5.3. SOZIALER VEGANISMUS Vorweg: Es geht nicht darum, irgendwem einen bestimmten "Lifestyle" aufzudrängen oder einen inzwischen besonders hippen Trend  zu  promoten. Vegan heißt: Nix vom toten und auch nix vom lebendigen Tier  zu  erwenden. WARUM VEGANES KOCHEN AM PRAKTISCHSTEN IST Ohne Tierprodukte  zu  kochen, isoliert erstmal von vornherein keine*n beim gemeinsamen Essen. Mögliche Ausschlüsse werden weniger und die meisten Menschen können mitessen, weil veganes Essen von Fleischesser*innen, Vegetarier*innen und Veganer*innen gegessen werden kann. Es entsteht auch kein Problem für Leute, deren Religion z.B. bestimmte Zubereitungsarten/-sorten von Fleisch oder die Trennung von Fleisch und Milch vorgibt. Insofern sehen wir veganes Essen als kleinsten gemeinsamen Nenner in der Esskultur vieler unterschiedlicher Menschen.   Ein nicht  zu  unterschätzender Vorteil der veganen Küche ist weiterhin die Tatsache, dass eine vegane Küche nicht die hygienischen Risiken des Umgangs mit Fleisch, Fisch, Eiern, Milch, Käse usw. beinhaltet. Eine Kühlkette für solche Art von Lebensmitteln haben wir im Rahmen unseres Kochkon- zeptes gar nicht. Unsere Kochausrüstung ist exklusiv für die vegane Essenszubereitung gedacht. Das gilt natürlich auch für ausgeliehene Ausrüstung. Es gibt unabhängig davon viele gute Gründe für einen veganen Lebens- und Essensstil. In industrieller Fleischproduktion und Massentierhaltung werden Tiere  zu  Maschinen abgewertet. Sie sind eingesperrt, schlecht ernährt, krank und werden ausgebeutet. Massentierhaltung kalkuliert mit Überfluss und verbraucht Unmengen Land und Wasser. Es ist davon auszugehen, dass ohne den Verbrauch von Nahrung für die Fleischproduktion genug Essen und Wasser für alle Menschen vorhanden wäre. Die gängige Praxis in der Massentierhaltung, Getreide und Soja als Futtermittel  zu  verwenden, ist eine unglaubliche Ressourcenverschwendung, während Millionen Menschen hungern und Monokulturen unaufhörlich wachsen. Teilweise geklaut aus Contraste Nr. 310/311, Sommer 2010, Schwerpunktthema Mobile Volksküchen, Seite 10 (Anarchist Teapot)