sind, kannst du einen Wupp/ Energizer/ ein Spiel spielen und die Fenster öffnen. Eine „Emo-Runde“ kann am Anfang und am Ende eines Workshops stattfinden, um zu sehen, wie sich die Gefühle verändert haben. Im Raum ankommen bis zu 5 Minuten pro Person; 3 – 15 Leute Alle sitzen im Kreis, so dass sie sich sehen und hören können. Bitte jede Person nacheinander Bedenken, Sorgen, Ablenkungen, was eine_n sonst noch so gerade beschäftigt zu teilen. Zum Beispiel: „Ich hab ein Referat morgen und ich bin aufgeregt“, „Meine Tochter hat gestern ein Baby bekommen und es ist mein erstes Enkelkind“. Bitte die anderen ihre volle Aufmerksamkeit der Sprecher_in zu geben. Als Moderator_in kannst du die Person, wenn sie nicht weiterkommt, mit Fragen unterstützen wie „Gibt es irgendetwas, was du tun möchtest?“ oder „Gibt es noch was, das du dazu sagen möchtest?“ Diese Methode ist passend, wenn sich die Gruppe gut kennt und eng zusammen arbeitet, sowie wenn es viel Vertrauen innerhalb der Gruppe gibt. Persönlicher Gegenstand 1 – 2 Minuten pro Person; 5 – 20 Leute Sitze im Kreis um ein großes Stück Papier. Bitte jede Person einen persönlichen Gegenstand aus ihrer Hosentasche oder Tasche zu nehmen – irgendetwas das ihnen etwas bedeutet – und lass es sie auf dem Blatt Papier mit einem Stift umranden. Wenn es umrandet ist, kann der Gegenstand wieder weggepackt werden. Nacheinander kann sich jede_r eine Umrandung aussuchen. Die Person, von der die Umrandung ist erklärt, was das für ein Gegenstand ist und warum ihr der Gegenstand etwas bedeutet. Workshop Geschenke 10 – 15 Minuten; 5 – 20 Leute. Ein nachdenkliches und lustiges Spiel, dass für den Abschluss eines Workshops genutzt werden kann. Jede_r bekommt eine Karte mit einem „Geschenk“, das drauf geschrieben ist. Alle nacheinander erklären dann, was sie mit dem Geschenk machen werden. Beispiele für die Geschenke können sein: ein Apfelbaum dessen Früchte die Kraft haben, jedem einen Wunsch zu erfüllen, die sie essen, ein leerer Zug, der überall in die Welt reisen kann oder ein Umhang der die Träger_in unsichtbar macht. Einen Brief an sich selber schreiben 5 – 20 Minuten; keine Teilnehmer_innen Begrenzung Dies klingt vielleicht etwas komisch, ist aber eine schöne Möglichkeit für alle darüber nachzudenken, was sie im Workshop gelernt haben, was für Veränderungen sie vielleicht machen werden oder was nächste Schritte in ihrem Leben oder auf der Arbeit auf Grund des Workshops sein werden. Gib allen etwas Papier, einen Briefumschlag und einen Stift und bitte sie, einen Brief an sich selber zu schreiben. Lass sie ihren Brief in den Umschlag tun und ihre Adresse drauf schreiben. Sammle die Briefumschläge ein und erkläre, dass du sie nicht öffnen wirst, sondern in ein paar Wochen oder in ein paar Monaten an die Teilnehmer_innen schicken wirst. Denn wir nehmen uns oft etwas vor, was wir dann nicht schaffen. Unser eigener Brief könnte dann einfach die Erinnerung sein, die wir brauchen. Menschen Bingo 10 – 20 Minuten; 5 – 40 Leute Eine flexible und sanfte Methode, das Eis in Gruppen zu brechen. Schreibe eine Reihe Fragen auf, von denen du willst, dass jede Person die Antworten von den anderen Leuten der Gruppe findet. Die Fragen können zu der Veranstaltung passen, z.B. „Was für Qualitäten hast du, die dich zu einer guten Trainer_in machen?“ oder allgemein „Wie geht es dir heute?“. Es ist hilfreich, wenn alle die Fragen auf einem Blatt Papier haben, um sie mit sich herum zu tragen und um die Antworten einzufügen, während sie die Leute fragen. Wenn jemand Antworten zu allen Fragen hat, ruft die Person „Bingo“ und das Spiel ist zu Ende. Bei zehn Fragen wird die Gruppe gut durchgemischt und es wird viel Information ausgetauscht. Methoden um Vertrauen aufzubauen Diese Methoden helfen Vertrauen in einer Gruppe zu schaffen, in dem die Leute Gefühle, Dinge aus ihrem Leben oder Herausforderungen mit einander teilen. Alternativer Lebenslauf 15 – 25 Minuten; 5 – 40 Leute. Teile buntes Papier und Buntstifte an die Teilnehmer_innen aus. Bitte die Leute, ein Muster ihrer Wahl auf das Papier zu malen. Wenn die Leute fertig sind, bitte sie das Muster mit Wörtern und Wortgruppen zu füllen – die beschreiben, was sie an sich mögen, was für Fähigkeiten sie haben und Fähigkeiten, die sie gerne lernen wollen. Bitte die Leute, ihren Namen drauf zu schreiben. Lass die fertigen Muster im Kreis herumgehen oder hänge sie an der Wand auf. Diese Übung hilft Leuten sich selbst und andere so anzuerkennen, wie sie sind und ist eine gute Basis, um zusammen zu arbeiten. Geübte Hand 15 – 25 Minuten; 4 – 100 Leute. Verteile Papier und Stifte. Bitte alle, um ihre Hand herum zu malen und etwas in jeden Finger zu schreiben, das sie gut können. Lass die Leute in Zweier-Gruppen gehen. Nacheinander stellen die zwei Leute sich gegenseitig vor, was sie gut können und wie sie das gelernt haben. Diese Übung hilft den Teilnehmer_innen nicht nur dabei, mehr von einander zu erfahren, sondern hilft auch, das Selbstbewusstsein der Leute zu stärken. Male dich selbst 20 – 40 Minuten; 6 – 20 Leute. Verteile buntes Papier und