# Krankheiten, Umgang, Behandlung

Dieses Buch sammelt Infos über häufige Krankheiten in aktivistischen Kontexten, Best Practices für den Umgang damit und gibt Tipps zur korrekten Behandlung.

# Krätze-Reader

***Ein kleines Handbuch zur Milbe &amp; ihrer Behandlung** Version 1.2, Dezember 2021  
  
Dieses Zine ist 2021 entstanden, nachdem Krätze sich immer wieder in aktivistischen Räumen ausgebreitet hat und Menschen es Leid waren, dass der Wissensstand dazu sehr gering war und viele Menschen sehr überreagiert haben, und andere Menschen nicht verantwortungsvoll damit umgegangen sind.   
  
Link zum Zine: [https://archive.org/details/kraetze-reader/01-Kraetze-Reader/](https://archive.org/details/kraetze-reader/01-Kraetze-Reader/)

**Vorwort: Don’t panic!   
  
Kein Copyright. Diese Heft darf vervielfältigt, verändert und verschönert werden. Dieses Handbuch wurde von einer Gruppe Menschen geschrieben, die selber schon öfters Erfahrungen mit Krätze haben durften. Mit diesem Heft wollenwir zu einem informierteren und weniger angst-behaftetem Umgang mit dieser Milbe finden. Wir freuen uns sehr über Anmerkungen &amp; Kritik, was für euch gut funktioniert hat &amp; was nicht! Email: <kratz@riseup.net>  
  
Inhaltsverzeichnis:  
1 Was ist Krätze?   
1.1 Die Milbe &amp; ihr Lebenszyklus  
1.2 Vorkommen  
1.3 Übertragung  
1.4 Krankheitsbild   
2 Behandlung   
2.1 Klassische Behandlung  
2.2 Naturheilkundliche Behandlung  
2.3 Was nicht hilft  
3 Hygienemaßnahmen   
3.1 Kontaktpersonen  
3.2 Textilien  
4 Besondere Fälle   
4.1 Borkenkrätze   
4.2 Krätze im Säuglings- und Kleinkindalter  
5 Häufige Fragen   
6 Quellen**

# 1 - Was ist Krätze?

<p class="callout success">Krätze (auch Skabies genannt) ist eine infektiöse Hautkrankheit, die von einer kleinen Milbe ausgelöst wird, die parasitisch auf der Haut des Menschen lebt. Der menschliche Körper entwickelt nach einigen Wochen auf den Kot der Milben eine Art allergische Reaktion. Dies führt zu entzündeten Punkten auf der Haut, die stark jucken können. Krätze ist keine gefährliche Krankheit und überträgt sich in den meisten Fällen nur über längeren Hautkontakt mit einer anderen Person.</p>

<p class="callout warning">Die Behandlung und den Umgang mit Krätze wird aber dadurch erschwert, dass es zwischen 2-5 Wochen dauert, bis die ersten Symptome auftauchen. In dieser Zeit kann mensch aber bereits andere anstecken, ohne es zu wissen. **Wichtig ist es deswegen, bei Verdacht oder Klarheit auf eine Krätzeinfektion alle Menschen zu benachrichtigen, mit denen ihr in den letzten 5 Wochen engeren Hautkontakt hattet!**</p>

#### 1.1 Die Milbe &amp; ihr Lebenszyklus   


<div class="page" id="bkmrk-die-kr%C3%A4tzemilbe-ist-" style="text-align: justify;">Die Krätzemilbe ist ein Parasit, der auf den Menschen spezialisiert ist und nur auf dem Menschen leben kann. Die Krätzemilbe gehört zu den Spinnentieren und ist verwandt mit den Hausstaubmilben und den Zecken. Weibliche Krätzemilben werden 0,3 bis 0,5 mm groß (mit dem menschlichen Auge gerade noch als Punkt sichtbar), männliche Milben 0,21 bis 0,29 mm.</div><div class="page" id="bkmrk-" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-die-sauerstoffaufnah" style="text-align: justify;">Die Sauerstoffaufnahme erfolgt über die Körperoberfläche der Milbe, sodass der Parasit nicht tiefer als in die Hornschicht eindringen kann. Weiblichen Krätzemilben graben tunnelförmige Gänge und bewegen sich pro Tag ca. 0,5 bis 5 mm vorwärts und legen in diesen Gängen Eier ab. Die Begattung findet auf der Hautoberfläche statt. Die männlichen Milben sterben danach, nur die befruchteten Weibchen graben sich in die Hornhaut ein. Sie bleiben etwa 30 bis 60 Tage lebensfähig und verlassen in dieser Zeit das Tunnelsystem in der Regel nicht mehr.</div><div class="page" id="bkmrk--1" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-aus-den-eiern-schl%C3%BCp" style="text-align: justify;">Aus den Eiern schlüpfen nach 2 bis 3 Tagen Larven, die an die Hautoberfläche ausschwärmen und sich dort in Falten, Vertiefungen und Haarfollikeln zu Nymphen und nach etwa 2 bis 3 Wochen zu geschlechtsreifen Milben entwickeln. Dieser Zeitraum ist wichtig für die Behandlung mit Substanzen, die nicht ovizid (eitötend) sind und – per se oder unter bestimmten Bedingungen – genügend in der Haut gespeichertwerden. </div><div class="page" id="bkmrk--2" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-die-infektiosit%C3%A4t-vo" style="text-align: justify;">Die Infektiosität von Krätzemilben ist umso geringer, je länger sie von ihrem Wirt getrennt sind. Bei 34°C Umgebungstemperatur überleben Milben bereits weniger als 24 Stunden, bei 50°C (z.B. Waschmaschine, Trockner) nicht länger als 10 Minuten. Niedrigere Temperaturen und eine höhere relative Luftfeuchtigkeit verlängern dagegen die Überlebenszeit. Sinkt die Umgebungstemperatur unter 16°C, sind die Milben in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und können nicht mehr in die Epidermis. Bei den in Deutschland üblichen Raumtemperaturen und Luftfeuchtigkeit (21°C und 40 bis 80% relativer Luftfeuchtigkeit) sind Krätzemilben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht länger als 48 Stunden infektiös.</div>#### 1.2 Vorkommen

<div class="page" id="bkmrk-kr%C3%A4tze-kommt-weltwei" style="text-align: justify;">Krätze kommt weltweit vor und betrifft Menschen jeden Alters. In Gebieten mit einem kühlen Klima gibt es im Winter mehr Ansteckungen mit Krätze. Dies liegt vermutlich daran, dass Menschen mehr Zeit drinnen und enger zusammen verbringen. Zusätzlich ist auch die Überlebenszeit der Milben auf Textilien länger, wenn die Umgebungstemperaturen niedriger ist.</div>#### 1.3 Übertragung

<div class="page" id="bkmrk-in-der-regel-wird-di" style="text-align: justify;">In der Regel wird die Krätze durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen. Die Übertragung eines einzigen begatteten Milbenweibchens oder mehrerer Larven von unterschiedlichem Geschlecht reichen für eine Infektion aus. Da sich Krätzemilben nur langsam bewegen und sich an Geruch- und Temperaturgradienten orientieren, setzt eine Übertragung einen großflächigen, längeren und kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt in der Größenordnung von 5 bis 10 Minuten voraus. Dementsprechend sind Handschütteln, Begrüßungsküsse, Umarmungen meistens sicher.</div><div class="page" id="bkmrk--3" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-ganz-auszuschlie%C3%9Fen-" style="text-align: justify;">Ganz auszuschließen ist eine Infektion aber bei kurzer Berührung auch nicht, vor allem bei der eher seltenen →Borkenkrätze. Personen, die sich bei Menschen mit gewöhnlicher Krätze anstecken können, sind demnach im Regelfall Mitglieder einer Familie oder Wohngemeinschaft, z.B. Paare, eng vertraute Geschwister, Eltern mit Kleinkindern sowie pflegebedürftige Personen, deren Betreuer und Pfleger.</div>#### 1.4. Krankheitsbild

