5.1. VON DER VOKÜ ZUR SOKÜ - SOLIDARISCHE UND SELBSTORGANISIERTE KÜCHE Küchen werden von  Vokü  bis  Küfa  unterschiedlich bezeichnet. Uns interessiert daran, welche politischen Ansprüche dahinter stecken. Geht es darum, die Küche  zu  definieren oder den Kreis der Esser*Innen  zu  bestimmen? Wir können entweder die Form der Küche beschreiben oder das erwartete Publikum ansprechen. Wie kommen wir also von der  VoKü   (Volxküche) über die  Küfa   (Küche für alle)  zu   MoKü  (Mobile Küche) mit dem Anspruch der  MiMaKü  (Mitmachküche)  zu   SoKü  (Solidarische Küche)? BEGRIFFE, DIE DAS PUBLIKUM BESCHREIBEN Voküs oder Küfas sind meistens regelmäßige Veranstaltungen, bei denen es günstiges Essen gegen Spende gibt, solange der Vorrat reicht. Beim Begriff der Volxküche ist die Frage, ob der Volxbegriff den Anspruch auf eine größere "Bewegung" aufrecht erhält oder einfach die Geschichte der Suppenküchen / Volksküchen als gemeinnützige Einrichtung fortschreiben will. Vergleichbare Reste des autonomen Sprachgebrauchs aus den 80ern gibt es beim Volxsport (Anspruch einer Massenbewegung) oder jetzt teilweise wieder aktuell beim Volx- begehen. Mit dem Begriff  Küfa  als Küche für Alle wird weiterhin der Anspruch des Essens für Alle, d.h. die gemeinnützige oder nicht ausschließende Funktion der Küche betont. Im Sinne von Alles für Alle & zwar umsonst? Aber wollen und können wir wirklich eine Küche für alle sein? Ausschlussmechanismen gibt es viele und die meisten Küchen bewegen sich im engen Szeneumfeld, auf Festivals und in Hausprojekten. Selten wird eine offene Suppenküche organisiert, stattdessen eher ei- ne szene-interne Veranstaltung zur gemeinsamen und solidarischen Nahrungsaufnahme. Natürlich muss das nicht so sein und sollte immer wieder hinterfragt werden. BEGRIFFE, DIE DIE FORM DER KÜCHENORGANISATION BESCHREIBEN Statt die Zielgruppe ins Auge  zu  nehmen, die sich von Aktion  zu  Aktion auch ändern kann, würden wir vorschlagen, sich mit der Organisationsform der Küche auseinanderzusetzen. Daher wäre z.B. der Begriff SoKü für die  S  olidarische  K  üche oder  S  elbst  O  rganisierte  K  üche eine gute Wahl. Solidarisch und selbstorganisiert sind dabei unzertrennlich verknüpft. Wir verbinden damit Dinge wie nicht-kommerzielles Wirtschaften, gemeinsame Entscheidungsfindung, freiwillige, offene Kooperation, Beteiligung und gegenseitige Unterstützung. Food for Action sieht sich in diesem Sinn als solidarisch organisierte Küche von Leuten, die auch Aktionen machen, auf Kongressen diskutieren, auf der Demo dabei sind und für sozialen Wandel und eine bessere Welt kämpfen. Aber die eben auch gleichzeitig in der Küche stehen und die Reproduktionsarbeit gemeinsam organisieren. Wir sind alle die Küche, eben die SoKü, um die Grenze zwischen den Kochenden und den Bekochten einzureißen.