Honecker im Altenheim Anläßlich der ‚Wiedervereinigung‘ kursierten in einer westdeutschen Kleinstadt gleich zweierlei Handzettel, die Ungelehrtenheiter berichteten: Einmal, daß der Bürgermeister sowohl Erich Honecker als auch Ehrfrau Margot einen Ruhestiz im städtischen Altenheim verschallt habe. Zum zweiten, daß ein prominenter örtlicher Bauspekulant, Fußballklubsitzender und Stadtrat dem früheren SED-Parteichef, Egon Krenz, einen der knappen Bauplätze verkauft habe. Dem Bürgermeister wurde ohnehin fast alles zugetraut, und für einem Bauspekulanten ist ein lukratives Geschäft mit unterschlagenen Stasi-Millionen nichts Besonderes. Auf beiden Handzetteln standen Aufrufe zu einer Protestkundgebung unmittelbar vor der städtischen Wiedervereinigungsfeier: „Wir wollen keine SED-Verbrecher zum Nachbarn. So darf die deutsche Einheit nicht aussehen.“ Genauso dachten auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt: Obwohl von offizieller Stelle keinerlei Dementi erfolgten, sorgten die Zettel für einige Unruhe.