<div class="page" id="bkmrk-theoretisch-ist-eine" style="text-align: justify;">Theoretisch ist eine Übertragung von Krätzemilben über Textilien wie Bettwäsche, Wolldecken, Unterwäsche oder Verbandsstoffe möglich, aber wegen der rasch abnehmenden Infektiösität außerhalb der Haut, der geringen Milbenzahl auf immunkompetenten Menschen und der langsamen Fortbewegung der Milben bei der gewöhnlichen Krätze in der Praxis selten. In einer Studie trat eine Ansteckung nur bei zwei von 63 oder vier von 272 Probanden auf, welche bezogene Betten bzw. Kleider von stark infizierten Personen benutzt hatten (Burgess I 1994).</div><div class="page" id="bkmrk--4" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-die-klare-diagnose-v" style="text-align: justify;">Die klare Diagnose von Krätze braucht viel Erfahrung, da die Hautveränderung bei jeder Person anders aussehen. Manche Menschen haben kaum Symptome, vielleicht ein paar rote Pünktchen, die kaum Jucken. Andere Menschen bekommen Pusteln und Entzündungen an vielem Stellen am Körper. Bei Menschen, die ein stark geschwächtes Immunsytem haben, kann es zu der selten Form der →Borkenkrätze kommen.Die meisten Allgemeinärzt*innen haben nicht viel Erfahrung mit der Diagnose, dewegen empfehlen ich bei Zweifel, ob eine Infektion besteht, direkt zu eine*r Hautärzt*in zu gehen.Krätzemilben bevorzugen Hautgebiete mit eher hoher Temperatur und dünner Hornschicht, also Gebiete in denen sie es warm haben und gut in die Haut eindringen können.</div><div class="page" id="bkmrk--5" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-vermehrt-treten-desw" style="text-align: justify;">Vermehrt treten deswegen Krätzesymptome an den Falten zwischen Fingern und Zehen, am Handgelenk und den Fußleisten, in den Achselhöhlen, unter den Brüste, am Bauchnabel, im Schritt und in der Pofalte auf. Infektionen am Kopf und Nacken sind nur bei →Borkenkrätze üblich. Bei Säuglingen und Kleinkindern findet man typische Hauterscheinungen auch am behaarten Kopf und im Gesicht.DiehäufigstenHautveränderungenbestehenauskomma-artigen,oftunregelmäßig gewundenen, wenige Millimeter bis 1cm langen Milbengängen, an deren Ende sich manchmal ein kleines Bläschen ausbildet. Zusätzlich entstehen entzündete Punkte mit Bläschen oder Papeln. Diese Hautveränderungen sind Ausdruck einer entzündlichen Reaktion, die durch vom Immunsystem in Reaktion auf den Kot der Milben zeitverzögert ausgelöst wird. Eine klare Diagnose ist für Laien schwierig, und auch normale Ärzt*innen sind oft überfordert. Mit einem Dermatoskop (einer Art starken Lupe) können unter Umständen Milben oder Eier entdeckt werden, aber auch das erweist sich oft als schwierig.</div>

# 2 - Behandlung

#### 2.1 Klassische Behandlung

<div class="page" id="bkmrk-" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-es-gibt-zwei-behandl" style="text-align: justify;">Es gibt zwei Behandlungswege in der klassischen Medizin: Äußerlich, über das Auftragen von Cremes und innerlich über Tabletten. Alle in Deutschland zugelassenen Mittel (außer Crotamiton) töten sowohl die Milben als auch die Eier. Lest euch die Beipackzettel gründlich durch und beachtet sie. Gerade bei der Behandlung mit Creme gibt es ein paar Sachen zu beachten, damit die Behandlung erfolgreich ist.</div><div class="page" id="bkmrk--1" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk--2" style="text-align: justify;"></div>##### **2.1.1 Äußerliche Behandlung mit Cremes**

<div class="page" id="bkmrk-%C3%84u%C3%9Ferlich-sind-in-de" style="text-align: justify;">Äußerlich sind in Deutschland drei Wirkstoffe zugelassen: Benzylbenzoat, Permithrin und Crotamiton. Alle Cremes führen oft zu Hautreizungen, Juckreiz, Brennen und ähnlichen Symptomen, die manchmal schwer von der Krätze selber unterscheidbar sind. Alle Cremes sollten nicht in der Schwangerschaft, beim Stillen oder bei Säuglingen angewandtwerden.</div><div class="page" id="bkmrk--3"></div>##### **2.1.1.1 Permithrin - Verschreibungspflichtig**

<div class="page" id="bkmrk-permithrin-wird-auch" style="text-align: justify;">Permithrin wird auch in vielen anderen Bereichen als Pestizid eingesetzt. Die Behandlung dauert einen Tag, die Creme ist aber auch nur mit Rezept erhältlich. Der Wirkstoff ist für sehr viele wirbellose Tiere tödlich, inbesondere für Wasserorganismen &amp; Bienen. Auch für Katzen ist es in hohen Dosen tödlich.</div><div class="page" id="bkmrk--4" style="text-align: justify;"></div>##### **2.1.1.2 Benzylbenzoat Lotion (Handelsname Antiscabiosum) - Apothekenpflichtig** 

<div class="page" id="bkmrk-benzylbenzoat-lotion" style="text-align: justify;">Benzylbenzoat Lotion kann ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden. Die Behandlung dauert drei Tage. Nach unserer Erfahrung scheint diese Creme mehr zu jucken als Permithrin. Benzylbenzoat hat auf Wasserlebeswesen langfristig toxische Auswirkungen. Es gibt eine Studie, die auf Entwicklungsstörungen bei Ratten hinweist, deren Mütter täglich 100mg Benzylbenzoat pro kg Köpergewicht ausgesetzt waren (Koçkaya 2014)</div><div class="page" id="bkmrk--5" style="text-align: justify;"></div>##### **2.1.1.3 Crotamiton - Apothekenpflichtig** 

<div class="page" id="bkmrk-von-der-existenz-die" style="text-align: justify;">Von der Existenz dieses Medikaments habe ich erst heute gehört. Es ist seit den 50ern gebräuchlich. Die Toxidität wird als gering eingeschätzt. Es ist aber auch weniger effektiv (Arzneitelegram 09/2005).</div><div class="page" id="bkmrk--6" style="text-align: justify;"></div>##### **2.1.1.4 Die Behandlung mit der Creme**

<div class="page" id="bkmrk-nach-gr%C3%BCndlichem-dus" style="text-align: justify;">Nach gründlichem Duschen, schneiden und säubern der Finger- und Zehennägel reibt ihr den gesamten Körper vom Unterkiefer abwärts mit der Creme ein. Lasst dabei die Schleimhäute aus. Lasst euch am besten von einer anderen Person (Handschuhe benutzen) helfen, um z.B. den Rücken ganz einzucremen. Ihr zieht frische Wäsche an und wechselt eure Bettwäsche. Die Permithrin Creme kann nach 8-12 Stunden abgeduscht werden (auf keinen Fall in natürlichen Gewässern, es wirkt auf alles was imWasser lebt tödlich!). Bei Benzylbenzoat cremt ihr euch an den beiden nächsten Tagen erneut ein undwascht das ganze am vierten Tag ab.Vermeidet nach der Behandlung engen Hautkontakt mit Menschen bis die Symptome abgeklungen sind. Falls das nicht in den nächsten zwei Wochen geschieht hat entweder die Behandlung nicht angeschlagen, oder ihr habt womöglich das sogenannte post-skabiöse Ekzem (Siehe auch unter häufigen Fragen, und imZweifel ab zur Dermatolog*in). Wenn ihr noch keine Symptome hattet und euch präventiv behandelt habt, dann solltet ihr die nächsten fünf WochenHautkontakt vermeiden, um sicherzugehen, dass ihr nicht versehentlich weitere Menschen ansteckt, weil die Behandlung nicht funktioniert hat. Beachtet auch die generellen **→Hygienemaßnahmen.**</div>##### **2.1.2 Innerliche Behandlung mit Tabletten**

<div class="page" id="bkmrk-zur-innerlichen-beha" style="text-align: justify;"><div class="page" style="text-align: justify;">Zur innerlichen Behandlung ist seit 2016 in Deutschland Ivermectin zugelassen.Ivermectin ist das Mittel bei dem nach unserer Erfahrung fast immer die erste Behandlung erfolgreich ist. Gleichzeitig ist es aber auch ein ziemliches Umweltgift, und ist auch das Mittel mit den stärksten Nebenwirkungen (Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Schläfrigkeit, Tremor, Bauchschmerzen, Durchfall, Leberschäden).Es wird eine Tablette (3mg) pro 15kg Körpergweicht genommen, die Kleidung und Bettwäsche gewechselt und die **→Hygienemaßnahmen** beachtet.</div></div><div class="page" id="bkmrk--8" style="text-align: justify;"></div>#### 2.2. Naturheilkundliche Behandlung

<div class="page" id="bkmrk-es-gibt-erfahrungsbe" style="text-align: justify;">Es gibt Erfahrungsberichte von Menschen, welche sich erfolgreich mit Mischungen aus unterschiedlichen ätherischen Ölen behandelt haben. Ätherische Öle sind verdünnt zumeist sehr gut verträglich und lagern sich auch nicht im Ökosytem als Gifte an. Zudem gibt es bereits erwiesene Fälle in denen Krätzmilben Resistenzen gegen die konventionellen Mittel entwickelt haben.</div><div class="page" id="bkmrk-wissenschaftlich-unt" style="text-align: justify;">Wissenschaftlich untersucht wurde dies bereits erst in einer Studie, in der zehn ätherische Öle in Vitro (im Labor) getestet wurden. Was damit nicht getestet wurde ist inwiefern die Öle auch Milben töten, die unter der Haut sind. In der Untersuchung wurden Milben mit Ölen in 1% Verdünnung beträufelt. Nelkenöl tötete die Milben in 20min, Palmarosaöl in 50min. Weitere Öle die eine gute Wirksamkeit zeigten waren Teebaum- und Eukalyptusöl.</div><div class="page" id="bkmrk--9" style="text-align: justify;"></div><p class="callout warning">Die Öle töten aber nur begrenzt die Eier ab, so dass eine Folgebehandlung 7-10 Tage späternotwendig ist, um die Milben abzutöten, die nach der Behandlung geschlüpft sind (und bevor sie sich selber paaren können). </p>

<div class="page" id="bkmrk--10" style="text-align: justify;"></div><div class="page" id="bkmrk-14-kapitel-2.-behand" style="text-align: justify;">Im folgenden ein Rezept- und Behandlungsvorschlag mit dem einige Menschen gute Erfahrungen gemacht haben. Was auf keinen Fall ausreicht ist sich mal ab und zu, ein bisschen mit Öl einzureiben. Nehmt die Behandlungsschritte ernst, sonst reinfiziert ihr euch schnell selber.</div><div class="page" id="bkmrk--11" style="text-align: justify;"></div>##### **2.2.1 Rezept**

<div class="page" id="bkmrk-1-ml-teebaum%C3%B6l-1-ml-" style="text-align: justify;">- 1 ml Teebaumöl
- 1 ml Palmarosaöl
- 1 ml Nekenöl
- 1 ml Eukalyptusöl
- 100ml Oliven- oder Mandelöl

</div>1 ml entsprechen ca. 20-30 Tropfen.