Buntstifte. Bitte die Leute ein Bild zu malen oder zu zeichnen, das ausdrückt, wer sie sind. Wenn alle fertig sind, bitte sie in Zweier-Gruppen zu gehen und ihr Bild der anderen Person zu erklären. Die Partner_innen stellen sich dann gegenseitig vor, indem sie das Bild benutzen. Eine Entdeckungsreise 15 – 30 Minuten; jede Anzahl von Teilnehmer_innen, hängt vom Platz ab. Gehe nach draußen in einen Garten oder Wald. Teile die Gruppe in Zweier-Gruppen auf. Eine Person schließt die Augen und die andere führt diese Person an der Hand und hilft ihr die Natur zu entdecken; mit allen Sinnen, außer dem Sehen. Tausche die Rollen nach einer festgelegten Zeit. Die Teilnehmer_innen müssen vorsichtig sein, nicht das Vertrauen, dass ihnen gegeben wird, zu missbrauchen – es ist sehr schön eine Blume anzufassen und zu riechen, aber nicht eine Distel! Diese Übung kann viel Spaß bringen, besonders inmitten eines langen, ermüdenden Treffens und sie ist hervorragend dazu geeignet, Vertrauen zu schaffen. Kreis des Vertrauens 10 – 15 Minuten; 10 – 20 Leute pro Gruppe. Bitte die Gruppe einen engen Kreis zu formen, mit den Gesichtern nach innen. Eine Person steht in der Mitte. Diese Person darf sich entspannen und nach hinten fallen lassen, in dem sicheren Wissen, dass die anderen sie auffangen werden und sie sanft im Kreis hin und her „schubsen“. Je enger der Kreis ist, desto unwahrscheinlicher ist das Risiko eines Unfalls. Gib jeder Person die möchte, die Möglichkeit in der Mitte zu sein. Diese Methode kann ein angenehmes Spiel sein, das Gruppen zusammenbringt, aber es gibt Risiken. Vorraussetzung ist, dass alle körperlich in der Lage sind sich hinzustellen und es OK ist, von den anderen angefasst zu werden. Die Person in der Mitte kann auch eingangs klarstellen, wo sie nicht angefasst werden möchte. Leiter des Vertrauens 10 – 20 Minuten; 10 – 30 Leute. Lass die Gruppe zwei sich gegenüber stehende Reihen bilden, die dicht beieinander stehen. Eine Person meldet sich freiwillig als erste und stellt sich an das eine Ende der zwei Reihen und lässt sich fallen, im „Stage Diving Stil“. Die Gruppe fängt die Person, hebt sie hoch und gibt sie durch und legt die Person am anderen Ende der Reihe wieder sanft ab. Dann reiht sie die Person in die Doppelreihe ein, und die nächste Person ist dran. Spiegeln 5 – 15 Minuten; unbegrenzte Teilnehmer_innenzahl, hängt von der Größe ab. Teile die Gruppe in Zweier-Gruppen auf, die sich gegenüber stehen. Eine Person macht eine Bewegung und die andere versucht sie so gut es geht zu spiegeln. Tausche Rollen. Wenn beide dran waren, können sie versuchen ihre Bewegungen so zu koordinieren, dass beide bewegende Person und Spiegel zu gleichen Zeit sind. Dies geht am besten mit langsamen Bewegungen und braucht viel Konzentration. Versucht während der Übung nicht zu reden. Methoden die Beteiligung und Diskussion unterstützen Viele dieser Methoden helfen, ein Treffen zu einen sicheren Ort für die leisen Stimmen werden zu lassen. Sie können auch genutzt werden, um gemeinsam Gruppendynamik zu beobachten. Bereits beschriebene Methoden sind hierbei auch hilfreich, zum Beispiel Gruppenvereinbarung und Runden. Themenspeicher / -schatzkammer oder Parkplatz 1 – 2 Minute, um es vorzubereiten; unbegrenzt viele Leute. Der Themenspeicher stellt sicher, dass alle Ideen festgehalten werden und alle Teilnehmer_innen gehört werden können. Was auch immer als Idee, Frage oder Überlegung zur Sprache kommt, aber gerade nicht zur Diskussion passt, kann auf dem Parkplatz geparkt werden (ein großes Stück Papier an der Wand). Das heißt, es wird das Papier geschrieben und später dafür Zeit eingeräumt. Dies hilft fokussiert zu bleiben aber gleichzeitig alle Teilnehmer_innen zu hören. Wenn du sichergehen willst, dass alle Leute gehört werden, ist es natürlich wichtig, auch tatsächlich sich den Parkplatz/ Themenspeicher anzugucken. In der Agenda könnte dafür ein extra Zeitpunkt reserviert sein. Redner:innenliste unbegrenzt viele Leute. Die Redner_innenliste ist eine Methode, die zusammen mit Handzeichen genutzt wird. Alle werden gebeten sich zu melden, wenn sie was sagen wollen. Sie werden dann in der Reihenfolge, in der sie sich gemeldet haben, aufgeschrieben. In dieser Reihenfolge sind die Leute dann eingeladen zu reden. Die Gruppe wird schnell ungeduldig werden mit Menschen, die diese Vereinbarung ignorieren und einfach so reinreden. Variation: Quotierte Redner_innenliste Dies ist eine Möglichkeit, um ungleiche Redeanteile nach von außen zuordnenbaren Kategorien zu vermeiden (z.B. männlich/ weiblich gelesene Menschen). Eine Gruppe kann sich dann entscheiden, dass Menschen, die noch gar nicht geredet haben oder z.B. weiblich gelesen werden die Redner_innenliste überspringen. Es gilt unbedingt darauf zu achten, das zuordnenbare Kategorien gesellschaftlich konstruiert und nicht eindeutig sind. Also: unbedingt mit der Gruppe absprechen. Redestab unbegrenzte Anzahl von Menschen. Es kann ein Stab, eine Muschel, ein Stein – oder irgendein klar erkennbarer Gegenstand genommen werden. Lege den Redestab in die Mitte des