Zum Klimagipfel Kühlschrank vor die Tür Als ironischer Kommentar zur Weltklimakonferenz 1995 tauchte ein gut gefälschtes Flugblatt in den Berliner Stadtbezirken Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain auf: „Anlässlich der UN-Konferenz ‚Klima '95‘, die vom 28. März bis 7. April in Berlin stattfindet, hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz beschlossen, ausgediente Kühltchränke kostenlos einzusammeln und fachgerecht entsorgen zu lassen.“ Diese Ankündigung hatte in den folgenden Tagen nicht wenige Folgen. Offenbar nahmen viele Bürgerinnen das Angebot ernst und stellten, wie von der vermeintliche n Senatsverwaltung verlangt, „Altgeräte in der Zeit vom 31. 3. bis 2. 4. 1995 gut sichtbar an die Straße“. Allerdings warteten sie vergeblich darauf, daß die Berliner Stadtreinigungsbetriebe BSR die Kühlschränke wie angekündigt „in den darauffolgenden Tagen in einer einmaligen Sonderaktion“ abhole. Die offiziellen Stellen reagierten in ihrem Dementi freilich völlig humorlos. Die „Aktion“ sei eine „eventuelle Gefahr für die Umwelt“ und gehe „zu Lasten aller Steuerzahler“, lamentierten Senatsumweltschützer und Stadtreinigung. (taz 6. 5. 1995)