##### **2.2.2 Behandlung**

Nach einer gründlichen Dusche &amp; Schneiden und Säubern der Finger- und Zehennägel reibt ihr den gesamten Körper vom Unterkiefer abwärts mit der Ölmischung ein. Lasst dabei die Schleimhäute aus. Einige Minuten warten, bis das Öl etwas eingezogen ist &amp; danach neue Klamotten anziehen und Bettwäsche wechseln. An den zwei nächsten Tagen wird das ganze (Duschen, Öl, frische Wäsche) wiederholt. Nach 7-10 Tagen erfolgt eine weitere, einmalige Behandlung (Duschen, Öl, frische Wäsche). Vermeidet nach der Behandlung engen Hautkontakt mit Menschen bis die Symptome abgeklungen sind. Falls das nicht in den nächsten zwei Wochen geschieht hat entweder die Behandlung nicht angeschlagen, oder ihr habt womöglich das sogenannte post-skabiöse Ekzem (Siehe auch unter häufigen Fragen, und im Zweifel ab zur Dermatolog\*in).

<p class="callout warning">Wenn ihr noch keine Symptome hattet und euch präventiv behandelt habt, dann solltet ihr die nächsten fünf Wochen Hautkontakt vermeiden, um sicherzugehen, dass ihr nicht versehentlich weitere Menschen ansteckt, weil die Behandlung nicht funktioniert hat. </p>

<div class="page" id="bkmrk-falls-ihr-euch-f%C3%BCr-d">Falls ihr euch für die Behandlung mit Ölen entschieden habt, freuen wir uns über eure Erfahrungsberichte per Email (oder ihr könnt es hier im Wiki eintragen oder kommentieren)!</div>#### **2.3. WAS NICHT HILFT** 

<p class="callout danger">Was zur Behandlung von Krätze alleine nicht hilft, ist sich viel waschen &amp; duschen. **Auch der Besuch von einer Sauna hilft nicht.** Zwar ist dort die Lufttemperatur oft über 60 Grad, die Krätzemilben leben aber meist in der Haut, und diese wird auch in der Sauna nicht so heiß (wenn doch hättet ihr ein ziemliches Problem). **Desinfektionsmittel bringen nichts gegen Krätze.**</p>

# 3 - Hygienemaßnahmen

<p class="callout success">Zu Beginn der Behandlung und am Tag danach sollte die Kleidung und die Bettwäsche gewechselt werden, die Fingernägel kurz und sauber gehalten werden.</p>

#####  

##### 3.1 Kontaktpersonen

<div class="page" id="bkmrk-bei-engen-kontaktper">Bei engen Kontaktpersonen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Als enge Kontaktpersonen gelten alle Personen, die zu Erkrankten engen, großflächigen Haut-zu-Haut-Kontakt über einen längeren Zeitraum hatten (länger als 5 - 10 Minuten), z.B. durch gemeinsames Schlafen in einem Bett, Kuscheln, Körperpflege und Liebkosen von Kleinkindern, Sex, Körperpflege von Kranken.</div><div class="page" id="bkmrk-"></div><div class="page" id="bkmrk-distanzierte-soziale">Distanzierte soziale Kontakte sowie Händeschütteln oder eine Umarmung zur Begrüßung stellen keinen engen Körperkontakt dar. Ausnahme dabei ist die **→Borkenkrätze**. Enge Kontaktpersonen sollen darüber informiert werden, dass sie bereits in der Inkubationszeit, d.h. noch bevor Symptome vorliegen, andere Personen anstecken können. Intensive Hautkontakte sollten sie deswegen für die Dauer der Inkubationszeit, in der Regel 5 bis 6 Wochen, vermeiden und sich auf krätzetypische Symptome hin beobachten.</div>##### 3.2. Textilien 

<div class="page" id="bkmrk-kleider%2C-bettw%C3%A4sche%2C">- Kleider, Bettwäsche, Handtücher und weitere Gegenstände mit längerem Körperkontakt (z.B. Pantoffeln, Stofftiere, etc.) sollten bei mindestens 50°C für wenigstens 10 Minuten gewaschen werden.
- Was nicht gewaschen werden kann, wird in warmen Räumen (mind 21 Grad) in Plastiksäcken für 72 Stunden gelagert. Bei Raumtemperaturen unter 20 Grad die Säcke eineWoche einlagern.
- Betten sollen frisch bezogen werden.
- Polstermöbel, Sofakissen oder textile Fußbodenbeläge (wenn Erkrankte mit bloßer Haut darauf gelegen haben) können mit einem starken Staubsauger abgesaugt oder für mindestens 48 Stunden lang nicht benutzt werden. **Diese Maßnahme ist wegen der geringen Ansteckungsgefahr nicht zwingend erforderlich.**

</div><div class="page" id="bkmrk--1"><div class="annotation"></div></div>

# 4 - Besondere Fälle

##### 4.1 Borkenkrätze

<p class="callout success">Borkenkrätze (auch Scabies crustosa oder Krustenkrätze genannt) ist eine Krankheitsentwicklung die vor allem bei **Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem** auftreten kann. Bei diesen können sich die Milben ungehemmt vermehren, so dass bis zu mehrere Tausende auf und in der Haut angesiedelt sein können (bei normaler Krätze sind 5-20 Milben üblich).</p>

<p class="callout warning">Diese Krankheitsform ist **hoch ansteckend.** Bereits kurze Hautkontakte können zur Infektion führen. Durch die hohe Zahl an Milben kommt es großer Bildung von Hornhaut, sehr krustiger oder borkiger Haut, und kann dann auch die Kopfhaut und das Gesicht befallen. Bei Borkenkrätze wird oft eine stationär Behandlung im Krankenhaus empfohlen.</p>

##### 4.2 Krätze im Säuglings- undKleinkindalter

<div class="page" id="bkmrk-s%C3%A4uglinge-und-kleink">Säuglinge und Kleinkinder weisen sehr ausgeprägte Hautveränderungen auf. Häufig sind die Füße einschließlich Fußsohlen, Knöchelregion, Kopfhaut und Gesicht, aber auch Achselhöhlen, Knie einschließlich Kniekehlen und Unterschenkel betroffen. Das klinische Bild ist vielgestaltiger und zeigt häufig Blasen, Bläschen und Pusteln. Das Allgemeinbefinden eines infizierten Säuglings kann durch Irritiertheit und Appetitlosigkeit beinträchtigt sein.</div><div class="page" id="bkmrk-"></div><div class="page" id="bkmrk--1"><div class="annotation"></div></div>

# 5 - Häufige Fragen

<div class="page" id="bkmrk-kann-meinhund%2Fkatze%2F">**Kann meinHund/Katze/Hamster Krätze bekommen?**</div>> <div class="page">Nein, die Krätzemilbe ist auf Menschen spezialisiert. Es gibt auch Hundekrätze, das ist aber eine andere Sorte, die nicht auf dem Menschen zurechtkommt. Allerdings kann ein Hund natürlich wie ein wandelndes Polstermöbel fungieren...</div>

<div class="page" id="bkmrk-hilfe%2C-ich-habe-kurz">**Hilfe, ich habe kurz nach der Behandlung noch neue Stellen entdeckt!**</div>> <div class="page">Neue entzündete Stellen in den Tagen nach der Behandlung deuten nicht unbedingt darauf hin, dass die Behandlung fehlgeschlagen ist. Einmal führen die Cremes oft zu Hautausschlägen (sogenanntes Postskabiöse Ekzem), die schwierig von Krätze zu unterscheiden ist. Zweitens findet die entzündliche Reaktion des Körper zeitverzögert statt, es kann also passieren, dass der Körper erst jetzt auf Milbentunnel reagiert, die vor der Behandlung entstanden sind.So oder so sollten ihr nachdem ihr euch behandelt habt, nicht davon ausgehen, dass ihr alles los seid, und sofort die nächste Kuschelparty starten.</div>

<div class="page" id="bkmrk-gibt%E2%80%99s-an-der-ganzen">**Gibt’s an der ganzen Sache auch nochwas gutes?**</div>> <div class="page">Ja! Polizist*innen werden dich deutlich weniger gern anfassen, wenn du ihnen sagst, dass du Krätze hast. Das solltest du auch machen, da es sonst theoretisch als Körperverletzung gewertet werden könnte, wenn sich von denen ein*e infiziert.</div>

<div class="page" id="bkmrk-"></div><p class="callout warning">Vermeidet nach der Behandlung engen Hautkontakt mit Menschen bis die Symptome abgeklungen sind. Wenn ihr noch keine Symptome hattet und euch präventiv behandelt habt, dann solltet ihr die nächsten fünf Wochen Hautkontakt vermeiden, um sicherzugehen, dass ihr nicht versentlich weitere Menschen ansteckt, weil die Behandlung nicht funktioniert hat.19</p>