Raumes. Redner_innen nehmen sich ihn aus der Mitte, sagen, was sie sagen wollen und packen ihn zurück in die Mitte. Nur die Person, die den Redestab in den Händen hält, darf reden (ggf. kannst du eine Zeitbegrenzung setzen). Diese Methode erlaubt den Leuten nachzudenken und sich dann Zeit zu lassen ihren Punkt zu sagen – sie müssen keine Angst haben, dass ihnen jemand ins Wort fällt. Sie verdeutlicht auch Leuten, wann sie dazu neigen, andere zu unterbrechen und hilft diese Gewohnheit zu durchbrechen. Streichholz Diskussion unbegrenzte Anzahl von Leuten. Diese Methode kann genutzt werden, um dominante oder übereifrige Redner_innen zu begrenzen. Jede Person bekommt am Anfang die gleiche Anzahl Streichhölzer (1 – 5 Streichhölzer, hängt von der zur Verfügung stehenden Zeit ab). Jedes mal wenn eine Person redet, gibt sie einen Streichholz ab. Wenn die Streichhölzer einer Person alle sind, darf sie nicht mehr reden bis die Streichhölzer aller aufgebraucht sind. Zu Beginn sollte entschieden werden, ob Leute auch Streichhölzer an andere Leute geben dürfen. World Café Im World-Café sind Themen an Diskussionstischen festgelegt, an denen sich kleine Gruppen (4-6 Leute) zusammenfinden, um zu diskutieren und dabei ihre Ideen in Stichworten auf der Tischdecke zusammenzutragen. Die Themen bleiben an den Tischen, während sich die Diskutierenden nach Ablauf einer zuvor festgelegten Zeit (40 Minuten) auf die anderen Tische verteilen. Auf diesem Wege können sich alle Beteiligten in die Diskussion zu sämtlichen Themen einbringen und die Themen erfahren eine ständige Ergänzung, ohne dass die jeweils neuen Gruppen durch den bisherigen Verlauf der Diskussion gedanklich festgelegt sind. Fishbowl Eine Fishbowl ist eine sehr einfache, aber oft dynamische Alternative zu Podiumsdiskussion. Die Methode ist besonders gut geeignet für Streitfragen und offene Diskussionsprozesse in großen Runden (ab ca. 20 Leute). Und so geht’s: 1. Nur die Teilnehmer_innen (TN) im Innenkreis dürfen diskutieren, die TN im Außenkreis hören zu. 2. Wenn sich ein_e TN aus dem Außenkreis an der Diskussion beteiligen will, dann muss er/sie sich entweder auf einen freien Stuhl im Innenkreis setzen oder stellt sich hinter einen Stuhl und klopft der Person die dort sitzt auf die Schulter. Die Person auf dem Stuhl darf ihren Gedanken noch zu Ende formulieren und muss anschließend den Kreis verlassen. Die andere Person nimmt dann diesen Platz ein. 3. Ebenso kann jede_r TN im Innenkreis jederzeit den Platz im Innenkreis verlassen, wenn er/sie in der Diskussion pausieren möchte. 4. Wer den Kreis verlässt, kann auch wiederkehren. In vielen Fällen von Diskussionen sind Eingangsstatements der PodiumsteilnehmerInnen geplant. Das kann sinnvoll sein, um Informationen allen zugänglich zu machen oder Transparenz über die Streitpunkte zu schaffen. Die „Fish Bowl“ kann dann ergänzt werden um eine Vorphase, in der Statements aus dem Außenkreis gehalten werden und sich die Person dann in die Mitte setzt, wo auch erste Nachfragen u.ä. möglich sind. Tuschelrunde Die Tuschelrunde ist eine Verknüpfung von Brainstorming und Kleingruppen-Dynamik für größere Gruppen ab ca. 12 Personen. Wie geht’s? * Es bilden sich Kleingruppen von 2 bis etwa 6 Personen, die sich ein paar Minuten gegenseitig zu einer konkreten Frage austauschen – z.B. welche Wünsche und Ideen sie mit dem aktuellen Treffen verbinden * Denkbar ist, die gesammelten Antworten oder Ideen auf Zetteln festzuhalten * Nach einer bestimmten Zeit (20 Minuten) lösen sich die Gruppen auf und die Teilnehmer_innen bilden neue Gruppen oder tragen ihre Ergebnisse gemeinsam zusammen Methoden für schwierige Themen Dies sind einige Methoden, die nützlich im Umgang mit schwierigen Themen in Gruppen sind. Die folgenden Methoden funktionieren besser mit einer starken Moderation, d.h. es ist wichtig klare Abmachungen zu treffen und die Diskussionen nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Hab keine Angst davor, den Prozess zu unterbrechen, wenn es notwendig erscheint. Wenn die Situation sehr schwierig wird denk dran: Konfliktbearbeitung braucht Fähigkeiten und Erfahrung und sollte nicht unvorbereitet gemacht werden. Es ist manchmal besser, das Treffen zu unterbrechen und Unterstützung von erfahreneren Moderator_innen zu suchen, z.B. vom Arbeitskreis Konfliktunterstützung: http://akku.blogsport.eu/. Kontrollierter Dialog 30 Minuten – 1 Stunde; 3 Leute pro Gruppe. Diese Methode ist hilfreich, wenn zwei Leute es schwierig finden, sich zuzuhören und die Bedenken voneinander zu verstehen. Teile Kleingruppen von je 3 Personen ein – eine Person beobachtet, eine redet und eine hört zu. Es gibt drei Formen des Dialogs; nach einer verabredeten Zeit und wenn bestimmte Punkte besprochen wurden kann die Gruppe zur nächsten Phase übergehen: 1. Die Zuhörer_in wiederholt Wort für Wort was die sprechende Person gesagt hat, erst dann darf sie antworten. 2. Die Zuhörer_in fasst zusammen, was die sprechende Person gesagt hat und darf dann antworten. 3. Wenn geantwortet wird, wird auf alle Punkte und Bedenken der sprechenden Person eingegangen. Die Beobachter_in stellt sicher, dass die anderen beiden im Format bleiben und helfen ggf. aus. Besonders in den ersten zwei Phasen ist es wichtig drauf zu achten, nur das allerwichtigste zu sagen, weil das Zuhören sehr viel Konzentration braucht. Diese Methode kann auch angewendet werden, um Zuhören und Antworten zu üben. Das Mitteilen von Nicht-Gesagtem 15 – 40 Minuten; 5 – 30 Leute. Nicht-Gesagtes sind Gedanken, die wir für uns behalten. Sie stehen im Bezug zu Verurteilungen uns gegenüber und gegenüber anderen stehen oder im Bezug auf das, was gerade in der Gruppe los ist. Damit diese Methode funktioniert, braucht es eine Atmosphäre des tiefgehenden Zuhörens. Es kann einen Moment brauchen bis diese Atmosphäre erreicht ist. Es ist wichtig, dass eine Gruppe sich genug Zeit nimmt für diese Übung, wie auch um sich zusammen zu entspannen. Fange eine unstrukturierte Runde an und bitte die Leute sich zu positionieren zu den Sätzen: „Wenn ich eine Sache in dieser Gruppe ändern könnte wäre das …“, „Was mich am meisten an dieser Gruppe ärgert ist ...“. Erlaube niemanden auf diese nicht-gesagten Gedanken zu reagieren oder eine Diskussion anzufangen. Stelle sicher, das jede_r zu Wort kommt – es ist unwahrscheinlich das eine Person rundum zufrieden mit einer Gruppe ist. Am Ende der Runde, gucke ob bestimmte Themen aufgetaucht sind oder ob jemand sein Thema diskutieren möchte. Emo – Treffen 30 Minuten – 2 Stunden; 3 – 30 Leute. Ein Emotions (kurz: Emo) – Treffen ist ähnlich wie das Nicht-Gesagte mitteilen. Es ist ein Treffen, in dem es nur um Gefühle geht. Viele Gruppen haben regelmäßige Emo – Treffen, damit Probleme und Konflikte zur Sprache kommen, wenn sie beginnen. Teilnehmer_innen müssen sich nicht um Entscheidungen und konkrete To Dos kümmern. Emo – Treffen ermöglichen eine Gruppe Mitglieder einzubeziehen und zu unterstützen sowie Themen, Probleme und Konflikte zu lösen, bevor sie zu ernst werden. Es ist gut, Methoden, wie die Runde oder den Redestab zu benutzen, um aktives Zuhören zu ermöglichen. Bitte die Leute in der „Ich“ Form zu reden, anstatt über andere. Fange damit an, die Leute zu fragen, an was für einem Punkt in ihrem Leben außerhalb der Gruppe sie sind. Dies gibt den Kontext für die Reaktionen von Leuten wenn es ans Eingemachte innerhalb der Gruppe geht. Höre aufmerksam drauf, was gesagt wird. Einige Leute und Gruppen finden es schwierig negative Gefühle zu benennen und reden um Konflikte herum. Schaffe einen Raum, der sicher genug ist, damit Leute sich öffnen können. Umgekehrte Rollenspiele 30 Minuten – 1 Stunde; 6 – 30 Leute. Dies ist eine Methode, die Leuten die Möglichkeit gibt, beide Seiten eines Konfliktes zu verstehen. Sie kann Leuten helfen, die in ihrer Position gefangen sind, wieder freier zu denken. Sie ist nützlich um kritische Vorfälle, die immer wieder passieren oder die erwartet werden, zu untersuchen. Aber auch, um eine Definition für akzeptiertes Verhalten zu entwickeln (z.B. Machtkonflikte, Sexismus, etc.). Lass eine Situation spielen, die beide Seiten beinhaltet. An entscheidenden Momenten in dem Rollenspiel, lass beide Seiten anhalten. Bitte die Leute in die entgegengesetzte Position zu wechseln und das Gespräch an der Stelle fortzusetzen. Die Moderator_in muss möglicherweise die Leute an die letzten Sätze des Dialoges erinnern. Es ist auch hilfreich, wenn die Moderator_in die Leute an die neuen Plätzen stellt und sagt „Du bist jetzt X und du Y“. Gib den Leuten einen Moment Zeit, um mental in ihren neuen Identitäten anzukommen und lass das Rollenspiel weiterlaufen. Beende das Rollenspiel mit einer Evaluation und Nachbesprechung. Schnelle und einfache Methoden zur Priorisierung Es gibt mehrere schnelle und einfache Methoden, um eine Gruppenmeinung abzufragen, so dass unpopuläre Ideen fallen gelassen werden können. Hand heben 2 – 5 Minuten, unbegrenzte Anzahl von Leuten. Offensichtlich, aber effektiv. Gehe durch die Agenda und bitte Leute die Hand zu heben, wenn ihnen ein Tagesordnungspunkt wichtig ist. Punkte, die den Leuten nicht wichtig sind, sind gute Kandidaten um sie ggf. von der Agenda runterzunehmen. Denk dran, die Leute, die einen Punkt eingebracht haben zu fragen, ob es OK ist, ihren Punkt von der Liste zu nehmen – anstatt sie für das restliche Treffen zu verärgern. Es ist möglich, dass ein Punkt, der erst nicht sehr beliebt war, zu einem wichtigen Punkt wird, wenn er genauer angeguckt wird. Deshalb ist es auch wichtig, dass verstanden wird, was die Punkte beinhalten. Faust bis 5-Finger 5 – 10 Minuten; unbegrenzte Anzahl von Leuten. Eine komplexere Version als einfach nur die Hand zu heben. Die Teilnehmer_innen zeigen: → Fünf Finger für starke Unterstützung und den Willen, den Vorschlag entscheidend mit voran zu bringen. → Vier Finger für starke Unterstützung und den Willen, mit an dem Vorschlag zu arbeiten. → Drei Finger für geringe Unterstützung, aber den Willen, mit dran zu arbeiten. → Zwei Finger für Neutralität. → Ein Finger für keine Unterstützung. → Faust für keine Unterstützung und aktives Dagegen sein (Veto). Daumenbarometer 