<div class="page" id="bkmrk--1"></div><div class="page" id="bkmrk-eine-freun%2Ain-von-mi">**Eine Freun\*in von mir hat Krätze. Sollte ich mich behandeln?** </div>> <div class="page">Habt ihr Bettwäsche geteilt oder hattet für längere Zeit (ab 5Minuten) Hautkontakt? Dann ist eswahrscheinlich, dass du auch Krätze hast. Habt ihr gemeinsam in einem Bett geschlafen? Dann kannst du dir sicher sein, dass du auch Krätze hast.</div>

<div class="page" id="bkmrk--2"></div><div class="page" id="bkmrk-ist-es-sinnvoll%2C-sic">**Ist es sinnvoll, sich auch ohne Symptome (nur im Verdachtsfall) zu behandeln?** </div>> <div class="page">Dazu scheiden sich die Geister: Behandeln obwohl keine Symptome da sind. Eine Behandlung ohne Symptome kann zwar eine gefühlte Sicherheit bieten, da du aber keine Symptome hattest, kannst du aber auch nicht einschätzen, ob die Behandlung erfolgreich ist. Deswegen solltest du auch dann unbedingt die allgemeinen Hygienemaßnahmen befolgen und in den nächsten 5 Wochen im Zweifel eher davon ausgehen, dass du es vielleicht noch hast.</div>

<p class="callout warning">**Da du also so oder so die nächsten Wochen längeren Körperkontakt vermeiden solltest**, gibt es auch Menschen, die dann lieber abwarten &amp; sich währenddessen verantwortungsbewusst verhalten (kein Teilen von Wäsche &amp; Betten, kein längeren Körperkontakt). Wenn du dann nach einigen Wochen Symptome zeigst, kannst du dir sicher sein, dass du Krätze hast, die Behandlung ist klarer, und wirst es beim nächsten Verdachtsfall innerhalb von einer Woche wissen (siehe Erkärung am Anfang des Buches).   
  
**Dieser Weg ist aber nur zu empfehlen, wenn du wirklich sicher bist, dass du nicht doch andere Menschen gefährden wirst!**</p>

<div class="page" id="bkmrk--3"></div>

# 6 - Quellen

Die meisten Daten stammen aus dem \[RKI Ratgeber für Ärzte zum Thema Krätze. Das Robert-Koch-Institut ist das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und wir schätzen diesen Ratgeber als sehr fundierte Quelle ein.

[=&gt; https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber\_Skabies.html](https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Skabies.html)

Studie zu ätherischen Ölen: Fang F, Candy K,Melloul E, et al. In vitro activity of ten essential oils against Sarcoptes scabiei. Parasit Vectors. =&gt; [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5120413/](https://wiki.aktivismus.org/Vectors.https:/www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5120413/)

Koçkaya, E.A. and Kılıç, A. (2014), Developmental toxicity of benzyl benzoate in rats after maternal exposure throughout pregnancy. Environ. Toxicol, 29: 40-53. =&gt; [https://doi.org/10.1002/tox.20771](https://doi.org/10.1002/tox.20771)

Arzneitelegram September 2005 =&gt; [https://www.arznei-telegramm.de/html/2005\_09/0509078\_01.html](https://www.arznei-telegramm.de/html/2005_09/0509078_01.html)

<div class="annotation" id="bkmrk-"></div>

# Let's Talk about Su.c.de!

Diese Ressourcensammlung ist im Sommer 2025 in Vorbereitung auf und während eines Workshops auf dem System-Change-Camp entstanden. Wir haben uns aus verschiedenen Gründen dazu entschieden, den Workshop zu geben:

- Wir sind selbst beide von Suizidalität betroffen
- Wir bekommen immer wieder von Menschen (aus der Bewegung) mit, die sich das Leben nehmen
- Es gab im Frühjahr 2025 einen Suizid-Fall in der Bewegung, der durch eine Suchaktion sehr bekannt geworden ist
- Wir haben noch nie einen Space erlebt, in dem wir über enge Beziehungen hinaus offen und emotional über dieses Thema sprechen konnten, und uns dabei gehalten gefühlt haben.

Diese Ressourcensammlung richtet sich insbesondere an Menschen, die nicht selbst von Suizidalität betroffen sind, denn erst eine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Verlust ermöglicht Gespräche auf Augenhöhe, die den emotionalen Raum halten können für Menschen die akut betroffen sind.  
  
Leider haben viele von uns immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Thema tabuisiert wird, Menschen schockiert reagieren, und alles sich viel mehr um die Gefühle der Anderen dreht, als um die Eigenen! Dies soll ein Beitrag sein, damit sich das endlich ändert!

# Rahmen für den Space

<p class="callout success">Für einen kollektiven Space um über Suizidalität zu sprechen, ist es essenziell vorher einen Rahmen abzustecken. Hier findest du einige Gedanken dazu.</p>

#### Handzeichen

<p class="callout info">Für Bilder &amp; Erklärungen ➡️ [Handzeichen.pdf](https://wiki.aktivismus.org/attachments/22)</p>

Pause/Stopp = T mit den Händen formen - für Unterbrechungen

Awareness-A = A mit den Händen über dem Kopf formen - für Trigger, unangenehme Situationen, Awareness

Sprache/Language = L mit einer Hand formen (Daumen abgespreizt) - für Sprachliche Unklarheiten

#### Vereinbarungen

- Unterbrechungen sind jederzeit möglich
- Wir achten auf uns selbst und nach Kapazitäten auf unsere Sitznachbar\*innen =&gt; Wenn wir denken, es geht einer Person nicht gut, kann auch für diese Person ein Handzeichen benutzt werden
- Wenn eins gehen möchte, meldet es sich ab und es folgt ein kurzer Check-In ob es etwas braucht um gut gehen zu können
- Das Gesagte bleibt hier im Raum - **nur das Geschriebene darf verbreitet werden**

#### Grenzen, Bedürfnisse &amp; Ängste abfragen

##### Bedürfnisse, die geäußert wurden

- Austausch über Strategien im Umgang mit Suizidgedanken
- Austausch darüber, wie Menschen die Gedankenspirale erleben

##### Grenzen, die geäußert wurden

- Nicht über Suizidmethoden sprechen

##### Ängste, die geäußert wurden

- Dass Menschen getriggert werden
- Weiß nicht, was mich erwartet
- Angst mich richtig schwer und belastet zu fühlen
- Angst überfordert zu sein

<p class="callout success">Zusätzlich zu den Abfragen kann ein ausgiebiger Check-In in Kleingruppen oder in der großen Runde helfen, das Eis zu brechen.</p>

#### Ausgiebiger Check-In

> Wieso nimmst du Teil? - Welchen Bezug hast du zum Thema Suizidalität?

# Input zu Suizidalität

#### Häufigkeit

10.300 Menschen haben sich im Jahr 2023 in Deutschland das Leben genommen. Das sind 28 Menschen pro Tag.

Davon waren 850 assistierte Suizide (Sterbehilfe) - Tendenz steigend.

1% aller Tode sind Suizide. Bei unter 25-Jährigen sind es 16% aller Tode.

Suizide sind häufiger als Mord, AIDS-, Drogen- und Verkehrs-Tode zusammen.

Es gab von 1980-2005 einen starken Rückgang von Suiziden (Faktor 4) durch Aufklärungskampagnen. Parallel zum Rückgang der Suizide wuchs die Zahl der Diagnosen psychischer Erkrankungen - da Menschen sich nun häufiger Hilfe suchen (können).

Es gibt laut Schätzungen ca. 100.000 Suizidversuche jedes Jahr - dazu gibt es jedoch keine offiziellen Statistiken.

In Mittel- und Nordeuropa sind Suizide häufiger als in Südeuropa.

#### Betroffene

<p class="callout info align-center">Während Männer\* es häufiger zu Ende bringen, werden (bemerkte) **Suizidversuche** v.a. von jungen Frauen\* und Queers begangen. Manche Quellen sagen, dass ein Suizidversuch bei Frauen\* eher als Hilferuf zu verstehen sei, während Männer\* entschlossener seien - andere sagen, es ist auf die gewählten Suizidmethoden und deren Erfolgsquote zurückzuführen.</p>

**Gender:** 73% Männer\* - [unter Trans\*-Personen ist die Rate 4x so hoch, unter nicht-binären noch höher.](https://www.queer.de/detail.php?article_id=46463)

**Durchschnittsalter**: 60 Jahre. Mit dem Alter steigt die Suizidrate exponentiell an.

**Soziale Faktoren:** Armut, Arbeitslosigkeit, Juristische Probleme, Partnerschafts-/Familienkonflikte, Drogen

**Psychiatrische Erkrankungen:** 71-90% haben Depressionen - häufig fehlt der Zugang zu psychiatrischer Versorgung

Ein großer Risikofaktor für einen erfolgreichen Suizid sind vorangegangene Suizidversuche (bei ca. 30%)

#### Symptome

Hoffnungslosigkeit - Schuldgefühle - sozialer Rückzug

starke Impulsivität/Handlungsdrang

Menschen "ordnen" ihr leben &amp; nehmen Abschied

> **Ich halte das nicht mehr aus - Das ist mir alles zu viel**

#### Gesellschaftliche Prävention

Es gibt Schulungen für Lehrende, Hausärzt\*innen, Journalist\*innen, Pflegekräfte, Pfarrer\*innen &amp; Cops.