3 – 5 Minuten; unbegrenzte Anzahl von Leuten. Noch ein einfaches und visuelles Mittel zur Priorisierung. Bitte alle aufzustehen und sich eine vertikale Achse vor sich vorzustellen – oben ist vollste Unterstützung für einen Vorschlag, unten keine Unterstützung. Alle heben ihren Daumen auf dieser Achse, wenn sie den Vorschlag unterstützen (je höher der Daumen ist, desto mehr Unterstützung für den Vorschlag) oder senken ihn, wenn sie dagegen sind (je niedriger der Daumen ist, desto mehr Widerstand gibt es). Wenn alle den Daumen oben haben, weißt du, dass die Gruppe die Idee mag, wenn alle ihren Daumen unten haben wird die Idee nicht funktionieren. Aufkleber und Punkte 5 – 10 Minuten; bis zu 50 Leute Der gleiche Effekt kann erreicht werden wenn, jede_r die gleiche Anzahl Aufkleber oder Punkte bekommt (je nach Anzahl der Vorschläge und der vorhandenen Zeit zwischen 1 – 6). Schreibe eine Liste mit den Ideen. Bitte die Leute, ihre Aufkleber/ Punkte neben die Tagesordnungspunkte zu kleben, bei denen sie denken, dass es am wichtigsten ist, dass sich die Gruppe damit beschäftigt. Wenn mehrere Aufkleber/ Punkte pro Person vergeben sind, kann sie sich überlegen, ob sie alle an einen Tagesordnungspunkt vergibt, wenn sie diesen sehr wichtig findet, oder sie auf mehrere aufteilt. Ausführlichere Priorisierungsmethoden Einige Moderationshinweise für Priorisierung Es ist leicht vom geplanten Prozess abzuweichen und sich in endlosen Diskussionen zu verlieren. Was als ein Versuch beginnt, schnell die Pro- und Kontrapunkte von mehreren Ideen zu sammeln, kann sich schnell in eine große, stundenlange Diskussion über die erste Idee verwandeln. Nur wenn der geplante Prozess auf keinen Fall funktioniert, solltest von davon abweichen und anders weitermachen! Priorisierung per Definition heißt, sich für einige Ideen und gegen andere zu entscheiden. Das heißt, während des Prozesses werden permanent Ideen rausgeschmissen. Es gibt zwei wahrscheinliche Stolperfallen, die leicht vermieden werden können: → Erstens: eine Idee wird zu schnell rausgeschmissen und erst später merkst du oder die Gruppe, dass die Idee gar nicht aufgeschrieben wurde. Es ist also wichtig immer alle Idee aufzuschreiben und sie aufzuheben, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Wenn neue Ideen aufkommen, schreib sie auf den Parkplatz/ in den Themenspeicher. → Zweitens: Leute hängen in der Regel stark an den Ideen und den Vorschlägen, die sie eingebracht haben. Achte also darauf, nicht zu schnell Ideen und Vorschläge rauszuschmeißen und Leute zu verärgern. Es ist sinnvoll, die Gruppe regelmäßig dran zu erinnern, dass du Ideen suchst, die am besten für die ganze Gruppe sind. Du kannst auch fragen, ob du bestimmte Ideen rausschmeißen darfst und dich bei den Leuten bedanken, die gewillt sind ihre persönlichen Präferenzen zur Seite zu stellen Rangliste 10 – 20 Minuten; 5 – 20 Leute. Dies ist eine gute Technik für Kleingruppen. Schreibe jede Option auf eine Karte oder einen Klebezettel und gebe jeder Kleingruppe je alle Karten/ Klebzettel. Bitte alle Gruppen, die Möglichkeiten nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen oder die Optionen auf zum Beispiel drei zu reduzieren. Eine Moderator_in in jeder Kleingruppe zu haben ist hilfreich und es ist auch gut, klare Ansagen am Anfang zu machen – zum Beispiel: „Ihr habt 15 Minuten. Wir suchen die Punkte, die am allerwichtigsten zu bearbeiten sind, am dringlichsten und innerhalb unseres Budgets. Wir haben auch nur eine Woche, um es zu ermöglichen – bedenkt also, was wir realistischerweise in dieser Zeit erreichen können.“ 2, 4, 8 Konsens 1 – 3 Stunden; 8 – 40 Leute. Die Methode braucht Zeit – aber sie hilft der Gruppe eine Entscheidung zu treffen, mit der jede_r leben kann! Es ist vielleicht keine Methode, die jedes Treffen genutzt wird aber sie ist nützlich für sehr wichtige Entscheidungen. Es ist gut, strenge Zeitbegrenzungen für jede Station zu setzen – sonst wird es Ewigkeiten dauern! 1. Fange in 2-er Gruppen an. Jede 2-er Gruppe diskutiert über die Liste der Punkte und einigt sich auf die gemeinsamen drei Prioritäten. 2. Zwei 2-er-Gruppen kommen in einer 4-er Gruppe zusammen – die beiden vergleichen ihre Prioritäten und einigen sich auf drei gemeinsame Prioritäten. 3. Jede 4-er Gruppe trifft wieder eine andere 4-er Gruppe, um in einer 8-er Gruppe ihre Prioritäten zu vergleichen und die drei Hauptprioritäten festzulegen. 4. Dies wird fortgesetzt, bis die ganze Gruppe wieder zusammen ist. Hoffentlich werden sich drei gemeinsame Prioritäten herausgebildet haben. Im ungünstigsten Fall gibt es noch mehr Prioritäten und die Gruppe muss sich in einer moderierten Diskussion oder mit einer anderen Priorisierungsmethode auf Prioritäten einigen. Dringend/Wichtig - Koordinatensystem 10 – 20 Minuten; 3 – 50 Leute. Eine klassische Methode aus dem Zeitmanagement, die gut für Gruppenpriorisierung genutzt werden kann. Diese Methode kann auf Papier oder als Barometer im Raum angewendet werden. Die Gruppe bewertet die Ideen entsprechend ihrer Dinglichkeit und Wichtigkeit. X-Achse: nicht wichtig bis sehr wichtig, y-Achse: sehr dringend bis nicht dringend. Die Ideen, die als sehr dringend und sehr wichtig eingestuft werden sind Prioritäten. Sechs denkende Hüte 30 Minuten – 1 Stunde; 5 – 20 Leute. Diese Methode ermuntert eine Gruppe, sich eine Situation von verschiedenen Perspektiven anzugucken. Jeder Hut repräsentiert eine andere Art und Weise auf die Dinge zu gucken. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Übung auszuführen. Zum Beispiel können verschiedene einzelne Leute unterschiedliche Hüte aufhaben, während eine Gruppe ein Thema diskutiert. Eine andere Möglichkeit ist, dass jede_r in der Gruppe ein und denselben denkenden Hut für einige Zeit ausprobiert und dann kann jede_r einen anderen Hut aufsetzen. Als Moderator_in könntest du dir überlegen, welchen denkenden Hut die Gruppe zu erst und dann als nächstes aufsetzt. Unten ist eine mögliche Reihenfolge für einen kreativen Problemlösungs- Prozess. Die Rollen, die die Hüte mit sich bringen, geben den Teilnehmer_innen die Chance, jede Möglichkeit tiefergehend zu betrachten und die besten auszusuchen. → Weißer Hut: Leute, die den weißen Hut tragen, konzentrieren sich auf die Fakten – was für Informationen und Wissen haben wir von eine Situation? Was kann mit dieser Information über die Situation gelernt werden? Welche für Information fehlt noch? Können wir an die gebrauchten Informationen rankommen? Wenn nicht, können wir das in Betracht ziehen, wenn wir die Situation diskutieren? Was kann von vergangenen Ereignissen gelernt werden? → Grüner Hut: Leute, die den grünen Hut tragen, denken kreativ und wild, ohne Kritik und frei von Beschränkungen. → Roter Hot: Rote Hüte bringen den emotionalen Teil in eine Diskussion ein. Sie erlauben sich, intuitiv zu sein und sehen Vorahnungen als Fakten an. Sie sind sensibel für die emotionalen Reaktionen der anderen in der Gruppe. → Schwarzer Hut: Schwarze Hüte leben unter einer schwarzen Wolke! Sie denken pessimistisch, gucken nach den Fehlern in einem Plan und sehen die Barrieren und Hindernisse. → Gelber Hut: Gelbe Hüte baden im Sonnenlicht – sie denken positiv und gucken nach dem Wert in jeder Möglichkeit. Was für Vorteile bringt es mit sich? → Blauer Hut: Blaue Hüte werden von den Moderator_innen getragen. Sie konzentrieren sich auf den Prozess, bitten die anderen Hüte sich zu melden wenn es passt und stellen sicher, dass jede Option von allen Perspektiven unter die Lupe genommen wurde. Sie sind neutral3 und helfen der Gruppe ihr Ziel zu erreichen, ohne zu versuchen, die Diskussion zu formen. Diese Methode versucht aktiv die verschiedenen Perspektiven, wie die pessimistische Analyse, die optimistische Analyse usw. zur Sprache zu bringen, so dass alle Perspektiven gehört und getestet werden. So, dass wenn eine Entscheidung getroffen wird, dies auf der Basis eines kreativen und tiefen Prozesses passiert. Uns ist natürlich klar, dass es keine absolute „Neutralität“ gibt. Neutral bedeutet hier, die Wünsche, Bedürfnisse und Meinungen der Gruppe im Blick zu haben, anstatt der eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Meinungen. Pro und Kontra 15 – 30 Minuten; 3 – 20 Leute pro Gruppe. Es gibt mehrere Ideen und die Entscheidung, welche genommen werden soll, fällt schwer? Schreibe einfach alle Vor- und Nachteile jeder Idee auf und vergleiche die Ergebnisse. Dies kann in der Großgruppe gemacht werden oder in 2-er Gruppen oder Kleingruppen. Die Ergebnisse werden dann der Großgruppe berichtet. Plus-Minus-Konsequenzen 15 – 30 Minuten; 3 – 20 Leute pro Gruppe. Eine Variation der „Pro und Contra“ Methode. Sie hilft bei der Entscheidungsfindung zwischen verschiedenen Optionen, in dem sie eine nach der anderen untersucht. Male eine einfache Tabelle auf, mit drei Spalten: Plus, Minus und Konsequenzen. In der Plus-Spalte schreibe alle positiven Punkte der Option auf. In der Minus-Spalte schreibe alle negative Auswirkungen der Option auf und in der Konsequenzen Spalte alle weitere mögliche Konsequenzen, egal ob gut oder schlecht. Wenn das noch nicht ausreicht, um die obersten Prioritäten klar zu sehen, kann jeder genannte Plus-, Minus- und Konsequenzen Punkt mit einer Punktzahl versehen werden, entsprechend wie wichtig der Punkt für dich ist. Dann zähl die verschiedenen Spalten zusammen. Wenn die Plus-Spalte die höchste Punktzahl hat, nimm diese Option. Wenn die Minus-Spalte viele Punkte erzielt, nimm eher nicht die Option und so weiter. Diamant - Rangliste 10 – 20 Minuten; 5 – 20 Leute. Eine Variation der Methode des allgemeinen Karten-Sortierens. Die Gruppe nimmt die 9 besten Ideen und sortiert sie in eine Diamant-Form (siehe unten). 