**Anlaufstellen:** Telefonseelsorge, [Trees of Memory](https://www.treesofmemory.com) (für Angehörige)

[Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention](https://www.suizidprophylaxe.de/)

[Nationales Suizidpräventionsprogramm](https://www.suizidpraevention.de/)

**Beratungsstellen**: [München](https://die-arche.de/), [Frankfurt a. M.](https://www.frans-hilft.de/), vielleicht auch in deiner Gegend?

[Medien berichten in der Regel nicht bzw. nur wenn notwendig über Suizide.](https://www.deutsche-depressionshilfe.de/presse-und-pr/berichterstattung-suizide)

# Handlungsmöglichkeiten & Leitfaden für Gespräche

<figure class="figurebox border-1 border-gray border-opacity-25 dark:bg-dark-shade-800 flex flex-col sm:flex-row p-4 !mt-12 mb-12 clear-both" data-cy="figure-box" id="bkmrk-grafik-suizidraten-i"><figcaption class="order-2 sm:order-1 w-full sm:w-2/2 pr-4 mb-4 sm:mb-0 break-words"></figcaption></figure>### Thema Suizid nicht meiden

<p class="callout success">Die folgende Handlungsempfehlung wurde für Hausärzt\*innen geschrieben. Du findest eine weitere tolle Übersicht hier: [https://www.treesofmemory.com/aktiv-gegen-suizidgedanken/ueber-suizidgedanken-sprechen](https://www.treesofmemory.com/aktiv-gegen-suizidgedanken/ueber-suizidgedanken-sprechen)</p>

Das tabuisierte und schwere Thema Suizid aktiv anzusprechen, erfordert nicht selten Überwindung. Dies ist aber bei depressiv Erkrankten und anderen möglicherweise Suizidgefährdeten unerlässlich. Die Sorge, die Betroffenen damit erst auf den Gedanken zu bringen, ist unbegründet. Aber wie soll man das Gespräch auf dieses belastende Thema lenken? Hilfreich ist es hier meist, von den eigenen Beobachtungen und Gefühlen auszugehen und sich einen Einstiegssatz zurechtzulegen. Beispiel: „Sie machen auf mich einen sehr verzweifelten Eindruck und ich mache mir Sorgen um Sie. Haben Sie denn finstere Gedanken und vielleicht sogar daran gedacht, sich etwas anzutun?“ Danach sollte das Gespräch in 2 Teile geteilt werden:

- Teil 1: Abschätzung der Höhe des Suizidrisikos
- Teil 2: Behandlung und suizidpräventive Maßnahmen

Einziges Ziel des 1. Teils ist es die Höhe der Suizidgefahr einzuschätzen. Erst nach bestmöglicher Abschätzung dieses Risikos soll zu Teil 2 übergegangen werden. Der Impuls, direkt Zuspruch und Hilfsangebote zu unterbreiten, sollte unterdrückt werden. Dies geschieht erst im 2. Teil.

---

<aside class="mb-8 mt-8 md:my-10" data-cy="set-quote" id="bkmrk-der-impuls%2C-direkt-z">> <div class="flex justify-center"><div class="border-t border-black w-2/4">  
> </div></div><div class="pt-8 pb-6"><div class="text-xl md:text-2xl mb-2 font-medium italic" data-cy="quote-body">Der Impuls, direkt Zuspruch und Hilfsangebote zu unterbreiten, sollte unterdrückt werden.</div></div><div class="flex justify-center"><div class="border-t border-black w-2/4">  
> </div></div>

</aside>---

Im 1. Teil sollten Suizidgedanken, -absichten und -pläne offen angesprochen und abgefragt werden. In der <span class="italic">Tabelle</span> sind Beispielfragen gelistet. Da die Neigung besteht, zu rasch auf beschwichtigende Antworten des Erkrankten einzugehen, um das für alle Beteiligte unangenehme Thema zu verlassen, ist es hilfreich, derartige Fragen parat zu haben. Es muss so lange nachgefragt werden, bis ein bestmöglicher Gesamteindruck („Bauchgefühl“) bezüglich des Suizidrisikos gewonnen worden ist. Manchmal ist hier nicht nur das, was der Patient sagt, sondern das, was er nicht sagt beziehungsweise wie er etwas sagt, aussagekräftig. Einen Fragebogen oder Test, mit dem die Suizidgefährdung ausreichend gut bestimmt werden kann, gibt es leider nicht.

<figure class="figurebox border-1 border-gray border-opacity-25 dark:bg-dark-shade-800 flex flex-col sm:flex-row p-4 !mt-12 mb-12 clear-both" data-cy="figure-box" id="bkmrk--2">[![grafik.png](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/scaled-1680-/7tqUiHbpyoz69x8S-grafik.png)](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/7tqUiHbpyoz69x8S-grafik.png)

</figure><figure class="figurebox border-1 border-gray border-opacity-25 dark:bg-dark-shade-800 flex flex-col sm:flex-row p-4 !mt-12 mb-12 clear-both" data-cy="figure-box" id="bkmrk-tabelle-gespr%C3%A4chslei">Die Risikoabschätzung kann von passiven Suizidgedanken ohne Suizidabsicht bis zu hoher akuter Suizidgefährdung reichen. Je nach Einschätzung sollten im 2. Teil verschiedene Maßnahmen folgen. Hierbei kann aus einem ganzen Spektrum an Möglichkeiten ausgewählt werden, zum Beispiel:</figure>- Kurzfristige Wiedereinbestellung
- Familie mit Einverständnis der Patienten hinzuziehen und informieren
- Sicherstellen, dass die Betroffenen möglichst nicht allein sind
- Veranlassen, dass fachärztliche Hilfe beansprucht wird, etwa gemeinsam zeitnahen Termin ausmachen
- Bei fachärztlicher Behandlung, Kontaktaufnahme mit dem behandelnden Psychiater mit Zustimmung der Patienten
- Anti-Suizid-Pakt schließen: Betroffener Person per Handschlag das Versprechen abnehmen, dass kein Suizidversuch bis zum nächsten Termin unternommen wird. Zum Beispiel: „Ich mache mir Sorgen um Sie. Können Sie mir denn versprechen, sich bis zu unserem nächsten Termin nichts anzutun? Geben Sie mir Ihr Wort?“ Hierbei sollte klar sein, dass es um Fürsorge und nicht um eine juristische Absicherung des Arztes geht. Eine zum Beispiel zögerliche Reaktion eines Patienten kann auch wichtige Hinweise auf das vorliegende Suizidrisiko liefern.
- Gemeinsam überlegen, was der Patient tun kann, bei Verschlimmerung der Situation, etwa Notfallplan mit Informationen zu Notaufnahmen und Kliniken erstellen
- Behandlung der zugrunde liegenden psychischen Erkrankung beginnen
- Stationäre Einweisung in eine psychiatrische Klinik

<p class="callout warning">Die folgende Handlungsempfehlung lehnen wir entschieden ab, weil marginalisierte Personen in Psychiatrien in der Regel Diskriminierung und Gewalt erleben. Zudem ist die Polizei keine adäquate Ansprechstruktur für Menschen mit psychischen Krankheiten, da sie im Regelfall Situationen lieber eskaliert als den Betroffenen zu helfen. Eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik sollte immer eine freie Entscheidung sein. Der Satz wurde hier stehen gelassen, weil es leider Teil des gesellschaftlichen Umgangs mit Suizidalität und psychischen Krankheiten ist.</p>

- Stationäre Einweisung gegen den Willen des Patienten: Dies ist dann nötig, wenn eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt und der Patient eine stationäre Behandlung ablehnt. Hierfür kann im Notfall die Polizei verständigt werden, die vor Ort prüft, ob eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt, und dann gegebenenfalls den Patienten in eine psychiatrische Klinik bringt. Die Rechtmäßigkeit dieser Unterbringung wird zeitnah richterlich überprüft.

# Workshopergebnisse (Stimmen von Betroffenen & Angehörigen)

#### Welche **Schwierigkeiten** kennst du im Umgang mit Suizidalität?

- Mit befreundeten Menschen einen gemeinsamen Umgang finden ohne sie "zu nerven"
- Wie kann ich Mensch am Besten unterstützen?
- Gesellschaftlicher Druck unkompliziert und einfach zu sein, Menschen nicht zu belasten
- Mensch macht sich angreifbar, wenn man Schwäche zeigt
- Eigene Grenzen einzuhalten, Nein sagen zu dürfen, obwohl ich merke, dass jemand eigentlich meine Hilfe braucht oder einfordert.
- Menschen, die Gesagtes abtun ("Psychische Erkrankungen gibts nicht"; "Ich hatte auch schon dunkle Zeiten")
- Menschen, die überreagieren
- Ableismus
- keine Last sein zu wollen
- Gedanke: "Wenn es mir besser geht, muss ich wieder funktionieren"
- Auszuhalten, wenn die Person nicht reden möchte/keine Hilfe annimmt.
- Mensch möchte niemensch triggern
- Die eigenen Gedanken beschreiben
- ein Gespräch starten, wenn es mir schlecht geht =&gt; ich will vllt. gerade nicht vom Leben überzeugt werden
- Taboo &amp; Silence
- Kirche: "Suizid ist eine Todsünde" - Auch ohne Religion/Glauben zu praktizieren sehr in der Gesellschaft verankert