1: Idee hat die meiste Unterstützung 2-3: die nächstbesten Ideen 4-6: andere Möglichkeiten 7-8: Ideen mit wenig Unterstützung 9: am wenigsten Unterstützung Methoden um aufzuwachen, sich aufzuwärmen oder zur Ruhe zu kommen Wenn Leute in einem Treffen aufhören, sich zu konzentrieren oder leicht gereizt werden, kann das einfach daran liegen, dass sie zu lange gesessen und zugehört haben. Eine Runde Strecken oder ein Spiel kann wieder Energie in die Gruppe bringen. Spielen können die Stimmung in vielfacher Hinsicht beeinflussen – vom Heben der Stimmung in der Gruppe, bis zur Schaffung einer ruhigeren, nachdenklicheren Atmosphäre. Achte auf die Gruppe und einzelne Leute – es geht darum Leute zu entspannen, nicht sie vorzuführen oder sie zu isolieren. Zwingen Leute nicht dazu Spiele zu spielen. Wenn Leute nicht spielen wollen, können sie sich eine Tasse Tee holen, aufs Klo gehen oder einfach zu gucken. Denk auch an körperliche Beweglichkeit und die Grenzen in Bezug auf Berührung. Manchmal reicht eine Pause oder eine Runde Strecken völlig aus. Regen-machen 5 Minuten; 1 – 100 Leute. Dies ist ein schönes, kooperatives Spiel, dass eine Gruppe zusammenbringt und Lächeln auf die Gesichter der Leute bringt! Bitte alle sich um dich herum in einen engen Halbkreis zu stellen, mehrere Leute hintereinander. Teile den Halbkreis in drei Gruppen. Erkläre, dass ihr alle zusammen einen Regensturm erzeugen werdet, indem ihr vier einfache Geräusche im Kanon macht. Die Geräusche sind wie folgt... →  Nieselregen  – reibe deine Hände aneinander, um einen flüsternden Ton zu erzeugen. →  Leichter Regen  – streiche deine Hände hoch und runter in entgegengesetzten Bewegungen, als wenn du Sand von deinen Händen streichen willst. →  Starker Regen  – klatsche in die Hände. →  Hagel  – forme Schalen mit deinen Händen und klatsche mit ihnen gegen die Oberschenkel. Fange mit der ersten Gruppe an den Nieselregen zu machen. Wenn sie drin sind, gehe zur zweiten Gruppe und gib ihnen das Zeichen mit dem Nieselregen anzufangen, und dann die dritte Gruppe. Wende dich wieder an die erste Gruppe und lass sie anfangen leichten Regen zu machen, während die anderen beim Nieselregen bleiben, dann gib der zweiten und dann der dritten Gruppe das Zeichen Nieselregen zu machen. Mache mit dem Kanon weiter, bis alle beim Hagel sind. Dann arbeite dich wieder zurück, indem die erste Gruppe von Hagel zu Stark-Regen zurückgeht, dann die zweite, dann die dritte Gruppe, solange bis du leichten Regen, Nieselregen und am Ende – Stille hast! Das Grüne-Hosen-Spiel 10 Minuten; 5 – 20 Leute. Setze dich in einen Kreis und nimm einen Stuhl weg. Eine Person steht in der Mitte und ruft etwas wie „Jede_r mit grüner Hose“. Alle Leute die eine grüne Hose anhaben, springen auf und rennen zu einem frei gewordenen Stuhl. Die Person die übrig bleibt geht in die Mitte und ruft etwas. Variation: Das Spiel kann auch als Kennenlern-Spiel genutzt werden, indem Sachen über einen selbst gesagt werden. Alle, bei denen das Gesagte auch zustimmt, müssen den Platz wechseln (alle die Kinder haben, ein Instrument spielen, ...) Der gordische Knoten 10 Minuten; 10 – 20 Leute. Die Gruppe steht in einem Kreis, die Augen sind geschlossen. Alle gehen mit ausgestreckten Händen in Richtung Kreismitte. Jeder findet jeweils eine andere Hand für jede eigene Hand. Alle öffnen nun die Augen. Nun entknoten sie den Knoten, ohne die Hände loszulassen. Diese Übung beinhaltet, sich körperlich nah zu sein, Strecken, Lachen, und Problem lösen. Mache zwei parallele Kreise, wenn die Gruppe sehr groß ist. Tiergeräusche 5 Minuten; 10 – 50 Leute. Teilnehmer_innen schließen ihre Augen, bzw. verbinden sich ihre Augen und werden einem Tier zugeteilt. Die Herausforderung ist, dass Tiergeräusch zu benutzen, um die anderen deiner Art zu finden. Es ist gut mindestens drei Tiere einer Art zu haben. Lässt Energie raus. Laut, spaßig, chaotisch und dann allmählich Ordnung und Einheit. Zauberer, Gnome und Riesen 10 Minuten; 10 – 100 Leute. Eine bewegungsreiche Team-Variante von „Schere, Stein, Papier“! Teile die Gruppe in zwei Teams und erkläre ihnen, dass jede Gruppe sich für eine von drei Optionen entscheiden muss: Zauberer, Gnom oder Riese. Zeige, was jede der Figuren macht. Zauber_innen gehen einen Schritt vor und nutzen ihren Arm als Zauberstab und sagen „Ssssapp!“ während sie mit ihrem Arm fuchteln. Gnome beugen sich runter oder gehen in Hocke, während sie sich schnell in Kreisen bewegen und in hoher Stimme vor sich hin brabbeln. Riesen gehen vorwärts und heben ihre Arme, die Hände wie Krallen, richten sich zu voller Größe auf und brüllen dabei „Oooohaaarrr“. Jetzt müssen sich die zwei Teams für eine Figur entscheiden. Dann stellen sie sich einander gegenüber auf. Während du „1,2“ zählst, gehen sie jeweils einen Schritt vorwärts. Auf drei machen sie ihr Geräusch und ihre Bewegung – als Riese, Gnom oder Zauber_in. So wird gezählt: → Zauber_innen „Ssssapp“en alle Gnome, und diese fallen in einen Schlaf. → Riesen sind stärker als Zauber_innen und stampfen um sie herum. → Gnome wuseln um die Beine der Riesen und lenken sie ab. Spiel so lange, bis es einen klaren Gewinner gibt oder bis das Lachen weh tut. Bei einer Variante versuchen die Gewinner die Verlierer zu fangen. Alle, die berührt werden, bevor sie wieder in Sicherheit bei ihrem Anfangspunkt sind, müssen das Team wechseln. Das Spiel ist gewonnen, wenn ein Team alle anderen gefangen hat. Bis Zehn zählen 10 Minuten; 5 – 20 Leute. Ein großartiges Spiel, um Fokus und gute Zusammenarbeit zu befördern. Es bringt Lachen und Energie, ohne körperlich zu werden. Weil es nicht körperlich ist, ist es ein gutes Spiel für Gruppen, die nicht so beweglich sind oder sein wollen. Alle stehen oder sitzen im Kreis – erkläre, dass sie bis Zehn (oder jede andere Zahl, z.B. so viele, wie es Teilnehmer_innen gibt) zählen müssen. Es gibt einige Schwierigkeiten: Nur eine Person darf eine Zahl sagen. Wenn zwei oder mehr Leute gleichzeitig sprechen oder die gleiche Zahl sagen, muss wieder bei Eins angefangen werden. Keine Person darf mehrere Zahlen hintereinander sagen. Es kann sein, dass eine Person versucht mit Handzeichen die anderen zu dirigieren – sorge dafür dass das nicht passiert. Es geht um die Herausforderung und die Möglichkeit, vielleicht auch nicht bis Zehn zu kommen. Wenn die Gruppe es gut hinbekommt, gehe einen Schritt weiter: entweder bitte die Gruppe bis 20 zu zählen oder die Augen zu schließen oder den Rücken zueinander zu drehen oder sich auf den Boden zu legen – oder sonstige Möglichkeiten, so dass sie sich gegenseitig nicht sehen! Ihr könnt viele weitere Schwierigkeiten einbauen, z.B. bei 7 und allen Vielfachen von 7 die Richtung wechseln oder ein witziges Wort sagen. Körperteile berühren den Boden 5 Minuten; 5 – 20 Leuten. Ein gutes Spiel, um die Leute dazu zu bringen, zusammen zu arbeiten und Energie zu tanken. Es ist ein körperliches Spiel und es ist notwendig, dass es entspannt für Leute ist, an einander zu lehnen und sich anzufassen. Sage verschiedene Körperteile an, die dann die einzigen sind, mit denen die Leute den Boden berühren dürfen. Ermuntere Leute zusammen zu arbeiten, um Lösungen zu finden und an einander zu lehnen wenn nötig. Zum Beispiel zu einer Gruppe mit neun Leute könntest du sagen: vier Hinterteile, zwei Füße, ein Kopf, zwei Hände, vier Knie. Rufe die nächsten Anweisungen, sobald alle in Position sind. Denk nach, bevor du etwas rufst, ansonsten könnten Kombinationen dabei sein, die numerisch oder körperlich unmöglich sind! Augen-Fangen 5 Minuten; 10 – 20 Leute. Bitte die Gruppe, in einem Kreis zu stehen oder zu sitzen. Die Leute gucken erst zum Boden, um dann auf „Kopf hoch“ spontan jemanden im Kreis in die Augen zu schauen. Wenn zwei Leute einander angucken, müssen sie die Plätze tauschen. Wenn jemand sich bewegt, obwohl sie niemand anguckt oder sie an den Platz von einer Person gehen, bzw. sich setzen, die sie nicht angeguckt hat, sind sie draußen. Wer bin ich? 15 Minuten; 5 – 20 Leute. Bitte alle, an eine Person zu denken, die sie mögen oder bewundern, über die sie einige Fragen beantworten können und die die meisten Leute in der Gruppe kennen. Alle sollen den Gedanken für sich behalten. Die Gruppe fragt dann die erste Person über ihre Identität aus, um sie zu erraten. Die Gruppe kann dreimal raten, ansonsten hat die Person gewonnen. Und dann geht es reihum. Methoden zur Evaluierung von Treffen und Workshops Evaluierung erlaubt uns, dass wir aus Erfahrungen lernen können. Sie sollte ein fester Bestandteil unserer Workshops sein, da sie die Möglichkeit für ehrliche Rückmeldungen über Prozess und Inhalt des Workshops gibt und es uns erlaubt, aus unseren Fehlern zu lernen. Alle, die am Workshop teilgenommen haben, sollten ermuntert werden, an der Evaluierung teilzunehmen. Behalte im Kopf, dass es unterschiedliche Meinungen geben wird und dass die Gruppe nicht zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen muss. Es ist wichtig zu benennen, was gut gelaufen ist und was hätte verbessert werden können. Fange, wenn möglich, mit der positiven Evaluierung an. Die Struktur der Evaluierung sollte ordentlich geplant sein - wie bekommst du welche Informationen? Trenne die Evaluierung vom Prozess und Inhalt von der Veranstaltung. Hier sind einige Möglichkeiten: → Mach eine Runde, in der jeder ihre/seine Gefühle zusammen fassen kann oder bitte alle, dies auf ein große Stück Papier zu schreiben. → Bitte alle, 2 bis 3 Höhepunkte und Tiefpunkte des Workshops zu benennen. → Frage: „Was nimmst du aus diesem Workshop mit?“ - diese Rückmeldung kann Leuten helfen zu realisieren, was sie gelernt haben. → Frage die Leute am Anfang des Workshops über ihre Erwartungen und Befürchtungen. Schreibe diese auf Zettel und kleb sie an die Wand. Am Ende bitte sie folgende Klebezettel abzunehmen - Erwartungen, die erfüllt wurden und Befürchtungen, die nicht eingetreten sind oder mit denen ein guter Umgang gefunden wurde. → Schreib die Erwartungen vom Anfang des Treffens auf. In welcher Weise wurden sie erfüllt oder haben sich während der Veranstaltung geändert? Mach das gleiche mit den Zielen. → Male eine Kurve, die den Workshop repräsentiert, auf ein Blatt Papier; möglicherweise nach einzelnen Modulen unterteilt. Jeder Teilnehmer malt, jeweils mit einer anderen Farbe, die eigene Kurve auf. Die persönliche Kurve sollte darstellen, wie sehr die Veranstaltung, bzw. die einzelnen Module gemocht wurden, wieviel gelernt wurde, wie viel einem der Workshop gebracht hat. Es kann über der Kurve gemalt werden (sehr gemocht) oder unterhalb der ursprünglichen Kurve (nicht so sehr gemocht).