#### Welche **Strategien** kennst du im Umgang mit Suizidalität?

- Musik, die zum Weinen bringt =&gt; Ventile finden
- "Umbringen kann ich mich ja auch später noch - dann kann ich auch dieses Risiko eingehen / diesen Versuch unternehmen"
- Dem Tod eine Chance geben (Extremsport, Motorrad, Fallschirm, ...) - Wenn nichts passiert, ist meine Zeit noch nicht gekommen.
- Reden ( + 1)
- In Akut-Phasen versuchen Impulsivität zu reduzieren - lieber im Bett bleiben - "Drüber schlafen".
- Waldbaden - in der Natur sein
- Aktivismus machen - ist sinnvoll &amp; wird wertgeschätzt (manchmal)
- zeichnen
- Sport
- Psychotherapie
- Selbsthilfegruppe, Dankbarkeit, Yoga, Mediation, Ecstatic Dance, Spritualität, Transpersonale Psychologie
- mir in weniger akuten Phasen Dinge aufschreiben, die ich gerne mache um dann Dinge von der Liste versuchen zu können
- Gedanken aufschreiben (alles was mir in den Kopf kommt) - Audio aufnehmen und drüber reden
- schlafen
- eiskalt duschen - Kopf unter Wasser tauchen - Baden/Schwimmen
- Eis essen :D
- Konzerttickets in weiter Zukunft kaufen - Spielzeug vorbestellen - Dinge für die Zukunft planen

#### Wie würdest du dir den Umgang mit Suizidalität **wünschen**?

- gemeinsam - gesellschaftlich - Ursachenbezogen =&gt; Welche gesellschaftlichen &amp; ökonomischen Verhältnisse?
- regelmäßiger Austausch über psychische Gesundheit (Emo-Runden) =&gt; nicht nur Check-Ins
- Dass wie es mir geht nicht erst wichtig wird, wenn es schon "so schlimm" ist, bzw. früher vom Umfeld &amp; System reagiert wird, so dass es im besten Fall gar nicht erst zum Versuch kommt.
- Ich wünsche mir, dass ich offen über Suizidalität sprechen kann ohne dann andere Menschen beruhigen zu müssen (+2)
- Ich wünsche mir, dass mir Menschen zuhören und mir nicht sofort die Gedanken ausreden wollen (+1) 
    - mich eher darin unterstützen selbst leben zu wollen
    - selbst diese Entscheidung leben zu wollen treffen zu können, statt sie für mich zu treffen.
- Nicht sofort bemitleiden &amp; von kurz bevorstehendem Handeln ausgehen 
    - Räume für Austausch
    - nachhaltige Hilfe

# Grafiken

[![grafik.png](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/scaled-1680-/xzhkzGv5Crob7ll0-grafik.png)](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/xzhkzGv5Crob7ll0-grafik.png)

[![grafik.png](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/scaled-1680-/7TCIw2fwY7Z23tBa-grafik.png)](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/7TCIw2fwY7Z23tBa-grafik.png)

# Aktivismus & Trauma // Activism & Trauma

TAKE CARE OF EACH OTHER…  
....über die emotionalen Folgen von Polizei (und anderer) Brutalität - und wie wir da wieder rauskommen //  
....about the emotional Consequences of Police (and other) Brutality - and how we can deal with them.  
  
Kopiert aus einem Flyer - den du hier runterladen kannst //  
Copied from a Flyer which you can download here:  
[Activism &amp; Trauma.pdf](https://wiki.aktivismus.org/attachments/23)  
[Aktivismus und Trauma.pdf](https://wiki.aktivismus.org/attachments/24)

Mehr Info // More info:

Activist Trauma Support:[<span> www.activist-trauma.net</span>](https.//activist-trauma.net)  
  
Die Gruppe existiert leider nicht mehr, aber es gibt in Deutschland //  
This group sadly doesnt exist anymore, but in Germany there are:  
  
<span>Out of Action: </span>[https://outofaction.noblogs.org/](https://outofaction.noblogs.org/)  
<span>Zähne putzen: </span>[https://aktivisti-retreat.org/](https://aktivisti-retreat.org/)  
<span>Psychologists for Future: </span>[https://www.psy4f.org/beratung/](https://www.psy4f.org/beratung/)  
<span>Rest in Resistance; </span>[https://restinresistance.de/](https://restinresistance.de/)

Lesetipp // Reading Advice: “Narben der Gewalt”, Judith Hermann  
[www.trauma-informations-zentrum.de](https://trauma-informations-zentrum.de)

# Überblick & Einführung // Overview & Intro

[![grafik.png](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/scaled-1680-/JmoDJFOBf8FkNFmk-grafik.png)](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/JmoDJFOBf8FkNFmk-grafik.png)\[lang:de\]

<p class="callout info">Die Verfassung, in der wir uns nach Erfahrungen von Brutalität (sei es direkt oder indirekt) befinden können, wird von PsychologInnen und Co. als „Post-traumatischer Stress" (PTS) bezeichnet. Sie teilen die Reaktionen in drei verschiedene Bereiche ein.</p>

#### Zeichen von Post-Traumatischem Stress:

1. **Wieder-Erleben des Erlebten**  
    \- Alpträume, Flashbacks, intrusive (immer wiederkehrende) Erinnerungen  
    \- das Gefühl, dass das Erlebte einen nicht mehr los lässt, etc.
2. **Vermeidungsverhalten /Verdrängungsverhalten**  
    \- Erinnerungsverlust, erhöhter Alkohol/Drogenkonsum, Selbstisolierung,   
    \- Vermeidung von allem, was mit dem Erlebten zu tun hat oder einen daran erinnert  
    \- Distanz zu dem Geschehenen aufbauen, etc.
3. **Erhöhte Erregung**  
    Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Gefühlsausbrüche, Wutausbrüche,  
    Angst, Panik, Konzentrationsschwierigkeiten, Schreckhaftigkeit, etc.

<p class="callout success">Dies sind häufige Reaktionen auf extreme Erfahrungen. Viele Menschen haben dies erlebt - und überlebt.</p>

#### Um eine Besserung zu erreichen, helfen vor allem 2 Ansätze:

1. Sich für längere Zeit an einem Platz aufhalten, an dem du dich sicher fühlst, Ruhe hast und dich mit Menschen umgeben, denen du vertraust.
2. Die Erfahrung verarbeiten. Das Erlebte in Worte fassen, auch wenn es wieder und wieder erzählt wird, oder die Emotionen auf andere Weise ausdrücken.

Für ca. 70% der Menschen verschwinden die Symptome nach ungefähr 4-6 Wochen. Bleiben  
sie bestehen, wird diese Verfassung als PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)  
bezeichnet und ist so ernst, dass sachverständige Hilfe erforderlich ist. (Dies kann auch hilfreich sein, wenn die Symptome schon vorher das Leben stark erschweren.)

<p class="callout warning">Es besteht die Möglichkeit, dass PTBS erst Monate oder sogar Jahre nach der Erfahrung auftritt. PTBS ist sozusagen eine Verarbeitungsstörung, d.h. die Erfahrung kann nicht verarbeitet werden.</p>

Verschiedene Therapieformen können helfen. Ziel ist es, das Trauma in das Leben zu  
integrieren, es kann nicht ungeschehen gemacht werden und es hat die Person verändert.  
Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf ein Trauma und in unterschiedlicher Intensität.

\[lang:en\]

<p class="callout info">The state in we can find ourselves after experiencing Brutality and a loss of control over our body and health are called "Post-Traumatic Stress" or PTS. You might experience all, some or one of them:</p>

#### Signs of Post-Traumatic Stress:

1. **Re-experiencing the traumatic event:**   
    nightmares, flashbacks, intrusive memories, the feeling of not being able to let go of the experience
2. **Avoidance / Suppression:** - emotional numbing: losing the memory  
    \- self-medication (alcohol /drugs), self-isolation, social withdrawal  
    \- avoidance of everything that may recall the experience (known as avoidance behaviour)
3. **Increased arousal:**  
    \- Sleeplessness, irritation, rage, emotional outbursts,   
    \- panic attacks, fear, hyper-vigilance, difficulties concentrating and performing normal tasks

<p class="callout success">These are common reactions to extreme experiences. A lot of people have been throughand get over it.</p>

People react differently and in different intensities to a traumatic experience.  
They also have different needs in terms of support. You can become traumatised by your  
personal experience, by witnessing, but also outside the action by knowing the victim or by just hearing about it.

#### Two essential components of recovery:

1. Stay in a calm place for some time, where you feel safe and you have people around you who you can trust and who can care for you
2. Work through the experience. Find words for what happened. Tell a friend in detail. Write down what happened. Express it in whatever way suits you.

  
For about 70% of people, these symptoms slowly disappear after about 4-6 weeks. But if they continue, this condition is called “PTSD" (post-traumatic stress "Disorder" - we disagree with using the word “Disorder” for something we see as a normal reaction). If your reactions don’t settle after this time then seek ‘professional’ help (which might be helpful anyway if the reaction in the first weeks is strong).

<p class="callout warning align-center">It may be that “PTSD" only occurs months or even years after the experience (delayed “PTSD"). </p>

Basically, it is a processing dysfunction - our system does not process the experience. The experience is blocked, so it keeps on hurting. There are different kinds of therapy or healing. The aim is to integrate the traumatic experience into your life. It will not disappear, but the pain will diminish.

# Traumareaktionen // Reactions to Trauma

\[lang:de\]

#### Mögliche Reaktionen nach einem Trauma

- Nicht in der Lage sein, aufreibende Bilder und Erinnerungen beiseite zu legen, Flashbacks  
    (das Gefühl wieder in der erlebten Situation zu sein), Alpträume
- Depressionen, keine Freude am Leben haben, sich allein/verlassen fühlen
- Sich taub, abgeschaltet fühlen
- Sich zurückziehen, soziale Aktivitäten fallen lassen, sich isolieren
- erhöhter Alkohol / Drogenkonsum zwecks Selbstmedikation
- Veränderung von Ess / Schlaf-Gewohnheiten, auch von sexuellen Gewohnheiten
- Magenschmerzen, Übelkeit, Muskelspannung, Druck
- Furcht, Ängstlichkeit, übertriebene Wachsamkeit, Panikattacken, Phobien, Unruhe
- Schuldgefühle, Scham, Selbstbeschuldigung, Bedauern, Unfähigkeit wie gewohnt zu „funktionieren",  
    Pläne zu machen, Entscheidungen zu treffen
- Reizbarkeit, Ärger, Gefühlsausbrüche, unkontrolliertes Weinen, innerer Schmerz
- Selbstmordgedanken, Gefühl, dass das Leben keinen Wert/Sinn hat.
- Infragestellen von politischem Engagement und zwischenmenschlichen Beziehungen.
- Möglicherweise Hochkommen von Erinnerungen an vorhergehende Traumata
- kein Gefühl für Zukunft haben; nicht daran glauben, dass diese Phase jemals vorbei  
    gehen wird

#### Hintergrund zu Trauma

<p class="callout info">**Hintergrund für diese Reaktionen ist der Versuch unseres Systems wieder Kontrolle zu**  
**gewinnen. Unser Leben baut darauf auf, dass wir Einfluss darauf haben, was mit uns passiert.**  
**Wird uns dieser Einfluss genommen, wenn wir ohnmächtig der Gewalt ausgeliefert sind, entsteht traumatischer Stress.**</p>

Wenn wir hinterher beispielsweise nicht schlafen können, so ist das darauf begründet, dass der Körper nicht die Kontrolle verlieren will. Selbstmedikation mit Alkohol will erreichen, dass die eigene Verfassung nicht wahrgenommen wird.

Sogar die Selbstvorwürfe, die das Gehirn dir einredet, um dir Kontrolle vorzuspiegeln, folgen diesem Muster, wenn es sagt: „Hättest du dich anders verhalten, wäre das nicht passiert…" und dir damit einredet, es läge in deiner Hand. Fakt ist jedoch, dass die Kontrolle über unser Leben bedingt ist, aber unser gesamtes Handeln und Tun darauf aufgebaut ist, denn nur so können wir uns schützen, bzw. uns sicher fühlen.

\[lang:en\]

#### Possible reactions after a traumatic experience

- Pictures and memories of what happened keep coming back
- Flashbacks (the impression of reliving the situation), nightmares while asleep
- Depression, not being able to enjoy life, feeling lonely and abandoned
- Feeling numb, switched off
- Becoming withdrawn, avoiding social interaction, self-isolation
- Changes in eating, sleeping or sexual habits
- Stomach pain, nausea, muscle tension, fatigue
- Fear, anxiety, hyper-vigilance, panic attacks, phobias
- Restlessness
- Guilt, shame, self-blame, regret
- Inability to function as normal, make plans or decisions
- Irritability, rage, emotional outbursts, uncontrollable crying, inner pain
- Suicidal thoughts, feeling that there is no point in living
- Doubting political activism and relationships with friends
- Reliving previous, other traumatic experiences
- Hopelessness, belief that this phase will never end

#### Background to Trauma

<p class="callout info">**The background to these Reactions are the attempt by the brain to regain control of our lives. Our lives depend on having a sense of some sort of influence on what is happening to us. If this power is taken away from us, we literally feel powerless, at the mercy of brutality, and this produces (post traumatic) stress.**</p>

  
Afterwards, our brain and body systems seek to regain control and make sense of the experience to prevent it from happening again. So the brain replays the experience in front of our inner eye to try and grasp it, while at the same time we want to avoid anything connected with it. We become emotionally disturbed because we never feel safe, we feel bad about what happened.

Even blaming ourselves is based on that concept, because if it’s our fault, we’d act differently next time, wouldn’t we? It’s true that we don’t have total control over our lives, but our actions and thoughts are nevertheless based on a sense of power and personal effectiveness.

# Was du für dich selbst tun kannst // What you can do for yourself

\[lang:de\]

<p class="callout success">**Sag dir: Deine Reaktionen sind normal und es gibt Hilfe! Dies ist eine schwere Phase, aber sie geht aller Wahrscheinlichkeit nach vorbei.**</p>

- Sofort nach einer traumatischen Erfahrung: Geh an einen Ort, an dem du dich sicher fühlst und lass zu, dass sich jemensch um dich kümmert
- Bewegung baut Stress ab. Spazieren oder laufen ist zur Beruhigung besser als Sich-Hinsetzen, baut Adrenalin ab.
- Versuche dich nicht zu isolieren. Wende dich an deine Freund\*innen und sag, dass du Hilfe brauchst (auch wenn es schwer fällt).
- Nimm dir Zeit zu heilen, sei geduldig mit dir und verurteile dich nicht für deine Verfassung.  
    Innere Wunden brauchen ebenso Zeit und Ruhe um zu heilen wie äußere.
- Eine häufige Reaktion ist, dass es dir weh tut, wenn andere damit besser fertig zu werden  
    scheinen als du. Sei dir bewusst, dass Menschen unterschiedlich sind, die Stärke der Reaktionen auch davon abhängt, wie oft und stark du vorher traumatisiert wurdest und dass es kein Zeichen von Schwäche ist, nach einer Verletzung Schmerzen zu haben.
- Dich für das Geschehene selbst verantwortlich zu machen, ist eine Reaktion, die mit Trauma oft einhergeht. Mach dir klar, dass das Geschehene nicht deine Schuld ist, die Schuld liegt bei den TäterInnen.
- Familie und Freunde wissen oft nicht, wie sie mit deiner Verfassung richtig umgehen können. Sprich Sie an, wenn du ihr Verhalten nicht als hilfreich empfindest, sag, was du brauchst.
- Häufig kommen Gedanken hoch wie „Ich habe kein Recht mich so schlecht zu fühlen, andere sind viel schlimmer dran. Das, was mir passiert ist, ist ja nichts im Vergleich zu (…)"
- Mach dir klar, dass du Schlimmes durchlitten hast und das Recht hast, dich so zu fühlen,  
    wie du dich fühlst. Wenn du deine Verfassung akzeptierst, erholst du dich schneller.
- Verdrängen wirkt sich auf lange Sicht negativ aus und schränkt dich ein.
- Bachblüten können emotional helfen. Baldrian hilft bei Schlafproblemen. Massagen und heiße Bäder sind immer gut. Alkohol/Drogen wirken sich eher negativ aus.
- Lerne mehr darüber, wie Trauma funktioniert. Je mehr du verstehst, desto einfacher ist es für dich, deine Reaktionen als „Symptome" zu begreifen.

\[lang:en\]

<p class="callout success">**Remind yourself: your reactions are normal and there is help available; this is a difficult phase but you will get better.**</p>

- Immediately after the experience: get to a place where you feel safe and take care of yourself. This may mean allowing other people to take care of you.
- Don’t isolate yourself. Turn to your friends and tell them what you need.
- See a professional if that is what you need.
- Get rid of the adrenaline that is still stored inyour body: go for walks, cycle or run, do exercises.
- Take your own time to heal, be patient with yourself and don't condemn yourself for your feelings and reactions. Inner wounds take time and patience to heal, just like physical ones.
- You might feel bad if you think that others are dealing with an experience better than you are. Remind yourself that people are different and react in different ways. There is no “right” way to react. (If you have had a previous experience of trauma, including childhood abuse, you may have more intense reactions.) Also, more sensitive people often experience stronger reactions. It’s not a sign of weakness  
    to feel pain after being attacked.
- You may feel guilty about what happened and blame yourself. Remind yourself: It was not your fault!! The aggressors carry the guilt.
- Family and friends often don’t know how to help. Tell them what you need and don’t need.
- If you think: "I don't have the right to feel this bad - what happened to me is nothing compared to X," remind yourself that you have experienced something terrible and that you have the right to feel as you do. If you feel bad, that’s because the experience was bad for you. There is no point in comparing  
    and contrasting brutality. If you accept your condition, you will get better faster.
- Avoidance and denial have damaging effects in the long run and will restrict your life. Selfmedication with alcohol and drugs may seem to help for the moment but has negative effects in the long run.
- Bach Flower Remedies and acupuncture can help you deal with the emotions. Valerian is good for sleeplessness. Massages and hot baths are always a good idea.
- Find out more about post-traumatic stress. The more you know, the easier it is to see your reactions as normal reactions to “abnormal” events.

# Was du für dein*e Freund*in tun kannst // What you can do for your Friend(s)

\[lang:de\]

<p class="callout success">**Warte nicht, bis du um Hilfe gefragt wirst, sondern sei einfach für mensch da.**</p>

- Die Tage direkt nach der Erfahrung sind besonders wichtig zum Reden, danach wird oft schon wieder „zugemacht".
- Vielleicht fühlst du dich unsicher und weißt nicht, wie du dich verhalten sollst. Informiere dich über Trauma, um die Reaktionen besser verstehen zu können. Einfach „normal" sein, ohne zu bemitleiden und ohne aufdringlich zu sein, kann viel helfen. Bemühe dich gleichzeitig den Reaktionen gegenüber tolerant zu sein. Das Wichtigste ist, dass dein\*e Freund\*in sich in deiner Gegenwart wohl und sicher fühlt.
- Traumatisierte Menschen isolieren sich häufig und haben Schwierigkeiten, um Hilfe zu bitten. Sie wollen kein Mitleid, sondern Verständnis, keine aufgedrängte Hilfe, sondern Einfühlungsvermögen.
- Vergiss nicht, dass Menschen nach traumatischen Erlebnissen anfangs oft ok erscheinen und die Reaktionen erst später auftreten. Sei eine gute Zuhörerin /Zuhörer. Vermeide es, zu bald, zu lange und zu viel zu reden. Oft tendieren wir dazu Rat zu geben, anstatt wirklich zuzuhören…
- Versuch wirklich nachzufühlen, wie es deiner Freundin /Freund ergangen ist, versuch dich hineinzufühlen, wie es ihr/ihm jetzt geht. Chronologisches Erzählen hilft dem Gehirn das Erlebte zu verarbeiten. Ermuntere, dass deine Freund\*in behutsam dazu, das Erlebte der Reihenfolge nach, mit allem, was dazugehört, erzählt, eingeschlossen Gefühle, Sinneseindrücke, Gedanken...
- Traumatisierte Menschen empfinden oft die Erledigung selbst kleiner Aufgaben als sehr schwer. Kochen, Abnehmen von Verantwortlichkeiten, etc. können sehr hilfreich sein, aber achte darauf ihre Selbstbestimmung nicht einzuschränken.
- Gereiztheit und Undankbarkeit/Unnahbarkeit sind „Symptome", die sehr häufig vorkommen. Nimm es nicht persönlich und mach deine Unterstützung nicht davon abhängig.
- Zu sagen „Jetzt müsstest du aber langsam mal darüber hinweg sein, nimm dein Leben in die Hand", erreicht meistens nur, dass traumatisierte Menschen sich unverstanden fühlen und Distanz einnehmen.
- Bohren, d.h. krampfhaft versuchen, die Person dazu zu bringen über etwas zu reden, worüber sie nicht reden will, bewirkt ebenfalls Rückzug und Distanzierung.
- Durch einen Mangel an Unterstützung können die Reaktionen verstärkt werden, was als so genannte „sekundäre Traumatisierung" bezeichnet wird. (Dass von TäterInnen keine gute Behandlung zu erwarten ist, ist klar, aber wenn jemand hinterher das Gefühl hast, Freund\*innen sind nicht für es da, bricht die ganze Welt zusammen, der Boden unter den Füßen schwindet….)
- Diese sekundäre Traumatisierung kann oft schwerwiegender sein, als das Erlebte und ist daher äußerst ernst zu nehmen. Achte darauf, dass deine Freundin/Freund sich nicht allein gelassen fühlt.
- Auch für dich gilt - diese Zeit kann sehr schwer sein, aber sie geht vorbei. Pass auf dich auf und sei gut zu dir. Rede mit einer Person darüber, wie es DIR geht.

\[lang:en\]

<p class="callout success">Don't wait for them to ask for help. Be there for them</p>

- Telling the story in the order in which it happened, chronologically, helps the brain process the experience. Carefully encourage your friend to talk about what happened, what they saw, heard, felt and thought. But don't push if they don’t want to.
- Lack of support can worsen the reaction. This is called "secondary traumatisation" and is to be taken very seriously. It involves "shattered assumptions" - aggressors are known to be brutal, but if you feel that your friends don’t support you afterwards, you feel as though the whole world is breaking down.
- The days immediately after the experience are crucial. This is when all the emotions are easily accessible. It’s good to talk then. Later on, people often close up.
- Often traumatised people withdraw from social activities and isolate themselves. You may not see your friend around anymore. Go and find them.
- Sometimes you might feel you’re up against a brick wall or rejected. See it as a symptom, don't take it personally and hang on in there.
- You might feel insecure about how to help. Find out more about post-traumatic stress so you understand it better. Ask what they need, don’t impose your solutions.
- Behave normally. Pity or self-indulgent "overcare" do not help. The most important thing is that your friend feels safe and warm in your presence.
- Bear in mind that many people seem all right after traumatic experiences and that reactions  
    may come later.
- Listen. Avoid talking too soon, too long and too much. We often long to give good advice rather than be a good listener. Put yourself in their shoes. Try and understand how they feel, not how you might have felt.
- Traumatised people often find it hard to ask for help. Be proactive but not pushy
- Traumatised people often struggle with the smallest tasks. Cooking, shopping, handling the chores for them can be invaluable help, as long as you don’t patronise them or undermine their independence.
- Irritability, ungratefulness and being distant are common reactions. Don't take it personally, keep the support going.
- Saying "You really should have got over this by now, get on with life", is obviously completely unhelpful and will just distance your friend.
- Important: helping and caring can be very hard for you, too. Take care of yourself, do things that make you happy. Talk to someone else about how you feel. Getting support for yourself will help you support others.
- Good therapists can help. Help to find one. The therapist should have some experience of trauma work, otherwise it can be pointless or counter-productive. It also helps if they are politically sympathetic or at least neutral. You’d see a doctor if you had a broken leg. Trauma is a very real emotional wound.

# Was wir kollektiv tun können // What we can do collectively

[![grafik.png](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/scaled-1680-/b1GXbjTpkwTt7XK2-grafik.png)](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/b1GXbjTpkwTt7XK2-grafik.png)

\[lang:de\]

#### Was ihr als Gruppe tun könnt

- Nehmt euch Zeit, um darüber zu reden, was passiert ist. Es ist üblich, in einer Runde allen, die dabei waren, Raum zu geben um zu erzählen, wo sie waren, was sie gemacht haben, welche Sinneseindrücke sie hatten (sehen/hören etc) und was sie dabei gefühlt/gedacht haben (wenn sie darüber reden möchten). So kann das Gehirn die Geschichte im Kopf vervollständigen und besser verstehen.
- Gute Therapeut\*innen können helfen. Mit einem gebrochenen Bein gehst du ja auch zum Arzt... Ein Trauma ist nichts anderes als eine psychische Wunde. Ihr könnt bei der Suche behilflich sein. Der/die Therapeut\*in sollte aber Erfahrung mit Trauma-Arbeit haben. sonst bringt es nicht viel. (Tipps unter: [https://trauma-informations-zentrum.de](https://trauma-informations-zentrum.de))

<p class="callout warning align-center">**Vergesst nicht:** Nicht nur verwundete Menschen brauchen Unterstützung und auch UnterstützerInnen brauchen eine Schulter zum Anlehnen!</p>

#### **Innerhalb der politischen Bewegungen**

<p class="callout success align-center">Es ist wichtig, dass wir uns mehr darüber bewusst werden, wie sich Erfahrung mit Brutalität auf uns auswirken. Die Repression liegt in ihrer Hand, aber in unserer Hand liegt es, wie wir mit den Folgen umgehen.</p>

<p class="callout danger align-center">Viel zu oft wird Trauma noch als persönliche Schwäche ausgelegt und nicht ausreichend Unterstützung gegeben. </p>

<p class="callout warning align-center">In diesem Hinblick muss sich unsere Kultur grundlegend ändern, um eine Basis zu schaffen, auf der Umgang mit Angst und den emotionalen Folgen von Repression und anderen Traumata kein Tabu mehr ist und in unseren Gruppen thematisiert wird und werden darf.</p>

\[lang:en\]

#### **What you can do as a group**

**[![grafik.png](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/scaled-1680-/b1GXbjTpkwTt7XK2-grafik.png)](https://wiki.aktivismus.org/uploads/images/gallery/2025-10/b1GXbjTpkwTt7XK2-grafik.png)**

- If you’ve all been involved in a traumatic experience, take time to talk together about what happened. Groups often go round, taking turns to give everybody the space to talk about what happened, where they were, what they saw and heard, what they felt and what thought, if they want to. Participation is voluntary and it is more useful if people have the same level of trauma; if no bystanders could become even more traumatised.
- You can also work collectively with a therapist.

<p class="callout warning align-center">**Remember: a supporter needs support, too. Supporting a supporter is essential.**</p>

#### Inside our political movements

<p class="callout success align-center">  
It is vital to us that we are aware of how brutality affects us emotionally. Repression is in other’s hands, but we have the power to deal with its effect on us. Repression will be less effective if our mutual support is strong.</p>

<p class="callout danger align-center">Far too often, post-traumatic stress is still thought of as personal weakness.</p>

<p class="callout warning align-center">Often the support is not sufficient. It is essential that our whole culture changes its attitude towards this. What we can do within our groups is to create the foundations of a culture where talking about fear and emotional consequences of repression and other trauma is not taboo, or seen as weak or “uncool”.</p>

#### **Support structures**

> **Groups providing trauma support are now appearing in many countries - e.g. in Germany, UK, Netherlands, Israel, USA. We hope that in the future there will be an international network of trauma support structures similar to the Streetmedic network. Our work currently consists mainly in stress prevention, education and information as well as providing emotional first aid, recovery spaces and help-lines at larger events plus some long-term support.**

**Note that this Resource is quite old - so is this quote - you can find more up to date information in the [Description of this Chapter.](https://wiki.aktivismus.org/books/krankheiten-umgang-behandlung/chapter/aktivismus-trauma-activism-trauma "Aktivismus & Trauma // Activism & Trauma")**